Sonntag, 23. März 2025

12 x GE - Meine Hirnwindungen unter der Lupe - 356 -


[GE]gessen: Mit Schwesterherz im Naan in Weil am Rhein.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: 
Mein Lieblingsinder ist und bleibt das Sitara in Bern.

[GE]trunken: Kokos-Reis-Drink von Provamel. Supernjammi. 
Letzte Woche beschwingt noch den Kokos-Reis-Drink der Rewe Eigenmarke verkostet. Ein Wort, das alles umfasst, was es über dessen Geschmack & Konsistenz zu sagen gibt: Bäh.

[GE]kocht: Tomaten Upma aus Griess, Ghee, Gewürzen und Tomaten. 

[GE]backen: Schinken-Käse-Toasts im Ofen
Statt Toast ein dunkles Sauerteigbrot aus einer TGTG Tüte verwendet.

[GE]wesen: Herrn C. zu einer Brockitour im Kanton Zürich überreden können.

[GE]kauftZwei Kochbücher, zwei Kinderbücher und ein Uten.Silo I aus den frühen 1970ern, designt von Dorothee Becker für Ingo Maurer.
Über 20 Jahre habe ich nach einem bezahlbaren Teil aus zweiter Hand gesucht und nur einmal eines live gesehen. Das war vor etwa zehn Jahren in einer Tessiner Brockenstube: Ein rosarot ausgeblichenes, teilweise gesplittertes Uten.Silo II (kleinere Version) für irrsinnige 200 Franken. 
Nach einer genaueren Musterung hielt sich mein Bedauern in Grenzen....
Am Wochenende stehen Grundreinigung und Wandmontage auf dem Programm. *froi*
P.S. Die beige Verfärbung ist nicht auf Nikotin zurückzuführen sondern auf die Einwirkung von UV-Strahlung. Die hellen Stellen - ursprünglich war das Utensilo schneeweiss - werden mit der Zeit nachdunkeln. Leider ein weit verbreitetes Problem bei diversen Kunststoffen aus dieser Zeit.

 [GE]sehen: Nosferatu, Heretic & Conclave

[GE]lesen: Easy Indisch Vegetarisch - Madhur Jaffrey

[GE]freut: Spontan für die Osterferien das selbe Ferienhaus wie letztes Jahr gebucht. Alle Teilnehmer, die 2024 dabei waren, sind wieder mit von der Partie. Coole Sache.

Unbändig über den zusätzlichen Bonus [GE]freut:
So einem nervenzermürbenden Zusammentreffen während der Ostertage mit meiner stetig mühsamer werdenden Schwiegermutter entronnen. 

[GE]hörtSome like it hot - The Power Station

[GE]ärgert"Mein" Türke musste die heissgeliebte Granatapfelmelasse von Chtoura zwangsweise aus dem Sortiment nehmen. Sein Grosshändler bietet nur noch türkische Granatapfelsaucen mit E-Nummern zum Bestellen an. Suche nun einen neuen Dealer. Zur Überbrückung je eine Flasche Sauerkirschen- und Pflaumenmelasse mitgenommen.

Sonntag, 16. März 2025

Sonntagssüss: Kumquats-Mandel-Kuchen, frei nach Ottolenghi


Der Zitrus-Mohn-Kuchen, frei nach Ottolenghi, gehört bei uns mittlerweile zum Standardrepertoire. Im Sommer wird er mit frischen Himbeeren aus dem Garten verfeinert und während der kalten Jahreszeit mit Kumquats, Mandeln und Rum. Uneingeschränkte Nachbackempfehlung!

Für eine ausziehbare Cakeform

  • 75 gr geschälte Mandeln (io: Mandelblättchen)
  • 125 gr grosse Kumquats, wenn möglich Bioware
  • 3 El brauner Rum, Orangensaft oder Wasser
  • 25 gr Zucker

Form auf 34 cm ausziehen (die Angabe "35" sollte knapp vom oberen Blech bedeckt sein), vollständig mit Backpapier auskleiden. Backblech auf der zweiten Schiene von unten einschieben, Ofen auf 210 Grad vorheizen. Mandeln im Zerkleinerer fein mahlen. In ein Schüsselchen umfüllen und zur Seite stellen. Kumquats gründlich heiss abspülen. Von den Stielansätzen befreien, halbieren und alle Kerne entfernen. Zitrusfrüchte mit der Flüssigkeit und dem Zucker im Zerkleinerer möglichst glatt pürieren. Messer entfernen, Deckel wieder auflegen und in Reichweite stellen.

