Montag, 28. März 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -44-



[GE]gessen: Salsiccia al Finocchio mit Rosmarin-Frites

[GE]trunken: Jasmineistee 

Zusammen[GE]rührt: Rosa Grapefruit-Orangen-Sorbet mit Gin

[GE]backen: 
David Lebovitz's Weekend-Cake mit frischen Lorbeerblättern
Eierlikörkuchen mit Brombeeren, Butterzopf
Hiobsbrot mit Kamut, Hiobsbrot mit Emmer und Walnüssen
 Paskalya çöreği mit Orangenschale, Kardamom und Kurkuma

[GE]wesen: Bei Schwesterherz zum Osterbrunch

[GE]sehen:  Monuments Men & ein paar alte Folgen Inspector Barnaby

[GE]lesen: The Stand - Stephen King

[GE]freut
Der Doufeu und das kleine Kännchen mit dem Brombeermuster wurden von beiden Beschenkten freudig entgegengenommen

[GE]ärgert: Das Mohnpesto aus weissem Mohn ist nach dem Vermischen mit der heissen Pasta leicht bitter geworden. *grmpf*

[GE]kauft: Ein halbes Kilo Lampascioni 

[GE]hört
Set Adrift on Memory Bliss - PM Dawn
Damn I wish I was your Lover - Sophie B. Hawkins
Suddenly I see - KT Tunstall

[GE]lacht:
...Hector Savage aus Detroit!
-He, an den Boxer kann ich mich erinnern, äh, Ex-Boxer. 

Sein richtiger Name war Joe Chicago!
-Oh ja, er kämpfte unter dem Namen Kid Minneapolis.
-Ich hab´ Kid Minneapolis kämpfen sehen! In Cincinnati.
-Nein, das war Kid New York, der kämpfte in Philly.
-Der ist im Ring erschlagen worden! 

Von Tex Colorado, ihr wißt schon, der Schlächter von Arizona.
-Ja, der Typ aus Dakota! Ich weiß nur nicht, ob es Nord oder Süd war...
-Nord! Süd-Dakota war sein Bruder. Aus West-Virginia!
-Du verstehst was vom Boxen! 


(Die nackte Kanone 2 1/2)



Sonntag, 27. März 2016

Ostergrüsse aus Istanbul: Paskalya Çöregi



Wer hat's erfunden? In diesem Fall die Griechen und Armenier, die das Osterfest mit briocheähnlichem Tsoureki bzw. Choereg feiern. Daraus entstand dann das türkische Paskalya çöreği, welches sich seit einigen Jahren, besonders in den Grossstädten Istanbul und Izmir, wachsender Beliebtheit erfreut. Traditionell wird das Ostergebäck mit Mahlep (Kerne der Felsenkirsche) und Mastix (Harz des Pistazienbaumes) verfeinert. Mahlep wird bevorzugt ungemahlen gekauft, ist aber oft nur als gemahlene Variante in Geschäften mit türkischen Spezialitäten erhältlich. Unbedingt beachten: Das Pulver sollte fast weiss sein, gelbliches Mahlep hat seine besten Tage schon hinter sich. Mastix ist leider nicht ganz so einfach aufzutreiben. Griechische Läden sind eine gute Anlaufstelle, im Internet wird man ebenfalls fündig. Als Ersatz empfiehlt sich eine Mischung aus dem Abrieb der ganzen Orange, einem Teelöffel Kardamompulver und 1/4 Teelöffel Kurkuma. Schmeckt dann natürlich ganz anders, aber trotzdem immer noch orientalisch-exotisch.


