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Dienstag, 17. November 2015

Buchvorstellung: Winterzauber - Weihnachtliche Geschenke aus Garten und Natur


Während der Adventszeit beschäftigt sich etwa die Hälfte meiner Familie jedes Jahr mit der gleichen Frage: Ach herrje, was schenke ich bloss XY zu Weihnachten? Völlig genervt von dieser Litanei beschloss Schwesterherz irgendwann, den Geschenkewahnsinn per sofort zu streichen. Eine tolle Aktion, nur leider hielt sich keiner so wirklich daran. Im Gegenteil, alles wurde noch komplizierter, denn nun mussten die Gaben so unauffällig übergeben werden, dass Schwesterherz nichts davon mitbekam. Und so entwickelte sich am Weihnachtstag ein regelrechter Geschenkeschwarzmarkt im Hausflur. Auch dies begann Schwesterherz irgendwann zu nerven, und wir kehrten wieder zur gewohnten, öffentlichen Beschenkerei zurück. Um der Geschenketreibjagd zu entgehen, gibt es von mir seit längerem nur noch hausgemachtes, wie beispielsweise Wildfrucht-Konfitüre oder Teemischungen aus Garten- und Wildkräutern. Nun bin ich nie um ein Geschenk verlegen, aber immer auf der Suche nach neuen Inspirationen. Und da das Buch Winterzauber von Anne Rogge aus dem Kosmos Verlag über 45 originelle Ideen für Geschenke aus Garten und Natur enthält, möchte ich es euch heute gerne vorstellen.

Erster Eindruck:
Beim Durchblättern fallen sofort die vielen ganzseitigen Fotos auf, und auch die Anleitungsbilder hinterlassen gleich einen guten Eindruck. Das Layout ist angenehm übersichtlich gehalten, alles in allem wirkt das Softcoverbuch schon auf den ersten Blick sehr stimmig.

Inhalt:
Die Kapitel sind betitelt mit Leckeres aus Garten und Natur, Dekoration für drinnen, Kosmetik und Wellness, Dekorationen für draussen und Geschenke für Tiere in der Natur. Ein paar Beispiele aus dem ersten Kapitel:

Fruchtiges (Zier)Quittenöl
Wildschweinbrötchen mit Bockshornklee
Marzipankartoffeln aus Walnüssen
Schlehensirup mit Glühweingewürzen
Maronenkuchen im Glas
Honigbrot mit Dinkelmehl und Waldhonig
Ebereschenbrot (Konfekt)

Geschenkideen aus den anderen Kapiteln:
Minikränze aus Efeuranken
Barbarazweige aus Zierquitte, Schlehe oder Kornelkirsche
Stoff bedrucken mit Efeublättern
Douglasienbadesalz für die Füsse
Körperöl mit Sanddorn
Wohlfühlkissen mit Zirbenspänen
Heisse Flusskiesel samt Anleitung für eine wohltuende Massage
Waldweihrauch aus Fichten- oder Kiefernharz
Eislicht für frostige Abende
Ein Winterdomizil für den Igel
Insektendorf aus Treibholz

Vieles lässt sich sehr einfach umsetzen, nur für wenige Ausnahmen wird spezielles Equipment benötigt (z.B. Säge und Bohrer für das Vogelhäuschen). Deshalb sind die meisten Basteleien auch für Kinder geeignet. Schön, denn so können die Kleinen spielerisch die Natur kennenlernen und nebenbei gleich noch den Konsumwahn umgehen. Einziges Manko ist aus meiner Sicht die Quellerseife, die mit NaOH (Natriumhydroxid) hergestellt wird. Unter der Anleitung steht zwar, man solle sich vorher über das Seifesieden informieren, ich würde die Seife trotzdem bei einer weiteren Auflage aus dem Buch streichen. Als erfahrene Seifensiederin kann ich vor solchen Schnellanleitungen nur warnen. Die Gefahr, dass Anfängern ein Berechnungs- oder Ausführungsfehler unterläuft, ist sehr hoch. NaOH ist stark ätzend und beim Umgang müssen einige Sicherheitsregeln strikt eingehalten werden. Darum bitte nicht nachmachen, bevor man sich ausführlichst mit der Materie auseinandergesetzt hat.


Was meint der Magen bzw. das Bastlerherz:
Als erstes habe ich das Zierquittenöl angesetzt und war überrascht, wie gut es zu gedünstetem Fisch und perfekt zu Randensalat passt. Als nächstes habe ich auf diversen Spaziergängen Fichtenharz für Waldweihrauch gesammeltem. Leute, lasst euch sagen, das Zeug macht süchtig! Herr C. findet zwar, es rieche wie Tannenbad, aber er kann Räucherungen prinzipiell nichts abgewinnen. Iranische Berberitzen verwende ich schon lange für Reisgerichte und Backwaren. Aber ich muss gestehen, dass ich nie ernsthaft nachgeforscht habe, von welchem Strauch oder Baum die Früchte stammen. Nun bin ich schlauer, denn es handelt sich um Sauerdorn (Berberis vulgaris), der auch in unseren Breitengraden wächst. Bei einem Spaziergang entdeckte ich mehrere Sträucher und musste natürlich gleich eine kleine Tüte voll pflücken. Die Beute landete auf Backpapier im Dörrer und benötigte bei 40 Grad etwa 20 Stunden, bis die Früchte durchgetrocknet waren. Meine sind nicht so leuchtend rot wie auf dem Foto und auch einiges schrumpliger, aber der Geschmack ist wie gewohnt. Coole Sache. Der Schlehensirup mit Glühweingewürzen ist in den nächsten Tagen dran, die Schlehen dafür wurden am Sonntag gesammelt. Und am 4. Dezember werde ich natürlich Barbarazweige schneiden gehen, mit Kirschen- oder Aprikosenzweigen hatte ich bisher noch nie Erfolg. Rote Zierquittenblüten an Weihnachten wären eine wunderschöne Ergänzung für den festlich gedeckten Tisch.

Fazit:
Obwohl ich keine Bastelqueen bin, werde ich noch einiges aus dem Buch ausprobieren/nachbasteln, denn mir gefallen viele der vorgestellten Ideen ausnehmend gut. Für meinen Geschmack hätte der Rezeptteil noch ein bisschen umfangreicher ausfallen dürfen, aber schliesslich zählt Qualität mehr als Quantität. Egal, ob man sich selbst oder liebe Menschen beschenken möchte, ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen, denn es ist einfach rundum toll.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Kosmos Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


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