Sonntag, 24. November 2013

Fang das Stöckchen....



Eigentlich, ganz im tiefsten Inneren, bin ich ein kleiner Stöckchen-Freak. Schon in der Primarschule fand ich die quitschebunten Erinnerungsbücher toll, in die man seine Vorlieben und Abneigungen hineinschrieb. Später, ungefähr im Teenageralter, verfasste ich in unregelmässigen Abständen Listen zu allen möglichen Favoriten (Beste Band / Hübschester Sänger / Lieblingsessen etc.), die mich immer wieder zum Lachen bringen, wenn sie beim Aufräumen irgendwo auftauchen. Schon lustig, wie sich der Geschmack mit den Jahren verändert. Auszüge gefällig? Irgendwann in den 90ern mochte ich Take That und frittierte Riesengarnelen, später Guns 'n' Roses und Entrecôte. Noch später favorisierte ich die Stone Temple Pilots und Selleriesalat...... Ähem.... Zurück zum Thema. Ich lese auch für mein Leben gerne die Stöckchen-Posts auf anderen Blogs, bin aber in der Regel zu faul, um selbst mitzumachen. Ausserdem muss mir das Thema liegen, was in diesem Fall genau zutrifft. Susanne von Magentratzerl hat offen gelassen, wer als nächstes die Fragen beantworten möchte. Da konnte ich einfach nicht widerstehen. 

Durch welches Kochbuch (welche Kochbücher) blätterst Du momentan am häufigsten?
Auf dem Nachttisch liegen, neben diversen anderen (Koch)Büchern, zuoberst Lucid Food - Cooking for an Eco-Conscious Life von Louisa Shafia. Darunter Die Marmeladenbibel von Christine Ferber, Kräuter & Gewürze von Jill Norman und Green Gourmet von der Migros.
In der Stube liegt noch Turkey - 100 Recipes and Tales from the Road von Leanne Kitchen, welches mittlerweile auch auf Deutsch erschienen ist. Die Fotos von Land und Leute lösen in mir schlimmstes Fernweh aus, die Rezepte akuten Hunger. Hmmm...vielleicht sollte ich es lieber wieder ins Regal räumen. 


Warum diese(s)? Was magst Du daran?

Lucid Food ist erst letzte Woche angekommen und muss noch ausgiebigst durchgelesen werden. Wie der Untertitel schon sagt, möchte die Autorin dem Leser einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln vermitteln. Diesen Ansatz verfolgt auch das Green Gourmet Buch, allerdings ist es halt ein wenig hausbackener. Dafür wird in beiden Büchern sehr viel Wert auf möglichst regionale und saisonale Zutaten gelegt. Sowas gefällt mir. Die Marmeladenbibel konsultiere ich seit Ende des Sommers regelmässig, um mir Grundrezepte und neue Inspirationen für raffinierte Konfitüren und Gelées zu holen. Christine Ferber ist ja nicht umsonst weltweit bekannt für ihr Eingemachtes. Jill Norman liefert mir noch die passenden Kräuter und Gewürze dazu und wichtige Hinweise zur richtigen Verarbeitung. Aus diesen Bücherstunden entstanden dann beispielsweise das geniale Holunder-Bittermandel-Gelée, die Quitten-Lorbeer-Konfitüre und die Zwetschgen-Schokolade-Konfitüre. Green Gourmet hat ausserdem noch viele Ideen für schnelle Alltagsküche ohne Schnickschnack zu bieten. Und das kann man ja immer gebrauchen, oder? 

Welches war Dein erstes Kochbuch? Kannst Du Dich erinnern, etwas daraus gekocht zu haben?
Mein allerallererstes Kochbuch, Walt Disneys Kochbuch für Kinder, war ein Geschenk meiner Eltern zum sechsten oder siebten Geburtstag. Ich kam nie über ein Rezept hinaus. Goofys Bananen-Milchshake. Reife Bananen zermanschen, mit Milch und Kakao verquirlen, fertig. Ich habe den Shake und dieses Buch geliebt.

Gibt es ein Rezept (ob aus einem Buch oder nicht), das Du so oft gekocht/gebacken hast, dass es zu so etwas wie Deinem Markenzeichen wurde?
Hhhhmmmm.... Ist schummeln hier erlaubt? Ich würde nämlich drei Gerichte als Evergreens aus meiner Küche bezeichnen. Osso Bucco, Rüeblitorte und Chocolate Chip Cookies. Osso Bucco, stundenlang mit Gemüse, Kus üzümü und extra Markknochen im Ofen geschmort, gibt es oft zu Weihnachten oder Familienfesten in der kalten Jahreszeit.  
Zitat Schwesterherz zu meiner Rüeblitorte: "Das ist die beste Rüeblitorte, die ich je gegessen habe. Die ist so gut, dass ich sogar den Zitronenzuckerguss darauf mag." Und wer bin ich, ihr zu widersprechen?
Und die Cookies sind seit fast zwanzig Jahren der süsse Dauerbrenner bei Familie und Freunden. Ich mag sie nicht mehr so gerne, seit mir eine entfernte Bekannte ein echt misslungenes Kompliment für die Kekse machte. Selbstgebackenes sollte nie mit Gebäck vom Discounter verglichen werden. Ürgggss....

Von welchem Kochbuchautor/welcher Kochbuchautorin würdest Du Dich gerne mal zu einem geselligen Abendessen einladen und bekochen lassen?
Uuuuh, eine schwere Frage. Meret Bissegger sorgt für die saisonale Küche, Lea Linster für den Wohlfühlfaktor und Anthony Bourdain für die schweinigelige Unterhaltung. Geht das?

Welche drei Kochbücher möchtest Du nie mehr hergeben?
Die klassische türkische Küche von Ghillie Basan. Ohne das Wissen aus diesem Buch hätten sich mir nie so viele Türen und Herzen bei meinen Besuchen in der Türkei und im Kosovo geöffnet. 
In Solothurner Liebesbriefe hat die Autorin viele Bräuche und die dazu gehörenden Backwaren zusammengetragen und ausführlich beschrieben. Gerichte und Geschichten, die nicht vergessen werden dürfen und mir immer wieder bewusst machen, wie schön Backen im Rhythmus des Jahresverlaufs ist. 
Ächti Schwizer Chuchi von Marianne Kaltenbach ist DAS Standartwerk über die Schweizer Küche und seit mehreren Jahren ständig präsent auf dem Nachttisch. Eine riesige Auswahl an bodenständigen Gerichte mit vielen regionalen Zutaten für jeden Anlass und jedes Budget. Nicht mehr und nicht weniger.

Wer soll diese Fragen als Nächstes beantworten?
Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Kommentare:

Susanne hat gesagt…

Danke für's Aufangen!
Mir geht's wie Dir...ich lese sowas auch gern :-)

kochpoetin hat gesagt…

Danke für's Outen. ;-)
Und jetzt habe ich wieder ein paar neue Kochbuchinspirationen!

Sabine hat gesagt…

Und noch eine Kochbuchstöckchenfängerin! Großartig - vielen Dank für die unterhaltsamen Antworten! Jetzt muss ich glatt mal nach den Büchern gucken gehen, die ich noch nicht kenne; die klingen nämlich alle sehr gut. Das Türkei-Buch von Leanne Kitchen liegt bei mir ja auch auf dem Lesestapel.
(Sorry übrigens, falls Du den Kommentar jetzt zweimal bekommst - er verschwand eben so sang- und klanglos vom Bildschirm, dass ich besorgt war ... In letzter Zeit sind meine Kommentare in mehreren Blogs einfach geschluckt worden.)