Für einen Zopf:

  • 420 gr Weizenmehl Typ 405 
  • 80 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 80 gr Zucker
  • Schale einer halben Blutorange, fein abgerieben
  • 1,5 Tl Mahlep, frisch gemahlen
  • 1/2 Tl Mastixtränen, mit 1 Tl Zucker im Mörser fein zermahlen
  • 10 gr frische Hefe
  • 240 gr knapp lauwarme Milch
  • 1 Ei Grösse L
  • 8 gr Salz
  • 80 gr kühlschrankkalte Butter
  • 2-3 El Mandelblättchen zum Bestreuen (optional)

Alle Zutaten bis und mit Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben. 5 Minuten auf Stufe 1 kneten, bis der Teig zusammenhält. Dann die kalte Butter flöckchenweise zugeben und langsam einkneten. Am Anfang wird der Teig sich trennen und ziemlich komisch aussehen. Einfach weiterkneten lassen, bis sich der Teig vollständig von der Schüssel gelöst hat. Das dauert gut und gerne nochmals 10-15 Minuten. Abdecken und etwa 3 Stunden bei kühler Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Aus der Schüssel nehmen, Teig halbieren und beide Stücke grob länglich formen. Wieder abdecken und 10 Minuten entspannen lassen. Zu etwa 60 cm langen Strängen formen, locker verzöpfeln oder zu einer Schnecke eindrehen. Mit geölter Folie abdecken und etwa 40 Minuten aufgehen lassen, bis sich das Volumen um ca. 60% vergrössert hat. Ofen unterdessen auf 220 Grad vorheizen. Den Zopf, falls gewünscht, mit Milch oder verquirltem Ei bepinseln und mit den Mandelblättchen bestreuen. Auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Schwaden, Hitze auf 200 Grad reduzieren und 10 Minuten backen. Auf 180 Grad regulieren und weitere 30 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Frohe Ostern, alle miteinander.


Freitag, 25. März 2016

Imitation Game: Mock Duck & Broccoli Stir Fry



Statt Fisch, gibt es für mich heute Seitan mit Gemüse. Grund? Die Abwesenheit des Hausherrn, der leider wie so oft, geschäftlich unterwegs ist. Bevor er seine Abwesenheit am Montag verkündigt hat, war Scholle mit Petersilienkartoffeln und Kohlrabi-Karotten-Gemüse für Karfreitag angedacht. Natürlich hätte ich den Plan nicht ändern müssen, und den Fischgang für mich alleine zubereiten können, aber bei solchen Gelegenheiten koche ich mir lieber Gerichte, die der Chef nicht gerade favorisiert. Bevor nun eine Diskussion um Sinn oder Unsinn von "Faux Meat" ausbricht, möchte ich kurz und knapp meine Meinung dazu darlegen: Braucht man sowas? Nö, sicherlich nicht. Aber ich mag Geschmack und Textur dieser "Mockingdosen" (Zitat Herr C.), und schätze es als praktische Alternative zu Sojaprodukten wie Tofu oder Tempeh. Nicht mehr und nicht weniger.


Für 2 Personen:

  • 1 Dose Mock Duck
  • 1 Broccoli (ca. 500 gr)
  • 2 frische Knoblauchzehen, geschält und in hauchdünne Scheiben geschnitten
  • 2 Tl Ghee oder Kokosöl
  • ein paar Spritzer Fisch- oder Sojasauce
  • 1 Schuss Weisswein
  • ca. 1/2 El Ketjap Manis 
  • Szechuanpfeffer

Mock Duck in ein Sieb schütten, mit kaltem Wasser abspülen und einige Minuten abtropfen lassen. Dann auf Küchenpapier geben, trocken tupfen, in dünne Scheiben schneiden und zur Seite stellen. Den Broccoli in mittelgrosse Röschen zerteilen, abbrausen und  gut abtropfen lassen. Unterdessen den Stängel schälen, der Länge nach vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Ein Teelöffel Ghee oder Kokosöl in einer grossen, hohen Pfanne zerlassen und die Broccolistielstücke darin eine Minute bei hoher Hitze anbraten. Dann die Röschen und die Knoblauchscheiben zugeben. Eine Minute rührbraten, mit ein paar Spritzern Fischsauce würzen. Einen Schluck kaltes Wasser angiessen, Deckel auflegen und 1-2 Minuten kochen, bis die Röschen leuchtend grün, aber immer noch sehr bissfest sind. Auf einen Teller geben und zur Seite stellen. Restliches Ghee in der Pfanne zerlassen. Mock Duck darin von allen Seiten scharf anbraten, bis die Stücke gleichmässig gebräunt sind. Mit dem Weisswein ablöschen, verdampfen lassen. Dann Ketjap Manis und 150 ml Wasser zugeben. Zwei Minuten kochen lassen, dann den Broccoli wieder in die Pfanne kippen. Kräftig pfeffern, gut durchmischen, die Sauce probieren und ggf. mehr Ketjap Manis unterrühren. Herd ausschalten, Deckel nochmals auflegen und das Stir Fry 2-3 Minuten auf der heissen Kochplatte nachziehen lassen, bis die Broccoliröschen knapp weich sind. Mit Poha (Reisflocken) oder Surti Kolam Reis servieren.


