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Dienstag, 27. September 2016

Im Ofen geschmortes Kalbsschwanzragout



Wenn sich jemand aus unserem Familien- oder Freundeskreis einen Slow Cooker anschafft, und mich um Tipps und Tricks bittet, empfehle ich als erstes immer einen Abstecher zum Crocky-Blog. Speziell die Seiten mit den Grundinfos & FAQs sind wahre Fundgruben für planlose stolze Neubesitzer. Aber auch Fortgeschrittene finden dort immer wieder interessante Rezepte und Ideen, die sich nicht nur auf die Zubereitung im Crock Pot beschränken. Nun feiert der Blog seinen 10. Geburtstag und statt Kuchen möchte Gabriele Gerichte, die so richtig lange schmurgeln, marinieren oder garen müssen. Slow Food at its best, sozusagen. Natürlich lasse ich mich nicht zweimal bitten und steuere gerne eines meiner Lieblingsrezepte zum Blogevent "Langsam kocht besser" bei. Kalbsschwanz ist meist nur auf Vorbestellung beim Metzger erhältlich, dafür aber auch recht preiswert. Mein demeter-Bauer verlangt pro Kilo 14 Franken, für Schweizer Verhältnisse schon fast spottbillig. Kalbsschwanz besteht wie Ochsenschwanz aus reichlich Bindegewebe und wird nur durch langes Schmoren butterzart. Das Ragout lässt sich problemlos im Voraus zubereiten und gewinnt durchs Aufwärmen noch an Aroma. Perfektes Soulfood für kalte Herbst- und Winterabende.  


Für 4-6 Personen:

  • 4 mittelgrosse Karotten (ca. 350 gr)
  • 3 mittelgrosse Petersilienwurzeln (ca. 250 gr)
  • 2 grosse Zwiebeln
  • 3 Tl Kakaobutter oder Ghee
  • 1,2 Kilo Kalbsschwanz, vom Metzger in breite Stücke zerteilt
  • 2 El Tomatenpüree
  • 1/2 Tl geräuchertes Paprikapulver
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2 Zweige frischer Thymian oder 2 Tl getrocknete Thymianblätter
  • 330 ml helles Bier
  • 670 ml Gemüsefond 
  • Salz, Pfeffer

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Karotten und Petersilienwurzeln waschen, putzen, der Länge nach halbieren und in fingerdicke Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und in grobe Stücke hacken. Einen grossen Gusseisenbräter auf den Herd stellen und langsam erhitzen. Einen Teelöffel Kakaobutter darin zerlassen und die Hälfte der Kalbsschwanzstücke zugeben. Rundherum bräunen, am Schluss salzen. Fleischstücke in eine Schüssel umplatzieren. Einen weiteren Teelöffel Kakaobutter in den Bräter geben, die zweite Portion Kalbsschwanzstücke kräftig anbraten, salzen und zur ersten Portion in die Schüssel geben. Gemüsestücke in der restlichen Kakaobutter anbräunen. Salzen, dann Tomatenpüree und Paprikapulver zugeben und noch 30 Sekunden rührbraten, bis das Paprikapulver wunderbar duftet. Lorbeerblätter und Thymian in den Bräter legen und alles mit dem Bier ablöschen. Bratensatz mit dem Kochlöffel loskratzen, dann das Fleisch wieder in den Bräter verfrachten. Mit dem Fond auffüllen. Fleisch und Gemüse sollten nicht ganz bedeckt sein. Zum Kochen bringen, Sauce probieren und ggf. nachsalzen. Deckel auflegen und ab in den Ofen damit. Die Kalbsschwanzstücke benötigen, je nach Grösse, etwa 120-180 Minuten Schmorzeit. Sobald das Fleisch bei sanftem Druck von den Knochen flutscht, ist das Ragout fertig. Mit einem Küchentuch aus Papier überflüssiges Fett auf der Oberfläche wegtupfen, und falls gewünscht, vor dem Servieren die Kalbsschwanzstücke von Knochen und Knorpeln befreien. Einen Teil der Sauce mit ein paar Gemüsestückchen in einen Mixbecher umfüllen und mit dem Stabmixer glatt pürieren. Dies ersetzt das Andicken mit Stärke. In den Bräter zurückgiessen, evt. mit einem Schuss Sahne verfeinern, abschmecken und heiss mit Kartoffelpüree, Petersilienkartoffeln oder Polenta servieren. 