  • 5 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 225 gr Zucker
  • 200 gr Crème fraîche (io: Brebis, bio, aus F)
  • Kumquatmus
  • fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • 125 gr Butter, geschmolzen und leicht abgekühlt
  • gemahlene Mandeln
  • 280 gr Weizenmehl Typ 405
  • 9 gr Weinsteinbackpulver

Eier mit dem Zucker drei Minuten auf höchster Stufe mit dem Handrührer aufschlagen. Crème fraîche, Kumquatmus, Zitronenschale und Salz zugeben, weitere zwei Minuten auf höchster Stufe untermischen. Butter und Mandeln gründlich einrühren. Mehl mit dem Backpulver sieben, in zwei Portionen zackig unterrühren. Teig in die vorbereitete Form umfüllen, die Oberfläche glatt streichen. Einen Teelöffelstiel kalt abspülen und mittig der Länge nach, etwa einen Zentimeter tief, durch den Teig ziehen. Dieser Vorgang sorgt für ein kontrollierteres Aufreissen der Oberfläche. Backen: 70 Minuten bei 180 Grad, bis die Stäbchenprobe positiv ausfällt. (Io: Nach 50 Minuten Backzeit den Kuchen locker mit Alufolie abgedeckt. Eine Viertelstunde mit der Aluhaube backen, dann noch 5 Minuten ohne). Noch 5 Minuten bei leicht geöffneter Ofentür stehen lassen.

Sobald der Kuchen aus dem Ofen genommen wurde, den Guss zubereiten. 

Dafür vier bombierte Esslöffel Puderzucker mit frisch gepresstem Zitronensaft zu einem mittelflüssigen Guss verrühren. Die Oberfläche des heissen Kuchens mehrmals grosszügig bepinseln. Überschüssiger Guss sollte an den Seiten runterlaufen können, evt. den Kuchen in der Form mehrmals vorsichtig hin und her kippen. Nach dem Glasieren die Form auf das Kuchengitter stellen. Dem Guss fünf Minuten zum Antrocknen gönnen. Die Form vorsichtig entfernen, das Backpapier rundherum herunterklappen. Eine Stunde abkühlen lassen. Dann den Kuchen vorsichtig zur Seite kippen und das Backpapier vom Boden abziehen. Auf dem Gitter vollständig auskühlen lassen. Vor dem Anschneiden, wenn möglich, abgedeckt in der Form einen Tag durchziehen lassen. Richtig verpackt, bleibt der Kuchen mehr als eine Woche lang schön feucht.

Sonntag, 9. März 2025

12 x GE - Meine Hirnwindungen unter der Lupe - 355 -

 

[GE]gessen: Auf dem Weg nach Zürich bei Kusangs Tibetan Kitchen in Schlieren einen Zwischenhalt eingelegt. Die Momos aus Yakfleisch und Käse & Spinat waren spitze, ebenso der Kohl mit Yakhack. Herr C. lobte die gebratenen Nudeln und gönnte sich einen Nachschlag Momos, während ich noch weitere Gerichte vom Buffet verkostete. Notiz an mich: Den Salat aus geriebenen Tomaten, Minze und Chili nachbasteln.

Dazu [GE]trunken: Hausgemachten Eistee. 
Schwach gesüsster Hibiskustee mit einem Schuss Essig. Speziell, aber gut.

[GE]kocht: Gemüsesuppe mit Marroni

[GE]backen: Broccoli mit Za'atar im Ofen
Zwei zerteilte Broccoliköpfe oder eine Tüte gefrorene Röschen in eine grosse Salatschüssel kippen. Olivenöl, Salz und zwei Esslöffel Za'atar einmassieren. Backblech mit Backpapier belegen, mariniertes Gemüse in einer Schicht darauf verteilen. Bei 210 Grad backen, bis die Strünke al dente sind. Blech aus dem Ofen holen, Gemüsestücke wenden/durchrühren. Nochmal mit einem Esslöffel Za'atar beglücken. Weiter backen, bis die Broccoliröschen gar und leicht gebräunt sind.