Montag, 21. März 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -43-



[GE]gessen: Bratreis mit Karotten und Fenchel

[GE]trunken: Tee aus frischem Salbei und Rosmarin

[GE]kocht: Mushroom Mutter Makhani
(Lecker, aber an der Farbe muss ich noch arbeiten)

[GE]backen: 
Hiobsbrot mit Kamut
Hiobsbrot mit Emmer, Rosinen und Walnüssen
Hirsebrot mit Emmer und Haselnüssen

[GE]wesen: Sonnenbaden auf der Terrasse 

[GE]sehen: Die letzte Staffel Downton Abbey

[GE]lesen
Schweigen - Shusaku Endo
Diese Fremdheit in mir - Orhan Pamuk

[GE]freut: Über das dreifarbige Stiefmütterchen vor dem Küchenfenster 

[GE]nervt:
Das Schweinwoll spürt den Frühling und schleicht stundenlang quiekend durch die Wohnung. Ab und zu stösst er auch markdurchdringendes Wolfsgeheul aus, besonders gerne, wenn das Telefon klingelt oder die Türglocke bimmelt. Schliesslich muss er auch alle Anrufer und Besucher von seinem Herzeleid in Kenntnis setzen. Eine weitere Vorstellung hat er gestern Nacht um 23h gegeben, als Herr C. läutete, weil er am Morgen wieder einmal ohne Schlüssel losgezogen ist. Völlig verschreckt bin ich zuerst aus dem Bett geplumpst und danach straight mit dem Türrahmen karamboliert. Der Mann fand es lustig, der Hund auch. Männerhumor.  

[GE]kauft: Ein Bund frische Lorbeerblätter

[GE]hört: Things we lost in the Fire - Bastille

Endlich neu [GE]ordnet:
Den oberen Teil des Vorratsschranks. Jetzt stehen alle Gläser mit Nussmus, süssen Brotaufstrichen und Frühstücksgetränken in gesonderten Reihen, damit Herr C. auch ohne meine Anweisungen seine Caotina, Wacholder-Latwerge und Mandelmus findet.


Sonntag, 20. März 2016

Flohmarktschätze Teil 19 - Wilder Stilmix!


Eine rote Fat Lava Kugelvase von Wächtersbach aus den 60ern/70ern
Oder wie Herr C. zu sagen pflegt: Ein weiterer hässlicher Staubfänger.

Unbenutzter, riesiger Bräter mit Deckel des französischen Herstellers Emile Henry

Ein zweiter Doufeu

Dieses Mal aber von Cousances 
Das andere Exemplar von Le Creuset wird an Ostern verschenkt
und dem neuen Besitzer hoffentlich sehr viel Freude bereiten.

Jetzt bitte einen Trommelwirbel: Mein erstes Stück echtes Meissner Porzellan!

Es handelt sich dabei um einen Kannenuntersetzer, der auf vier Füsschen steht

Keine Schleifstriche! Juhui!
Leider kann ich das Stück nicht exakt datieren, finde in meinen Büchern keine Informationen über den Blindstempel mit der Nummer 314 oder die eingeritzten Zeichen, die ich als 41v (?) interpretiere.