Montag, 26. September 2016

Grapefruitmuffins mit Kaniwa



Coop hat seit einigen Wochen Kaniwa im Sortiment und natürlich musste ich schleunigst ein Päckchen davon in meinen Besitz bringen. Das schwarze Minikorn, auch Baby-Quinoa genannt, soll angeblich nussig-schokoladig schmecken und sich für salzige und süsse Gerichte gleich gut eignen. Nach einer ersten Kostprobe war ich bitter enttäuscht: Nix nussig, nix schokoladig, quasi kein Eigengeschmack. Dafür kleben die Körnchen hartnäckig in den Zahnzwischenräumen und sorgen so für einen enormen Dentalstäbchenverschleiss. Zukünftig werde ich, auch wegen der Anbauproblematik, tunlichst einen grossen Bogen um die Regale mit Quinoa, Amaranth und Co. machen. Unsere Freundschaft bleibt also nur so lange bestehen, bis das Päckchen aufgebraucht ist. Wer das Pseudogetreide nicht vorrätig hat, kann es in diesem Rezept problemlos weglassen oder durch die halbe Menge Mohn ersetzen.  


Für 6 Muffins:

  • 85 gr Zucker
  • 8 gr / ca. 5 fingergrosse Streifen rosa Grapefruitschale 
  • 50 gr sehr weiche Butter
  • 50 gr Saure Sahne, zimmerwarm
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 80 gr frisch gepresster rosa Grapefruitsaft
  • 25 gr gekochtes Kaniwa*
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 125 gr Mehl
  • 20 gr fein gemahlene Gerste (ersatzweise Weizen oder Dinkel)
  • 1 leicht gehäufter Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. 6-er Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder gut ausfetten. Zucker mit Grapefruitschale fein zermixen. Grapefruitzucker, Butter und Saure Sahne zusammen eine Minute mit dem Handrührer verrühren. Ei dazu, 30 Sekunden untermischen. Dann Grapefruitsaft, Kaniwa, Vanillepulver und Salz kurz unterrühren. Mehl, gemahlene Gerste und Backpulver zugeben und nur so lange vermischen (ca. 5-10 Sekunden), bis der Teig gerade homogen ist. Teig mit einem Esslöffel in die vorbereiteten Vertiefungen der Form verteilen. Nicht wie gewohnt 3/4 voll, sondern randvoll. Das sorgt für einen hübschen Gupf. Zackig in den Ofen schieben. Backen: Zuerst 20 Minuten bei 190 Grad. Dann auf 210 Grad hochdrehen und das Gitter auf die mittlere Schiene verfrachten. Dort noch 6-8 Minuten nachbräunen lassen. Stäbchentest nicht vergessen. Wenn nichts mehr am Hölzchen klebt, Form aus dem Ofen holen. Fünf Minuten abkühlen lassen, dann die Form leicht schräg halten und die Muffins vorsichtig befreien. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.


Kaniwa kochen: 1-2 Minuten unter ständigem Rühren anrösten, bis die Körner anfangen aufzupoppen. Mit der fünffachen Menge Wasser ablöschen. Eine Prise Salz zugeben und 7 Minuten auf höchster Stufe kochen lassen. Herd ausschalten, ein Küchentuch über den Topf legen, Deckel draufpressen und 20 Minuten auf der heissen Platte ausquellen lassen. Mit einer Gabel auflockern. 


