Freitag, 12. August 2016

Unkrautkissen



Horta (griech. Χόρτα) ist a) ein Sammelbegriff für essbare Wildpflanzen und b) auch der Name einer in Griechenland sehr beliebten Vorspeise, die aus dem Grünzeug hergestellt wird. Im Topf landet, was der Garten, das Feld, die nähere Umgebung oder der Markt gerade hergeben. Die Zubereitung ist minimalistisch: Gründlich putzen, kurz kochen, abgiessen und wie Salat mit Öl, Zitronensaft und Salz anmachen. Fertig. 


Leider gibt es einen kleinen Nachteil. Je nach Jahreszeit und Zusammenstellung, kann dieses unkomplizierte Gericht eine Menge Bitterstoffe enthalten. Blöd, da Herr C. und die Geschmacksrichtung "Bitter" in diesem Leben wohl keine Freunde mehr werden. Noch blöder, weil das überreichliche Gartengrün förmlich um die oben beschriebene Zubereitung bettelte. Meine Lösung des Problems: Viel Krautstiel und ein wenig Feta, um die eventuell vorhandenen Bitterstoffe abzumildern. 


Damit das Ganze ein bisschen attraktiver aussieht, verpackte ich es in Blätterteig, der sich im Ofen zu einer knusprigen Hülle aufplusterte. Zusammen mit einem Gurkensalat ergaben die Unkrautkissen ein wunderbares, weil quasi bitterfreies Sommer-Sonne-Rhodos-Ferienstimmung-Abendessen. 


Für 6 Kissen:

  • eine Salatschüssel voll gemischtes Grünzeug (ca. 100 gr, geputzt gewogen)*
  • 1 kleiner Krautstiel/Mangold, ca. 300 gr
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 1 Knubbel Butter
  • 2 Tl Granatapfelmelasse 
  • Salz, Pfeffer
  • 50 gr Feta, ganz fein zerkrümelt
  • 1 rechteckig ausgewallter Butterblätterteig (26 x 42 cm)
  • 2 El Milch
  • 2 El Sesam

Grünzeug gründlich waschen und putzen, d.h. dicke Stiele, angefressene Blätter etc. entfernen. Trocken schleudern und zur Seite stellen. Krautstiel zerteilen, ebenfalls gründlich waschen, Stiele von den Blättern trennen und beides zur Seite stellen. Zwiebel schälen und fein hacken. In einer grossen Pfanne die Butter zerlassen, Zwiebelstücke zugeben und auf kleiner Flamme anschmurgeln. Unterdessen die Mangoldstiele in kleine Stücke hacken, in die Pfanne zu den Zwiebeln geben. Grünzeug fein hacken. Geht am einfachsten, wenn man eine handvoll Unkräuter in ein grosses Krautstielblatt einrollt und die Rolle dann in feine Streifen schneiden. Sobald die Zwiebelstücke glasig sind, das gehackte Grünzeug einrühren. Hitze hochdrehen und etwa 2 Minuten rührbraten, bis die Grünmasse zusammengefallen ist. Granatapfelmelasse und ein Schluck Wasser zugeben, schnell unterrühren. Salzen, pfeffern und nur noch so lange auf dem Herd lassen, bis die ausgetretene Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Pfanneninhalt auf einen Teller geben, auskühlen lassen. Mit den Fetakrümeln vermischen und abschmecken. Während die Füllung auskühlt, Backblech mit Backpapier belegen und den Ofen auf 210 Grad vorheizen. Blätterteig entrollen und in sechs Quadrate schneiden. In der Mitte jedes Quadrates 1/6 der Füllung (ca. 2 Esslöffel voll) platzieren. Alle Ecken nacheinander hochziehen und in der Mitte zusammendrehen. Seitennähte ebenfalls gut zusammendrücken. Auf das Backblech umsetzen, mit der Milch bepinseln (Nähte und Knubbel verschonen) und grosszügig mit Sesam bestreuen. Backen: 20 Minuten auf der untersten Schiene, dann noch 5-8 Minuten auf mittlerer Schiene zum Bräunen. Heiss, lauwarm oder abgekühlt mit Salat servieren. 

Gartenbesitzer verwerten, was zur gleichen Zeit wächst. Bei mir waren es Portulak, Amaranth, junger Löwenzahn, Borretschblätter, Rucola und Dill samt Blüten.

Alle anderen gehen an möglichst hundefreien Orten auf die Pirsch und/oder besorgen sich eine Tüte voll Grünzeug auf dem Gemüsemarkt, wie beispielsweise Spinat, Brennnesseln, Randenblätter, Petersilie, Schafgarbe, Sauerampfer, Wegerich, Radieschenblätter, Karottengrün, Giersch, Melde, Baumspinat, Hirschhornsalat, Knoblauchsrauke, Knoblauchgrün, Schnittknoblauch, Lauch, Bärlauch, Fenchelgrün, Catalogna, Minze, Neuseeländer Spinat oder Guter Heinrich. Je wilder, desto besser. 