Ein schwerer Mörser der Firma Langenthal

Sonnengelbe Rössler (Teig)Schüssel aus den späten 60ern

Schnuckeliges Kännchen mit Blackberry-Dekor von Susie Watson Designs

Ha, das Teil wollte ich schon lange einmal ausprobieren. Damit sollte das problemlose Entsteinen von Wildpflaumen und Reinesclaudes endlich klappen. Laut Preisschild musste man damals bei Hertie DM 7.50 dafür hinblättern, heute kostet der Steinex von Westmark um die 15 Euro. 

Zwei Jugendstilteller aus dem Jahr 1905 der Firma Jäger & Co., Marktredwitz

Sahne- oder kleines Milchkännchen von Arzberg aus der Serie "Tunis"

Nein, ausnahmsweise liegt es weder am Fotoapparat noch an der schlechten Fotografin. 
Die Schrift auf der alten Apothekerflasche ist stellenweise verblasst und wirkt dadurch unscharf.
Und den Rest des Tages widme ich mich meinen neuen Schätzchen und lasse ihnen ein bisschen Liebe, viel Putzmittel und ausgiebiges Schrubben angedeihen. Gehabt euch wohl.


Mittwoch, 16. März 2016

Z'nünigutzi aka Roasted Barley Choco Tonka Cookies



Gerste ist schon lange mein absolutes Lieblingsgetreide und seit bei mir eine Haushaltsmühle eingezogen ist, backe ich immer öfter Kekse und Kuchen mit Gerstenmehl. Meine neueste Entdeckung ist geröstetes Gerstenmehl mit seinem wunderbar nussigen Eigengeschmack. Die Herstellung ist pipieinfach: Mehl kurz in der Pfanne oder im Ofen anrösten. Fertig. Einziges Problem: Wo bekomme ich Gerstenmehl her, wenn ich keine Getreidemühle besitze? Erste Möglichkeit: In einem gut sortierten Mühleladen (z.B. Mühle Maisprach). Zweite Möglichkeit: Ganze Körner im Bioladen kaufen und dort gleich mahlen lassen (z.B. bei Alnatura). Dritte Möglichkeit: Flocken besorgen (z.B. von Vanadis) und im Mixer fein zerkleinern. Vierte Möglichkeit: Körner 2-3 mal durch die Flockenquetsche drehen, bis grobes Mehl ins Schüsselchen fällt. Also keine Ausreden mehr, ran an den Ofen und eine Ladung Z'nünigutzi (Übersetzung: Vormittagspausenkekse) für morgen backen. 


Für etwa 16 grosse Cookies:

  • 110 gr Gerstenmehl 

Unter ständigem Rühren in einer kleinen Pfanne anrösten, bis es durchgehend hellbraun ist und gut duftet. Auf einen Teller geben und auskühlen lassen.

  • 125 gr zimmerwarme Butter
  • 100 gr brauner Rohrzucker
  • 1 Ei Grösse L
  • 2 Prisen Salz
  • 2 Prisen frisch geriebene Tonkabohne*
  • 125 gr Weizenmehl
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 100 gr grob gehackte Schokolade, mind. 50%

Ofen auf 210 Grad vorheizen und das Blech mit Backpapier belegen. Unterdessen Butter und Zucker zwei Minuten mit dem Handrührer verquirlen. Ei, Salz und Tonkabohne zugeben. So lange verrühren, bis die Masse einigermassen homogen ist. Geröstetes Gerstenmehl, Weizenmehl und Weinsteinbackpulver vermischen und portionsweise unterrühren. Zuletzt die Schokolade untermischen. Schüssel 15 Minuten in den Tiefkühler (oder 30 Minuten in den Kühlschrank) stellen, damit der Teig weniger an den Händen klebt. Etwa zwetschgengrosse Portionen abnehmen, rund formen und leicht flach drücken. Mit genügend Abstand auf dem Backblech verteilen. Auf der mittleren Schiene einschieben und ca. 14 Minuten backen, bis sie oben leicht gebräunt sind. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und in einer dicht schliessenden Blechdose aufbewahren. 