Sonntag, 25. September 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -70-



[GE]gessen: Halloumi und geröstetes Brot

[GE]trunken: Mit Fenchelblüten aromatisierter Wodka

[GE]kocht: Schweinsragout an Bier-Senf-Sauce

[GE]backen: 
Norwegischer Gewürzkuchen
Overnight Maple Rye Bread
Birnentarte mit Zimtblüten
Zucchinibrot

[GE]wesen: Im Garten, Äpfel und blauen Hopi-Mais geerntet

[GE]sehen: The Descent - Abgrund des Grauens

[GE]lesen: Rütlischwur - Michael Theurillat

[GE]freut: Über die ganzen Glückwünsche 

[GE]ärgert
Über die lästigen Anrufe von dubiosen Callcentern. 
Ständig werde ich mit Herrn C.s Vornamen oder kuriosen Abwandlungen begrüsst: 
Guten Tag Frau Willi/William/Willihund. 
Gerne auch mit seinem vollständigen, ach so weiblich klingenden Namen: 
Spreche ich mit Frau Willibald Theoderich Müller? 
Zweitens vernuscheln alle, ausnahmslos alle Anrufer dieser Gattung bewusst den Firmennamen: Ich bin von der Firma Swisscom (raschelknirschstimmesenk) Primacall und wir schenken ihnen als Premiumkundin ein kostenloses Abo für 12 Monate unbeschwertes Telefonieren. Der Name Swisscom/Versicherung/Weinhändler o.ä. wird stark betont, der Zusatz hingegen ist kaum von einer Verbindungsstörung zu unterscheiden. Kein Wunder, dass viele ältere Menschen auf diese Betrügermasche hereinfallen. Meine neue Standartantwort: I'm so sorry, Frau Willibald Theoderich 
Müller ist tot und wird leider nie wieder einen Telefonhörer/einen Versicherungsantrag/eine Weinflasche in die Hand nehmen. 
Unmittelbare Reaktion: Blitzschneller Verbindungsabbruch.
Weitere Reaktion: Die Nummer wird aus dem Register gelöscht.
Mit anderen, harmlosen Sprüchlein wie "Bitte rufen sie nicht mehr an und streichen sie meine Nummer aus ihrer Liste" hat das nie wirklich geklappt. Im Gegenteil. Es folgten bis zu acht Terroranrufe pro Tag und die lahme Ausrede: Da hat mein Kollege/meine Kollegin wohl geschlampt und die gewünschte Streichung der Kundendaten nicht veranlasst. Aber wenn ich sie schon am Hörer habe, können wir doch gleich einen Vertrag für kostenlose Gesprächsminuten/kostenlose Zusatzversicherungen oder kostenlose Weinlieferungen abschliessen...
Nicht einmal die Drohung, Anzeige zu erstatten, hat zuverlässig geholfen.
Jetzt warte ich nur noch auf den Tag, an dem uns ein Brief zugestellt wird mit Forderungen an die Erben von Frau W.T.Müller, für ein angeblich vor ihrem Ableben getätigtes Telefongeschäft...

Neuen Lesestoff [GE]kauft:
Drei Poirot-Krimis von Agatha Christie
Scheidung auf Türkisch - Esmahan Aykol
Tulpenwahn - Mike Dash
Als der Rabbi die Stadt verliess - Harry Kemelman

In der Endlosschlaufe [GE]hört: Every Kinda People - Robert Palmer

Über ein völlig unverständliches SMS [GE]lacht:
...Habe ich sein Abi Birthday ~Yale Zahn ja...
Autokorrektur, we hate you!

Samstag, 24. September 2016

Birnentarte mit Zimtblüten



Frau Mama hat es nur einmal in all den Jahren geschafft, meinen Geburtstag zu vergessen. Am Tag darauf rief sie früh morgens an, um sich für ihren Fauxpas zu entschuldigen. Ich war damals trotzdem verschnupft. Wie konnte sie nur das wichtigste Datum ever verschwitzen? Nun werde ich mich daran gewöhnen müssen, dass sie nie wieder anruft und sich mit dem immer gleichen Spruch meldet: Ich bin's. Ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem Geburtstag. Wie alt wirst du dieses Jahr eigentlich?