[GE]wesen: Am ersten Freiluftflohmarkt des Jahres 2025.
Hat sich gelohnt: 14 Figürchen von Jakob Gelzer wohnen seither bei uns. *froi*

 [GE]sehen: Die vierte Staffel Slow Horses. 
Secondhand [GE]kauft: Ein Sackmesser von Victorinox mit Holzschale und dem Logo der Vogelwarte Sempach. Absolut passend, denn Herr C. nennt unseren Schrebergarten, der unter Vögeln als Geheimtipp gehandelt wird, oft scherzhaft die "Basler Filiale der Vogelwarte". Was ich allerdings zukünftig tunlichst unterlassen sollte, ist die Schärfe einer nagelneuen Klinge mit meinem Daumen zu prüfen. Autsch.

[GE]hört: Vienna - Ultravox

[GE]lacht: Herr C. läuft mit Geschirr aus dem Wohnzimmer.
Ruf aus der Küche: Der Schüttstein ist besetzt.
Ich: Hä? Mit was?
Er: Mit einer Krötte.
Ich: Bitte?
Er: Die Korötte.
Ich, langsam besorgt: Hast du einen Schlaganfall?
Er: Nein. Herrgott. Wie heisst das Ding denn?
Ich: Was für ein Ding? Beschreib es.
Er: Die orange Kökrotte. Die aus Gusseisen.
Verwundert eile ich in die Küche und gucke ins Spülbecken.
Ich: Du meinst die Cocotte von Le Creuset?
Er: Sag ich doch schon die ganze Zeit. Hast du Tomaten in den Ohren?

[GE]lesen
Sisis Weg: Kaiserin Elisabeths erste Jahre am Wiener Hof - M. Winkelhofer
Wallis Simpson: Verhinderte Queen - Michaela Lindinger
Jagd auf den Falken: Anne Boleyn & Heinrich VIII. - J. Guy & J. Fox

[GE]freut
Mehrere empfindliche Kräuter sind letztes Jahr bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eingegangen. Ende Januar standen noch ein paar der mit Erde gefüllten Töpfe auf der Terrasse. An einem sonnigen Nachmittag die getrockneten Überbleibsel entfernt, spontan trockene Samenstände aus Balkonkisten reingekrümelt, leicht mit Erde bedeckt und zwischendurch gegossen. Ergebnis: Reichlich bienenfreundliche Hadriansminze und Steinklee für die kommenden Setzlingstauschbörsen. 


[GE]ärgert
Letzten Sommer hatte ich das Vergnügen, mich von einem "Besucher" meiner Lieblingsnachbarn anpöbeln lassen zu dürfen. Seit seinem klammheimlichen Einzug im Herbst 2023 war er der festen Überzeugung, an Sonntagen stets ein exklusives Waschküchennutzungsrecht zu haben - trotz Waschverbot an Sonn- und Feiertagen. Freundliche Hinweise und schriftliche Ermahnungen vom Vermieter nutzten nix. 
Ungeplant stand ich im Juni 2024 an einem Sonntagnachmittag in der Waschküche, um Herrn C.s Arbeitskleider zu reinigen. Der Dauergast hatte das mitbekommen, mich im Keller abgepasst und angeschnauzt. Er müsse JETZT SOFORT den Inhalt seiner vier (!) IKEA Taschen waschen. Ich blieb standhaft, because Notfall. Zwei Stunden später hätte er die Maschine nutzen können, stattdessen hing ein Pamphlet an der Kellertür, verfasst von meinen Lieblingsnachbarn. Darin stand, ich würde keinerlei Rücksicht nehmen und hätte null Anstand. WTF???
Umgehend den Hausbesitzer informiert. Seine Reaktion: Schweigen. 
Kein Wunder, er hat das Rückgrat einer verwesenden Qualle. 
Die Konsequenzen daraus gezogen und die Abmachung, die Waschküche in Schuss zu halten, ihm gegenüber schriftlich aufgekündigt. Nun kümmert sich seit zehn Monaten niemand mehr um irgendetwas dort unten. Dreckiger Boden, verschmutzter Waschtrog, stinkender Abfluss, überall ballen sich Tierhaare zusammen, die Maschinen sind versifft, die Wäscheleine ist dauerbesetzt und statt den Müll zu entsorgen, stellt man einfach eine weitere Tasche daneben und stopft die voll. 
Die Mitbewohner und der Hausbesitzer sind offensichtlich allesamt Sprösslinge von Donald Trump: Wir schiessen uns alle ins Knie und halten uns dann für Helden. Yeah.