* Kann durch 1/8 Tl Vanillepulver oder 2 Tl fein abgeriebene Orangenschale ersetzt werden.


Sonntag, 13. März 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -42-



[GE]gessen: Sushi mit Avocado und fermentiertem Rettich

[GE]trunken: Monsteiner Steinbock Bier

[GE]kocht: Gerstensuppe mit Rinderbrühe und Sherry

[GE]backen: Fladenbrot aus Sauerteig mit roten Linsen und Kurkuma

[GE]wesen: Im Holle Fabrikladen in Arlesheim
Der Einkaufskorb war nachher randvoll gefüllt mit Vanille-Palmiers, Flûtes mit getrockneten Tomaten, Flûtes mit Zwiebeln und Käse, Grissini mit Rosmarin, Zwieback, Haferkernbrot und Pumpernickel

Wieder einmal zwei meiner Lieblingsfilme [GE]sehen
Lang lebe Ned Devine!
 The Piano

[GE]lesen
Kirchenfürsten, Künstler, Kurtisanen - Josef Imbach
Tod in Hollywood - Evelyn Waugh

[GE]ärgert:
Beim Umplatzieren der Orchideen ist mir blöderweise ein Blütenzweig abgebrochen. 
In der Hoffnung, dass die Blüten sich trotzdem entfalten, habe ich ihn in eine kleine Vase gestellt.

[GE]freut:
Und siehe da, fünf Tage später ist die erste Blüte aufgegangen.
*froi*


[GE]hört:
West End Girls - Pet Shop Boys

Herr C. hat kräftig [GE]lacht, als ich ihn fragte:
Hast du nicht einen Vierkantschlüssel mit sechs Ecken?
(Gemeint war ein Inbusschlüssel..)


Donnerstag, 10. März 2016

5:0 für Cookies Pepe



 Meine Damen und Herren, übermässig stolz präsentiere ich Ihnen: 
Meine Interpretation des Pepe Valle Maggia.


Bei der Blindverkostung hatte ich beides als Pfeffermischungen aus dem Tessin angekündigt, damit keine Sympathiepunkte vergeben werden konnten. Trotzdem gewann mein Gläschen mit 3:1 Stimmen. Eigentlich müsste das Resultat sogar 4:0 gewertet werden, denn einer der Versuchskaninchen Gäste war an dem Tag total verschnupft und vergab seine Stimme nur nach gefühlter Schärfe beim Zerbeissen der Körner. Logischerweise gewann in dieser Kategorie das Original, denn meine Version ist feiner zerkleinert und dadurch milder. Wenn meine Stimme noch mitgezählt worden wäre (natürlich ehrenhalber enthalten), hätte es sogar in einem haushohen 5:0 Sieg geendet. Nachdem die Gäste sich verabschiedet hatten, folgte "We are the Champions" in voller Lautstärke und königliches Winken vom Balkon aus. Aufgeplustert wie ein dicker Babypinguin, verpasste ich meiner Kreation sogleich den ausserordentlich hübschen Namen "Cookies Pepe". Und weil ich mich gerade so kreativ, so beneidenswert - quasi göttlich - fühle, lasse ich euch an meiner Schöpfung teilhaben, statt das Rezept für ein Vermögen an einen multinationalen Foodkonzern zu verhökern. Bin ich nicht einfach toll? *klimperklimper*


Für ein kleines Gläschen:

  • 30 gr schwarze Pfefferkörner
  • 20 Pimentkörner
  • 7 Wacholderbeeren
  • 3 Zimtblüten
  • 1/2 Tl getrockneter Thymian
  • je 1/4 Tl getrocknetes Bohnenkraut und Oregano
  • 4,5 Tl trockener Weisswein
  • 1,5 Tl Grappa di Uva Americana

