Donnerstag, 1. Januar 2026

Kulinarischer Jahresrückblick 2025


Erstes Mal
Eine türkische Frühstücksorgie in einem darauf spezialisierten Restaurant gegönnt. Wird wiederholt.
Apfelsaft zu Cidre vergoren, mit Whiskey vermischt und mit einer Essigmutter angesetzt. Ergebnis noch offen.
Neuansatz Kurkumabug ist gründlich schief gegangen. Roch wie Fussballersocken im Hochsommer. Uääääh.


Neu entdeckt
Julia Childs Butter braised carrots. So simpel, so gut. Funktioniert natürlich auch mit anderem Wurzelgemüse.
Fischfilets in Weißwein-Kräuter-Sud pochieren statt in der Pfanne braten. Fettfrei und keine Geruchsemission.
Pasta Grannies auf Youtube. Polpettone alla genovese mit Dörrbohnen nachgebastelt, war ein voller Erfolg.


Wiederentdeckt
Geräucherter Lachs. Jahrelang ein no-go, neuerdings nähern wir uns wieder behutsam an. 
Japanische Senbei Reiscräcker sind eine nette Abwechslung zu Chips, Salzbrezeln und Co.
Schwarztee mit Kardamomkapseln & Zimtstange zubereiten, mit Ingwersirup süssen. Laktosefreier Speed-Chai.


Festgestellt
Perverse Chipssorten, wie Pastis oder Kirsche-Minze, lässt man lieber im Regal stehen. Nicht hinterfragen, bitte.
Poppadums über offenem Feuer gegrillt. Knusprig, aber zu salzig. Keine Alternative zum Frittieren. Schade.
Gesunder Snack, der schmeckt: Jhalmuri aus gepufftem Reis, Gemüse, Gewürzen & Tamarindenchutney. 


Gelernt
Süßkartoffeln der Länge nach halbieren, im Ofen weich backen. Salzbutter reinmatschen, auslöffeln. Soulfood.
Kalt angesetzter Sirup aus Zierquitten fermentiert nicht. Unbedingt absieben und im Kühlschrank aufbewahren.
Insider kaufen Baklava nicht stückweise sondern nach Gewicht. Hätte mir auch jemand früher verraten dürfen.


Vernachlässigt
The usual suspects: Die Salzburger Getreidemühle, der Flocker und das belgische Waffeleisen. Shame on me.


Aus dem Speiseplan gestrichen
Unzählige vegane Fertigprodukte, die mir zu salzig, zu süss oder zu fettig sind. I look at you, Coop.
So ziemlich alles, was mit Pistaziencrème gefüllt ist: Croissants, Berliner, Macarons etc. Totaler Overload.
Raclette auf Knoblauchbrot. Das ist echt der Gipfel der abartigen Abartigkeiten. Fett auf Fett. *schüttel*


Highlights
Wie jedes Jahr auf dem Siegertreppchen ganz oben: Die Holzofenbäckerei Brotkorb in Waldstatt/AR.
Dicht gefolgt vom Indian Take-away Sitara in Bern - das Lachs-Thali ist ganz grosses Kino.
Junger Bio-Ingwer aus der Schweiz. 1,5 Kilo schlummern im TK. Dürfte knapp den Jahresbedarf decken.

Küchentechnisch Top
Auch 2025 waren der Braun Stabmixer und der Zerkleinerer quasi im Dauereinsatz: Suppen, Nüsse, Ingwer...
Der Börner Hobel schlummert auch nur noch selten in der Schublade. Ideal für Rohkost und Kartoffeln.
Der kleine Slow Cooker nimmt mir viel Arbeit ab, z.B. Bohnen über Nacht garen oder Rote Bete "backen".

Küchentechnische Flops
Batterienfresser: Die secondhand erworbene Zwilling Küchenwaage besitzt keine Ausschaltfunktion. 
Das Sparschälerdrama erstreckte sich auch über 2025: Nur die von Kisag und Victorinox überlebten. 
Unbeschichtetes Öko-Backpapier. Komplett fettdurchlässig. Wer hat bloss so einen unnützen Mist erfunden?


Angeschafft
Ein Texas-Muffinblech: Doppelt so gross und doppelt so kompliziert, Papierförmchen dafür aufzutreiben.
Zwei kleine Wokpfannen mit Deckel. Sind unterdessen fast täglich auf dem Herd. Praktisch, aber teuer.
Einen einfachen Sous Vide Garer. Just for fun und Experimente, wie Kleinstmengen fermentieren.


Neu im Bücherregal
Alle fünf Bände zusammengefasst, ergänzt & überarbeitet: Das Kulinarische Erbe der Schweiz von Paul Imhof.
Eine weitere Zusammenfassung: River Café. Alle Rezepte, ebenfalls aus dem Echtzeit Verlag.
Endlich aufgetrieben: So koche ich - Im Les Halles, New York von Anthony Bourdain.       

                                         
Geärgert
Die Handwerker, die den im April entstandenen Wasserschaden beheben sollten, haben in jeglicher Hinsicht gepfuscht: Badezimmer und Klo sind immer noch nicht fertig renoviert. Alle bis dato ausgeführten Arbeiten wurden katastrophal schlecht ausgeführt: Schiefe Wände, schiefe Platten, Abflüsse funktionieren nicht richtig, falsch angebrachtes Zubehör, ein durchgehendes Silikonmassaker usw. Und als wäre das noch nicht genug, haben sie auch noch während unserer Ferienabwesenheit die Tiefkühltruhe im Keller ausgesteckt, obwohl der Stromstecker gross mit NICHT AUSSTECKEN markiert war. Die Folgen: Eine riesige, stinkende Lache auf dem Kellerboden, ein völlig verdrecktes, teilweise angeschimmeltes Gerät und vier Müllsäcke voll mit vergammelten Lebensmitteln, u.a. die Gartenernte 2025, bestehend aus entsteinten Zwetschgen, einzeln von Hand gepflückten Beeren und zig Säckchen gezupften (Wild)Kräuterblättchen. Irische Ochsenbäckchen. Vier Sorten Schwarzwälder Miso. Wildfleisch aus der Region. Fischfilets. Holzofenbrote. Selbst gekochte Suppen, Kürbispüree, vorgegarte Hülsenfrüchte. demeter Tofu, Galgant, Curryblätter, Zitronengras, Kaffirlimettenblätter...
Mir ist immer noch zum Heulen zumute, wenn ich daran denke. 


Vorgenommen
Mehr Currywurst für alle. Oder zumindest für mich. Ich nominiere Currywurst als Grundnahrungsmittel. 😎