Montag, 8. August 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -63-



[GE]gessen: Pata-Negra-Wurst und Kartoffelsalat

[GE]trunken: Limonade mit Limette und Kiwano

[GE]grillt: Gin-Bratwürste

[GE]backen: Marroni-Brownies und Zirolerkuchen

[GE]sehen: Der Clou 

[GE]lesen: Mussolini - Hans Woller

[GE]freutAm Nationalfeiertag durften wir einen einen Igel namens Fuudi beobachten

[GE]ärgert: Über Blogger, die Quellenangaben "vergessen", auch wenn das Rezept samt Anleitung quasi 1:1 abgeschrieben wurde.

Im Regen [GE]sammelt: Eine Schüssel voll verwilderte Brombeeren

[GE]kauft: Samen für die Herbstbepflanzung, u.a. gelbe und zweifarbige Radieschen, Rattenschwanz-Rettich und Asia-Salate

[GE]hört: Musik nur, wenn sie laut ist - Herbert Grönemeyer

Von Schwesterherz [GE]schenkt bekommen:
Melothria (Minigurken), verschiedene Tomaten, grüne & violette Bohnen


Sonntag, 7. August 2016

Uborkasaláta



Schwesterherz hat bei der Vergabe ihrer Setzlinge Mist gebaut und uns vor ein paar Monaten drei Gurkenpflänzchen und einen eingetopften Kürbis übergeben. Bestellt hatte ich aber drei Kürbisse und nur eine Gurke, da eine Pflanze normalerweise ausreichend für unseren Bedarf ist. Besonders, weil andere Gärtner uns jedes Jahr noch reichlich mit ihren überschüssigen Exemplaren beschenken... Damit uns der Gurkensalat nicht verleidet, habe ich ein paar neue Zubereitungsarten ausprobiert. Unser beider Favorit war der üppige, aber trotzdem erfrischende Uborkasaláta aus Ungarn, dessen Rezept ich euch nicht vorenthalten möchte.


Für 2 Personen als Beilage:

  • 3-4 Gartengurken oder eine grosse Salatgurke
  • 180 gr Saure Sahne
  • 1 El Weissweinessig
  • 1/2 El Rapskernöl
  • 1 El fein gehackter Dill 
  • 1/4 Tl mildes Paprikapulver
  • Salz, Pfeffer
  • 1/2 kleine Knoblauchzehe, fein zermust (optional)

Gurken schälen, der Länge nach halbieren und die Kerne mit einem spitzen Löffel herauskratzen. In dünne Scheiben schneiden oder in feine Stifte hobeln. Restliche Zutaten der Reihe nach in einer Salatschüssel zu einem crèmigen Dressing verrühren. Gurkenscheiben untermischen und 10 Minuten ziehen lassen. Mit knusprigem Brot oder als Beilage zu gegrilltem Fleisch oder Fisch servieren. 


Montag, 1. August 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -62-



[GE]gessen: Backfischbrötchen

[GE]trunken: Eiskaffee de Paris (mit Vanilleglacé und Cointreau)

Zusammen[GE]rührt: Birchermüesli mit gepufftem Teff 

[GE]backen: 
4 Zwirbelbrote, eines davon mit schwarzer Schokolade
Kokos-Limetten-Kuchen mit Zucchini
Joghurtweggen
Hortakissen

[GE]wesen: Mit Schwesterherz im Eiskaffee

[GE]sehen: Die scharlachrote Kaiserin

Im Nachhinein bedauert, dieses Buch [GE]lesen zu haben
Gruss an die Küche - D. Böniger & M. Weiss
Untertitel: Eine bissige Liebeserklärung an die Zürcher Gastronomie. 
Zahnlose, langweilige Restaurantwerbung in Buchform trifft es wohl eher.

Sonst noch [GE]lesen:
The Fermented Man - Derek Dellinger
Ich küss dich, Kismet: Eine Deutsche am Bosporus - Hatice Akyün
Ich habe ihn getötet - Keigo Higashino

[GE]freut: Über das r-i-e-s-i-g-e Mammutbasilikum auf der Terrasse

[GE]kauft: Ein Jugendstil-Sahnekännchen aus Pressglas
und
eine grosse, blau-weisse Servierplatte von Villeroy & Boch

[GE]hörtBlue Cafe - Chris Rea

[GE]lacht: Abends eine zweiteilige Doku auf ARTE angesehen und nebenbei Putzrondellen gehäkelt (Anleitung folgt). Da die Häkelarbeit gerade meine volle Konzentration erforderte, hatte ich nur am Rand mitbekommen, dass der nächste Programmpunkt ein Konzertmitschnitt der Nu-Metal-Band Korn war. Nach zwei Minuten nervigem Schrei-Gedudel heulte das Schweinwoll auf und verzog sich schnurstracks ins Klo. Womit er einen ausgezeichneten Musikgeschmack bewies.