Pfeffer in einem Mörser mittelfein zerkleinern. Piment, Wacholder und Zimtblüten feiner als die Pfefferkörner zerstossen oder zermahlen. Thymian, Bohnenkraut und Oregano zwischen den Fingern ganz fein zerreiben. Alles in ein flaches Schüsselchen geben. Weisswein und Grappa in einer Espressotasse vermischen und mit einer Gabel unter die Gewürze rühren. Klümpchen sorgfältig zerdrücken, damit alles gleichmässig befeuchtet wird. In ein kleines Einmachglas füllen, Deckel zuschrauben und mindestens eine Woche bei Zimmertemperatur durchziehen lassen. Hält sich im Kühlschrank etwa ein Jahr, ohne Kühlung ca. 6 Monate. Falls der Pfeffer nach einigen Wochen zu trocken scheint, mit ein bisschen Weisswein und ein paar Tropfen Grappa nachfeuchten. Passt besonders gut zu Fleisch, Eiern, Gemüse, Suppen, Salaten, Sandwiches, geräuchertem Fisch, Käse, Feigen, Ananas, Erdbeeren....


Sonntag, 6. März 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -41-



[GE]gessen: Fondue Chinoise

[GE]trunken: Dunkles Lagerbier aus dem Appenzell

[GE]kocht: Öffs en Cocotte

[GE]backen: Süsskartoffelbrot aus dem Topf
Eierlikörkuchen mit Rhabarbersprenkeln
Safranbiscotti mit Eierlikör

[GE]wesen
Kleine Rundfahrt durchs Schneegestöber von Reinach über Mariastein nach Zwingen

[GE]sehen: Der bewegte Mann
Liberace - Zuviel des Guten ist wundervoll

[GE]lesen
Das Lächeln der Signorina & Das Spiel des Poeten
Andrea Camilleri

[GE]freut: Über meine Funde im Brockenhaus
(Ein Doufeu von Cousances, Fondueteller aus den 60ern,
und ein Gewürzbehälter der Steingutfabrik Möhlin)

Wieder einmal [GE]ärgert
Über den Mann, der seit Jahren stinkfrech in unserer Strasse sein Auto widerrechtlich vor seiner Haustüre abstellt. 
Quasi jede Nacht, jedes Wochenende und über die Feiertage.

[GE]kauft: Eine richtig gute Mettwurst

Das ganze Album mehrmals hintereinander [GE]hört
Una parte di me - Nek

[GE]lacht:
Was entsteht, wenn sie einen Zeugen Jehovas mit einem Atheisten kreuzen? 
Ein Mensch, der grundlos an ihrer Türe klingelt. 
(Kay Ray)


Samstag, 5. März 2016

Buchvorstellung: Vegane Power Drinks von Surdham & Judith Göb



Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, hatte ich in den letzten Wochen weder Zeit noch Lust, neue Rezensionen zu verfassen. Trotzdem war ich nicht ganz untätig im kulinarischen Bereich. Nachts, wenn ich nicht schlafen konnte, las ich Kochbücher und markierte die Rezepte, die ich bei Gelegenheit ausprobieren möchte. Ein Buch, aus dem besonders viele Zettelchen rausschau(t)en, ist Judith und Surdham Göbs Vegane Power Drinks mit Superfoods aus dem ZS Verlag. 

Erster Eindruck:
Erstaunlicherweise handelt es sich, trotz des Nischenthemas, um ein Buch mit einem festen Einband. Ich hatte ein wesentlich kleineres und dünneres Softcoverbüchlein erwartet, und war angenehm überrascht über Grösse und Seitenzahl. Im Innern findet sich zu jedem Getränk ein seitenfüllendes Foto, alles wirkt sehr übersichtlich und für die Warenkunde am Anfang gibt es gleich noch zusätzliche Pluspunkte. 

