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Dienstag, 4. September 2012

Roggenbrot mit Zwetschgen - Fast wie aus dem Wallis



Beim Thema Roggen-Sauerteigbrot sind Herr C. und ich uns einig. Wir mögen es beide nicht besonders. Oder präziser ausgedrückt: Er hasst es. Seine Mutter brachte früher oft Roggenbrote mit nach Hause, die die Bezeichnung Folterinstrumente verdient hätten. Ich zitiere: Klitschig-schmierige Klumpen, die eklig sauer schmeckten und lang andauerndes Bauchweh verursachten. Seither hegt er eine verständliche Aversion gegen Brote mit einem hohen Roggenanteil. Mich hat es glücklicherweise nicht so schlimm getroffen. Meine Mutter hatte bei der Auswahl unseres Bäckers anscheinend ein besseres Händchen.

Aber ab und zu gelüstet es mich doch nach einem Roggenbrot. Dann backe ich dieses mild-säuerliche Mischbrot, welches gut verpackt drei Tage frisch bleibt. Dazu Butter, Trockenfleisch, Käse, ein Glas Rotwein und das Ferienfeeling stellt sich ganz von alleine ein. Genau so, wie sich Sandra (From-Snuggs-Kitchen) das für ihren Blogevent "Urlaubsgerichte" wünscht. Mitmachen lohnt sich, es winken drei tolle Preise (u.a. eine Krups Eismaschine)! Jetzt aber hurtig, denn Abgabeschluss ist am 7. September 2012.


Für ein Brot:

  • 50 gr selbst getrocknete Zwetschgenhälften ohne Stein

Zwetschgen mit lauwarmem Wasser bedecken und 3-4 Stunden einweichen. Wasser abgiessen und die Früchte in einem Sieb gut abtropfen lassen. Danach mit Küchenpapier trockentupfen und in kleine Stücke schneiden. Abgedeckt zur Seite stellen.

  • 350 gr Roggenvollkornmehl (plus 3 El für die Arbeitsfläche & zum Bestreuen)
  • 200 gr Ruchmehl oder Mehl Typ 812
  • 3 gr Trockenhefe
  • 15 gr getrockneter Natursauerteig
  • 1 El Zucker
  • 11 gr Salz
  • 350-400 ml Wasser, lauwarm

Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Schüssel mischen. In der Mitte eine Mulde formen und 350 ml Wasser reingiessen. Mit den Händen oder der Küchenmaschine rasch zu einem glatten Teig kneten. Falls er zu trocken ist, restliches Wasser esslöffelweise zugeben. Der Teig darf nicht mehr an den Händen kleben, sollte aber auch nicht bröckelig sein. Abgedeckt an einem nicht zu warmen Plätzchen 2-3 Stunden aufgehen lassen, bis sich sein Volumen fast verdoppelt hat.

Die Zwetschgenstücke unterkneten, bis sie sich gleichmässig im Teig verteilt haben. Auf wenig Roggenmehl zu einer Kugel formen und mit den Händen leicht flach drücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit etwas Wasser einstreichen. Ein bis zwei Esslöffel Roggenmehl auf die Oberfläche streuen. Eine ausreichend grosse Schüssel über den Teig stülpen und so lange aufgehen lassen, bis sich an der Oberfläche gleichmässige Risse zeigen. Im Sommer dauert das etwa eine Stunde, im Winter auch schon mal 2-3 Stunden. Zwischendurch einfach mal unter die Schüssel linsen.

Ofen auf 230 Grad vorheizen. Schüssel entfernen und das Brot auf der mittleren Schiene 10 Minuten backen. Dann die Hitze auf 180 Grad senken und weitere 40 Minuten backen. Klopftest machen und vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.


Anmerkungen:
Getrockneten Sauerteig gibt es beispielsweise bei Alnatura (Arche Natursauerteig) oder Coop (Naturaplan Sauerteigpulver). Die getrockneten Zwetschgen können durch 100 gr Dörrpflaumen (ohne Einweichen) oder 100 gr Walnüsse ersetzt werden. Quelle: Knuspriges Brot von Betty Bossi



4 Kommentare:

  1. Wow...das schaut ja wirklich ganz großartig aus. Mit einem tollen Brot kannst du mich immer verführen.
    :)

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  2. Schön sieht Dein Brot aus. Ich backe - seit ich mir im März einen Sauerteig angesetzt habe - nur noch selber Brot. Und zwar ausschliesslich Roggenbrot. Meine Sippe will kein anderes Brot mehr. Letztens habe ich ein normales Hefe-Weizenbrot gekauft, darauf hin habe ich dermassen Bauchschmerzen gekriegt, dass ich subito wieder auf Sauerteig umgestiegen bin.
    Ich mache manchmal gedörrte Aprikosen mit rein, das schmeckt auch sehr gut - vor allem zu Ziegenkäse. Aber das mit den Zwetschgen probier ich demnächst mal.

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  3. Das sieht ja sooo lecker aus. Da Roger (mein Roggensauerteig) den Urlaub gut überlebt hat, werde ich Dein Brot die Tage mal nachbacken! Und vielen Dank auch für Deinen Beitrag zum Event :-)

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  4. @ Sybille
    Ich bringe das Brot, du die Beilagen und Robert den Wein. Das gäbe eine Party. :D

    @ Wilde Henne
    Schon lustig, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Ich hätte gerne wieder mal einen Weizen- oder Dinkelsauerteig, nur so zum Experimentieren. Mal schauen, ob ich nicht doch ein verborgenes Plätzchen im Kühlschrank freischaufeln kann. Brot mit Aprikosen gab's im August, das Rezept ist in der Pipeline.

    @ Sandra
    Gern geschehen. Krieg ich jetzt die Eismaschine dafür? ;-) Wünsche dir noch viele weitere Beiträge und ganz liebe Grüsse

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