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Mittwoch, 19. August 2015

აზელილა/ Azelila



Georgische Küche? Spontan fallen mir nur zwei Gerichte ein: Khachapuri, eine Art Fladenbrot mit Käsefüllung, und Katmis Satsivi, Hühnchen mit Walnuss- und Knoblauchsauce. Danach wird es verdammt düster. Vorspeisen? Suppen? Desserts? Gebäck? Fehlanzeige. Kein Problem, denke ich noch, im Regal steht ja ein georgisches Kochbuch. Oder doch nicht, denn es entpuppt sich als Werk über die armenische Küche. Knapp daneben. Aber irgendwo hatte ich doch kürzlich ein georgisches Rezept gelesen...*grübel*... Aus Verzweiflung über mein unzuverlässiges Gedächtnis, wurde Pinterest nach einer Lösung befragt. Und siehe da, ich hatte sogar zwei georgische Gerichte gespeichert. Das eine ist ein Randensalat mit Sauerkirschensauce, das andere ein Eiersalat mit Kräutern und Walnüssen. Die Randen im Garten müssen noch ein bisschen wachsen, aber die Zutaten für den zweiten Salat hatte ich alle da. Reichlich skeptisch machte ich mich an die Zubereitung, denn Eiersalat konnte ich noch nie besonders gut leiden. So ein, zwei Mal pro Jahr habe ich richtigen Heisshunger darauf, aber sonst pflege ich einen grossen Bogen um Schüsseln mit gekochten und zermanschten Eiern zu machen. Darum heckte ich auch Plan B aus: Wenn er mir nicht schmeckt, bekommt Herr C. ihn zum Abendessen. Daraus wurde dann aber nichts. Der georgische Eiersalat war so unglaublich gut, dass ich beide Portionen mit höchstem Genuss verdrückt habe. Ich! Die Frau, die keinen Eiersalat mag! Was schliessen wir daraus? Unbedingt nachkochen!


Für 2 Personen:

  • 2 Eier Grösse L
  • 20 gr Butter, sehr weich
  • 1 El gehackter Koriander 
  • 1 El gehackter Dill 
  • 1/2 El fein gehackte Lauchzwiebel
  • 2 El mittelfein gehackte Walnüsse
  • 1/2 Tl Granatapfelmelasse (z.B. von Chtoura)
  • Salz, Pfeffer

Eier hart kochen, abschrecken und abkühlen lassen. Danach schälen, achteln, in eine kleine Schüssel geben und mit einer Gabel nicht zu fein zerdrücken. Zuerst Butter, Kräuter und Zwiebelstücke untermischen, dann Walnüsse und Granatapfelsirup. Mit Salz und Pfeffer würzen. Eine Viertelstunde durchziehen lassen und mit reichlich Brot servieren. 

კარგი მადა!
kargi mada!
en guete!

Anmerkungen: Korianderkraut kommt mir unter keinen Umständen ins selbstgekochte Essen, darum musste ich ein wenig improvisieren. Petersilie, sonst mein Ersatzfavorit, war aus, aber ich hatte noch arabischen Majoran (3/4) und syrischen Oregano (1/4). Für mich die perfekte Mischung! Wer keinen frischen Dill hat, kann ihn durch 1/2 Tl getrocknete Dillspitzen ersetzen. Keine Lauchzwiebel im Haus? Einfach die gleiche Menge sehr fein gehackte Schalotte oder gelbe Zwiebel verwenden. Granatapfelmelasse ist zwar nicht ganz authentisch, aber ohne ein bisschen fruchtige Säure wäre der Salat arg dröge. In Georgien wird häufig Granatapfelsaft statt Essig/Zitronensaft verwendet, hatte ich aber leider nicht vorrätig. Quelle: Trapeza

Und ab damit zur Tomateninsel, wo im August vegetarische Rezepte aus Georgien gesammelt werden.

Vegetarische Weltreise - Georgien


6 Kommentare:

  1. Allein der Name klingt großartig! Ich liebe Eier ja tatsächlich in allen Varianten (und wir haben gerade Überfluss), sodass das ein GANZ heißer Kandidat fürs morgige Abendessen ist... merci schon jetzt!

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  2. Also ich bin ja tief beeindruckt, wie weltläufig deine Sammlung von Kochbüchern zu sein scheint - aber was mich bei dem Post am meisten beschäftigt hat: Was in aller Welt sind "Randen"???

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  3. @ milchmädchen
    Lass mich wissen, wie es euch geschmeckt hat. Brauche ja Vergleichskommentare. :-)

    @ Frau Weck
    Och, bei mehreren hundert Kochbüchern ist so ziemlich jedes Land und jedes Thema abgedeckt.
    (Ausnahmen: Grönland, Island, Papua-Neuguinea und Wurst selber machen ;-)
    Randen = rote Bete

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  4. Hi Cooketteria,
    das freut mich, dass du deine Abneigung gegen Eiersalat abschwächen oder ganz beseitigen konntest ;-)
    Randen kannte ich übrigens auch nicht... ;-)
    LG Melli

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  5. Lecker! Mangels Granatapfelsirup (habe einen Klecks Johannisbeer-Aprikosen-Marmelade genommen) vielleicht ein My weniger kracherig, aber immer noch: lecker!

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  6. @ Melli
    Darum blogge ich so gerne. Man lernt halt nie aus. :-)

    @ milchmädchen
    Marmelade? Interessant.... Vielleicht Zierquitte? Sauer und fruchtig...*grübel*...Du bringst mich wieder auf Ideen.*lach*


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