Inhalt:
Nach einem Vorwort von Oliver Brachat, werden die gesundheitlichen Vorteile der Superfood-Drinks aufgelistet und die benötigten Küchenhelfer vorgestellt. Für die meisten Rezepte wird ein Powermixer vorausgesetzt, ohne erfordert die Umsetzung ein paar Umstellungen. Die nächsten Seiten sind den Themen "Superfood" und "Mein grünes Wissen" gewidmet, u.a. werden 20 Wildkräuter und Blüten mit Fotos kurz vorgestellt. Ein Satz in der Einleitung zu diesem Abschnitt gefällt mir allerdings nicht so ganz (ich zitiere): ..."Vertrauen Sie darauf, dass Sie beim Sammeln die Kräuter finden, die Ihr Körper braucht..." Viele Fortgeschrittene werden jetzt nicken, aber Anfänger sollten eher Wildkräuterratgebern vertrauen, als ihrem Bauchgefühl. Denn auch für "harmlose" Wildkräuter gilt: Allein die Dosis macht das Gift. Eine Anleitung für selbst gemachte Pflanzendrinks bildet den Abschluss des Theorieteiles. Danach folgen mehr als 45 Rezepte, von denen ich euch ein paar als Schmankerl aufgelistet habe:

Classic Smoothies:
Ananas-Zucchino-Smoothie mit Hanfsamen
Trauben-Rote Bete-Smoothie 
Tomaten-Sellerie-Smoothie mit Chili und Basilikum

Limos:
Wassermelonen-Estragon-Limo
Schwarztee-Chia-Limo
Matcha-Orangen-Limo

Wildkräuter-Drinks:
Frauenmantel-Aprikosen-Drink
Spitzkohl-Möhren-Drink mit Pimpinelle
Feldsalat-Avocado-Smoothie mit Sauerampfer

Power Drinks - Hot & Cold:
Cold Brewed Coffee mit Cashew-Vanille-Milch
Lavendel-Milch mit Kamille
Blutorangen-Pflaumen-Tee

Dazwischen finden sich Doppelseiten, auf denen die Rezepte nach Themen zusammengefasst sind, wie beispielsweise "Die besten Immun-Booster" oder "Die besten Detox-Drinks".

Was meint der Magen?
Ich besitze zwar einige Küchenhelfer, aber keinen 2 oder 3 PS starken Powermixer. Normalerweise bereite ich Smoothies & Co. mit einem gewöhnlichen Stabmixer zu. Seltener im Standmixer, weil mich der Aufwand für Auf- und Abbau samt Abwasch von einer regelmässigen Benutzung abhält. Stückige/fitzelige Getränke kann ich aber nicht ausstehen, darum habe ich für Smoothierezepte, die für einen Powermixer konzipiert wurden, eine eigene Vorgehensweise entwickelt: Harte Gemüsesorten, wie Karotten und Rote Bete, jage ich vorher durch den Entsafter oder ersetze sie durch gekauften, meist milchsauer vergorenen Saft. Weiches Gemüse, (Wild)Kräuter, Blüten, Galgant, Kurkuma und/oder Ingwer werden zuerst mit ein wenig Flüssigkeit ganz fein püriert. Dank diesem Zwischenschritt ist das Endergebnis wesentlich homogener. Zitrusfrüchte filetieren oder auspressen, und gewisse Obstsorten einfach vor dem Zermixen von harten Schalen und Kerngehäuse befreien. 


Doch nun zur Verkostung: Zuerst gab es den Orangen-Kurkuma-Detox-Drink aus Orangenfilets, Möhrensaft und Avocadoöl statt Leinöl. Die ersten Schlucke waren ganz okay, aber danach wurde mir die Schärfe des Ingwers zu heftig auf nüchternen Magen. Seither lasse ich den Ingwer weg und bin hellauf begeistert von diesem Frühstücksdrink. Beim Frozen Banana Coffee musste ich ebenfalls ein bisschen improvisieren, denn im Original sind Kaffeebohnenstückchen enthalten und die Deko besteht aus Kakaonibs. Viel zu viele störende Stückchen, wenn ihr mich fragt. Aus diesem Grund habe ich einen Kaltauszug mit den Bohnen angesetzt und zum Schluss ein bisschen Kakaopulver untergerührt. Spannende Sache, auch wenn man kein Bananenliebhaber ist. Kleiner Tipp: Statt geschälte Bananenscheiben portionsweise in Gefrierbeuteln einzufrosten, einfach ungeschälte Bananen im Ganzen in den Tiefkühler verfrachten. Vor der Verwendung kurz antauen lassen und dann die Schale mit einem Messer wegschneiden. And last but not least: Erdbeer-Rhabarber-Smoothie mit rosa Pfeffer und Hagebuttenpulver. Das verlangte Sojajoghurt habe ich durch einen kleinen Rest Kokosjoghurt ersetzt. Eine erfrischende Vitaminbombe, aber recht sauer. Nächstes Mal werde ich nur die Hälfte der angegebenen Rhabarbermenge und definitiv mehr Joghurt verwenden.