Sonntag, 2. März 2025

Glutenfreie vegane Çiğ Köfte & Çiğ Köfte Aufstrich


Eine kleine Auszeit nach Neujahr wollte ich mir gönnen, so zwei bis drei Wochen waren angedacht. Zwei Monate später kann ich auf über zwanzig Posts zurückblicken, die verfasst, teilweise sogar mit Fotos dekoriert und trotzdem nicht vollendet wurden. Meine Motivation, irgendetwas ausser dem Allernötigsten zu erledigen, ist gleich null. Neben diversen Wehwehchen macht mir der baldige Firmenumzug schwer zu schaffen. Die Auswirkungen sind unter anderem ein verdreifachter Arbeitsweg und ein ungeschützter Arbeitsplatz in einer lärmigen Lagerhalle. Nicht einmal ein abschliessbares Schrankabteil für Jacke, Tasche und Snacks ist vorhanden. Angekündigt als "Schulterschluss" zwischen zwei Firmen, die s-e-l-b-s-t-v-e-r-s-t-ä-n-d-l-i-c-h ihre Eigenständigkeit behalten, entwickelte sich das Ganze unterdessen zur absurde Farce. Wir wurden schwupsdiwups einverleibt und innerhalb weniger Wochen von geschätzten Mitarbeitern zu blossen Nummern degradiert. Le Big Boss, der unsere Interessen vertreten sollte, entpuppte sich als dauergrinsende Karikatur eines Managers, der sämtliche negativen Auswirkungen der Zusammenlegung herunterspielt/ignoriert und natürlich weiterhin alle seine Privilegien behält - inkl. eigenes Büro an einem anderen Standort. Fluchtartig den Job wechseln, war der erste Gedanke. Andererseits will ich mir aber auch nicht irgendwann vorwerfen müssen, ich sei zu früh "geflüchtet". Also gilt: Durchhalten bis Mai und dann die (hoffentlich) richtige Entscheidung treffen. 

P.S. Abgesehen von einem mittelmässigen Restaurant mit teuren Mittagsmenüs sind Verpflegungsmöglichkeiten am neue Standort - mitten im Industriegebiet, eingezwängt zwischen Autobahn und zwei Schnellstrassen -  quasi inexistent. Die grossartig beworbene Kantine mit Kochmöglichkeit ist in Wahrheit eine kleine IKEA Küchenzeile, gelegen in einem Raum mit dem Charme einer Pathologie, genutzt von insgesamt drei Firmen. Ja, Chef, das ist eine echte Verbesserung gegenüber drei richtigen Kantinen, täglich wechselnden Foodtrucks, einer Pizzeria, einem Dönerladen, einer Imbissbude und einem Supermarkt im Umkreis von fünf Gehminuten.....

Und schon sind wir bei der Überleitung zum heutigen Rezept gelandet. Zukünftig rangieren wieder Sandwiches ganz oben in meiner Hitliste. Möglichst mit wärmeresistenter Füllung, denn die Kantinenkühlschrankkapazität scheint eher für neun als für neunzig Lunchboxen konzipiert worden zu sein. 

Für 8-10 Köfte oder ein randvolles Glas mit 250 ml Fassungsvermögen:

  • 60 gr gesalzene Reiswaffeln, etwa 7-8 Scheiben
  • 1 reife, möglichst aromatische Tomate, ca. 100 gr (io: Cherrytomaten, bio)
  • 1 El Olivenöl
  • 1 El Tomatenmark (io: Tube, bio)
  • 1/2 El mildes Paprikamark (io: Tube, aus Ungarn)
  • 1/2 El Granatapfelmelasse (io: Grenadine Molasses von Chtoura)
  • 1 Tl Palmsirup, optional
  • ein gehäufter 1/4 Tl Pul Biber Tatlı / milde Paprikaflocken 
  • ein gehäufter 1/4 Tl Paprikapulver, mild (io: geräuchert)
  • ein gehäufter 1/4 Tl Koriander, gemahlen
  • 1/4 Tl Sumach
  • 1/8 Tl fein gemahlener gerösteter Kreuzkümmel 
  • 1/8 Tl Pimentpulver
  • 1/8 Tl Zimtpulver
  • eine Prise Isot Biber (io: Smoky Chipotle)
  • eine Prise gemahlener Ingwer
  • eine Prise getrocknete Naneminze 
  • eine Prise gerösteter, gemahlener Bockshornklee (Ersatz: 1/8 Tl bockshornkleelastiges Currypulver)
  • eine paar wenige Bohnenkraut- und Thymianblättchen, fein zerrieben
  • zwei Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle 
  • Salz (io: Bio Oriental Salz)
  • 200 ml kochendes Wasser
  • 1 Zwiebel, ca. 75 gr

