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Donnerstag, 24. Juli 2014

Saturnwähe



Herr C. hat sich in den letzten Wochen öfters beschwert, weil er seiner Meinung nach nicht genug Wähen vorgesetzt bekommt. Als ich dagegen hielt, dass ich seit Ostern mindestens 12 Stück gebacken habe, entgegnete er: "Und die musste ich alle mit anderen Menschen teilen! Ich will eine ganze Wähe für mich. Nur für mich! Ganz, ganz alleine für mich! Vielleicht gebe ich dir ein winziges Brösmeli ab, aber an deiner Stelle würde ich nicht damit rechnen. Ich schliess' mich damit ein und mampf sie ganz allein'." An dieser Stelle folgte ein Lachen, ähnlich dem von Vincent Price in Michael Jacksons "Thriller" und ein Abgang, der Bela Lugosi nicht besser hätte hinkriegen können. Unheimlich, was Essensgelüste so alles auslösen können.... Köchinnen, die etwas auf sich halten, stellen den Teig natürlich selber her und verwenden statt Puddingpulver mehr Eier. Ich bin da pragmatischer und greife gerne zum fixfertigen Teig. Schnell, einfach, gut. Punkt.


Für eine runde Form mit 28 cm Durchmesser oder einen rechteckigen Partybutler (25 x 35 cm):

  • 1 runder oder rechteckig ausgerollter Butterblätterteig
  • 500 gr Saturnpfirsiche 
  • 2 Eier Grösse L
  • 2-3 Schaufeln Zucker, je nach Reifegrad der Pfirsiche (2 für süsse Früchte, 3 für saure Sachen)
  • knapper 1/4 Tl Vanillepulver
  • 1/8 Tl Zimt(blüten)pulver
  • 35 gr Speisestärke, 1 Prise Salz und 2 Prisen Kurkuma oder 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 250 ml Sahne
  • etwa 150 ml Milch

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Pfirsiche waschen, halbieren, entsteinen und die Hälften je nach Grösse dritteln oder vierteln. Eier in einen grossen Messbecher geben und mit dem Zucker und den Gewürzen gründlich verquirlen. Puddingpulver zugeben und alles klümpchenfrei verrühren. Sahne untermischen. Mit Milch bis zur 500 Millilitermarke auffüllen, nochmals gut verrühren. Form mit dem Blätterteig samt anhaftendem Backpapier auslegen, Pfirsichstücke dicht an dicht drauf verteilen und mit dem Guss übergiessen. In den Ofen stellen und 60 Minuten backen. Vorsichtig aus der Form heben und noch 12 Minuten auf dem Gitter nachbacken. So bleibt der Boden länger knusprig. Servieren kann man die Wähe als süsses Z'mittag oder Z'nacht, als Verpflegung zwischendurch, als Pausenbrotersatz und natürlich als Dessert, zum Beispiel bei einem Grillabend. Reste sind im Kühlschrank gut eingepackt locker 3-4 Tage haltbar. Für eine Apfelwähe die Pfirsiche durch 5 grosse, säuerliche Äpfel ersetzen und den Teig vor dem Belegen mit gemahlenen Mandeln bestreuen. Auch genial mit Aprikosen, Heidelbeeren, Zwetschgen, Birnen, Kirschen, Rhabarber oder Johannisbeeren. Zuckermenge anpassen nicht vergessen!

5 Kommentare:

  1. Bei so einer Wäühe hätte ich auch nichts abgeben wollen.

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  2. Ich liebe Waien. Bei uns nennt man sie übrigens wie Du sehen kannst eher Waie. ;-)

    So lange ich mich erinnern kann, gab es bei meinen Großeltern jeden Samstag eine Waie, zum Mittagessen und die ist danach auch immer komplett weg! =D

    Lecker, lecker, lecker!

    Liebe Grüße,
    Sarah

    PS: Ich würd ich jetzt auch grad ein Stückchen nehmen ;-)

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  3. @ Toettchen
    Immer diese gefrässigen Männer... :D

    @ SarahMorena
    Phonetisch klingt es bei uns auch eher nach Waije oder Waie, aber Wähe ist halt so ein Oberbegriff, der gesamtschweizerisch in Zeitschriften und Backbüchern gebraucht wird und deshalb geläufiger ist. In anderen Landesteilen hat das Gebäck noch ganz andere Namen wie zum Beispiel Tünne oder Flaade, da schien mir Wähe ein guter Kompromiss. ;-)

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  4. Da hast Du natürlich recht. Hätte mich gewundert wenn ihr es nicht auch eher Waie-ähnlich nennen würdet. =)

    Wähe als Oberbegriff passt schon. Ist für mich irgendwie auch das hochdeutsche Wort dafür. ;-)

    Grüßle =)

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  5. Und ich dachte immer, der hochdeutsche Begriff dafür wäre Blechkuchen mit Obst... :D

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