Fazit:
Es klappt also auch ohne extrem leistungsstarke Maschinchen, aber dafür muss mehr Zeit und Aufwand eingeplant werden. Wer dazu bereit ist, oder einen Powermixer sein Eigen nennt, und ein gute Adresse für den Bezug von Superfoods kennt, der wird an diesem Buch seine helle Freude haben. Besonders die ausgiebige Verwendung von Wildkräutern und die überraschenden Kombinationen gefallen mir ausnehmend gut, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass alle Getränke ohne weissen Industriezucker auskommen. Wer den Vorgänger "Vegane Superfoods" mag, wird auch dieses Buch mögen.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den ZS Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Donnerstag, 3. März 2016

Süsskartoffelbrot aus dem Topf



Ihr fragt euch sicher, warum ich in den letzten Monaten nur im Topf gebackene Brote vorstelle. Ganz einfach: Weil ich zu faul bin, die Cocotte auszuwaschen und wieder zuhinterst im Schrank zu verstauen. So lange ich jede Woche darin Brote backe, habe ich eine gute Ausrede, um das ausgebürstete Tüpfi dauerhaft im Ofen zwischenzulagern. Ha.


Diese Woche war es ein Süsskartoffelbrot, das seine Existenz einer übrig gebliebenen, gebackenen Süsskartoffel vom Vortag verdankt. (Boah, echt jetzt? How orischinell...). Ergebnis: Ein wunderbar saftiges Allround-Brot, denn die Süsskartoffel ist ist zwar farblich präsent, aber geschmacklich kaum wahrnehmbar. Darum passt Bresaola genau so gut dazu wie Orangen-Whiskey-Marmelade oder Stilton.


Für ein Brot:

  • 370 gr Ruchmehl
  • 75 gr Weizenmehl Typ 550
  • 50 gr helles Roggenmehl
  • 5 gr frische Hefe
  • 150 gr gegarte Süsskartoffel, geschält gewogen*
  • 250 gr kaltes Wasser
  • 15 gr Honig
  • 10 gr Salz
  • 10 gr kühlschrankkalte Butter

Alle Zutaten bis und mit Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 8 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen, dann die Butterflöckchen zugeben und weitere 5-6 Minuten auf Stufe 2 kneten, bis sich der Teig gut von der Schüssel gelöst hat. Schüssel abdecken und den Teig über Nacht/12 Stunden bei kühler Zimmertemperatur (ca. 15 Grad) gehen lassen. Am nächsten Tag einen Gärkorb mit einem Tuch auskleiden und mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig auseinanderziehen, bis er etwa den Durchmesser einer Pizza hat. Zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und 40-60 Minuten aufgehen lassen, bis er sich um ca. 70% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte von Le Creuset) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 250 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel wegnehmen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell der Länge nach einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 15 Minuten bei 250 Grad, dann 30 Minuten bei 220 Grad backen. Den Deckel wegnehmen, Gitter auf die unterste Schiene versetzen (bräunt sonst zu schnell) und das Brot noch 5 Minuten nachbacken. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 

* Im Ofen bei 200 Grad etwa eine Stunde backen oder im Slow Cooker 4-5 Stunden auf HIGH garen, bis die Süsskartoffeln butterweich sind. Schneller geht's, wenn sie geschält, in Stücke geschnitten und gedämpft werden. Zimmerwarm weiterverarbeiten. Zermatschen ist übrigens nicht nötig, die Süsskartoffel wird durch das Kneten in der Maschine perfekt mit den anderen Zutaten vermischt.