Reiswaffeln im Zerkleinerer oder Mixer zerhacken. Für den Aufstrich dürfen noch ein paar gröbere Stückchen übrig bleiben, für Köfte sollten die Waffeln möglichst fein zerkleinert werden. In eine Salatschüssel umfüllen. Tomate(n) abbrausen und im Zerkleinerer glatt pürieren. Messereinsatz entfernen. Alle Zutaten bis und mit Pfeffer mit dem Tomatenbrei verrühren. Zu den Reiswaffelbröseln in die Rührschüssel schütten. Sparsam salzen. Mit einem Löffel gründlich verrühren, bis alle Brösel mit der Sauce überzogen sind. Nun etwas weniger als die Hälfte des kochenden Wassers zugiessen. Rühren, rühren, rühren. Kurz quellen lassen. Kosten und, falls nötig, (kräftig) nachwürzen. Wenn man mit den Händen problemlos Röllchen formen kann, ist die richtige Konsistenz erreicht. Falls die Masse zu feucht scheint, mehr fein zerbröselte Waffeln untermischen. Wenn Geschmack und Konsistenz passen, die Zwiebel schälen und auf der Röstiraffel in kleine Stückchen reiben (runde Bewegungen, nicht hoch und runter). Zwei Esslöffel der geraffelten Zwiebel in ein stabiles Teesieb befördern und mit dem Löffelrücken soviel Saft wie möglich rauspressen. Die ausgedrückten Zwiebelstückchen unter die Reiswaffelmasse rühren. In eine Tupperbox umfüllen. Mindestens drei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und erst vor dem Servieren zu Röllchen formen.* Für den Aufstrich mehr Wasser zugiessen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (io: etwa 170 ml insgesamt - natürlich auch abhängig von der verwendeten Reiswaffelsorte). Kurz quellen lassen, kosten, ggf. nachwürzen. In das blitzsaubere Einmachglas umfüllen, Deckel zudrehen, im Kühlschrank lagern und innerhalb einer Woche aufbrauchen.

* Man kann die Köfte natürlich auch direkt formen und auf knackigen Salatblättern arrangieren, aber durch ein paar Stunden Kühlung & Ruhezeit verbessern sich Geschmack und Konsistenz merklich. Die kalte Masse lässt sich dann sehr gut ohne Gummihandschuhe formen: Unmittelbar vor dem Servieren einen Esslöffel voll zwischen den Händen zu einem daumendicken Würstchen rollen. Die Hand danach zusammenpressen, um die traditionelle Köfteform mit den Fingerabdrücken zu erhalten. Vier Röllchen pro Person sind ein guter Mittelwert. 

Anmerkungen: Im Winter würde ich die Tomate durch 4-5 Esslöffel Passata aus dem Glas ersetzen. Das Ausdrücken der Zwiebelstücke sorgt dafür, dass die Schärfe abgemildert wird und der Zwiebelgeschmack die Köfte nicht dominiert. Gewürzt wird nach Lust und Laune. Je mehr Gewürze, desto besser. Zimt, Koriander, Bockshornklee und Naneminze können im Notfall ersatzlos gestrichen werden. Paprikaflocken 1:1 durch Paprikapulver ersetzen, Isot Biber durch Cayennepfeffer oder Chilipulver. Sumach, Piment und Kreuzkümmel gehören aber unbedingt rein. Ich verwende libanesische Granatapfelmelasse statt türkischer Granatapfelsauce (Nar ekşisi sosu), die leider oft unerwünschte Zusätze enthält. Mit einem Teelöffel voll starten und nach Geschmack mehr zugeben. Kithul, ein dunkler Palmsirup, ist ein fester Bestandteil meiner Çiğ Köfte aus Bulgur und durfte deshalb auch in diesem Rezept nicht fehlen. Ahornsirup wäre ein guter Ersatz, sonst einfach weglassen. Frische, gehackte Petersilie ist nur bei Knoblauchzugabe ein Muss, ohne hält die Masse länger im Kühlschrank. Alle Zutaten, bis auf Reiswaffeln und Kithul, sind in türkischen Geschäften erhältlich.