Es wird keine Party geben, auch kein Familienessen. Herr C. wollte mich ausführen, ich habe dankend abgelehnt. Es ist noch zu früh, um diesen Ehrentag unbeschwert feiern zu können. Keine Schwarzwälder Torte, kein Frankfurter Kranz. Für Herrn C. und mich alleine werde ich nur eine Kleinigkeit backen. Etwas, das keine Erinnerungsfluten auslöst. Wie diese Birnentarte, zu der sie garantiert noch eine doppelte Portion Schlagsahne geordert hätte. Und nach dem letzten Bissen hätte sie schmunzelnd gefragt: Ist das schon alles gewesen oder kommt da noch mehr? 

Ja, für dieses Jahr war das schon alles. Aber in 365 Tagen lassen wir es wieder krachen. Versprochen.


Für 8 Stücke:

  • 4 reife, aber noch feste Williamsbirnen (ca. 550 gr)
  • Saft einer kleinen Limette
  • 25 gr Butter
  • 10 Zimtblüten
  • 3 El Zucker
  • ein rechteckig ausgewallter Butterblätterteig

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Birnen waschen, aber nicht zerteilen. Kerngehäuse von unten her mit einem Ausstecher entfernen. In ca. 3-4 mm dicke Scheiben hobeln oder schneiden. Mit dem Limettensaft beträufeln und vorsichtig vermischen. Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Unterdessen die Zimtblüten im Mörser fein zerstossen und mit 2 El Zucker vermischen. Blätterteig auf dem Backblech entrollen, mit der zerlassenen Butter bepinseln und mit dem Zimt-Zucker möglichst gleichmässig bestreuen. Birnenscheiben dicht an dicht darauf verteilen. Restliche Scheiben halbieren oder vierteln und in jede freie Lücke verteilen. Dabei rundherum einen Rand von mindestens einem Zentimeter frei lassen. Birnen mit dem restlichen Esslöffel Zucker bestreuen und auf der untersten Schiene 25 Minuten backen. Dann noch 5 Minuten auf der zweitobersten Schiene gönnen. Zuletzt 1-2 Minuten nach Sicht unter dem Grill bräunen. Lauwarm servieren.


Dienstag, 20. September 2016

Tschüss, Kitchen Aid. Herzlich willkommen, hübsche Ankarsrum!



Wie alles begann:
Ende der 1990er verschleuderte ein grosser Elektrohändler in der Stadt wegen Geschäftsaufgabe alle noch vorhandenen Geräte zu stark herabgesetzten Preisen. Mit der festen Überzeugung, dies sei eine einmalige Gelegenheit, kratzte ich mein Erspartes zusammen und gönnte mir eine Kitchen Aid. In den ersten Jahren nach dem Kauf nutzte ich sie nur sporadisch, doch das änderte sich, als ich von zu Hause auszog. Eine nochmalige Steigerung der Einsätze erlebte die Maschine nach einem weiteren Umzug vor fast vier Jahren. Damals tauschte ich den schrottigsten Gasherd aller Zeiten gegen einen Elektroofen ein, der mittlerweile zweimal pro Woche die Küche in eine winzige Bäckerei verwandelt. Alles schön und rosarot, bis die Kitchen Aid vor etwa einem Jahr anfing im ersten Gang zu röcheln. Sofort wurden Rettungsmassnahmen eingeleitet, doch am Ende blieb nur die Wahl zwischen einer völlig überteuerten Reparatur ohne Erfolgsgarantie oder einem Neukauf. Letzteres war die vernünftigere Entscheidung und so startete die Suche nach einer würdigen Nachfolgerin.

Meine Vorgaben:
Stabil, standfest, mindestens 500 Watt. (Kitchen Aid gestrichen). Design ist der Leistung untergeordnet, aber sie darf trotzdem nicht potthässlich sein. (Kenwood gestrichen. Sorry, not my style). Zutatenmengen für 4 Brote, d.h. 3-4 Kilo Teig, werden problemlos bewältigt. (Bosch, AEG und Thermomix gestrichen). Und der Preis spielt natürlich auch eine Rolle. (Häusler Alpha gestrichen). Durch dieses Ausschlussverfahren bin ich letztendlich auf die Assistent von Ankarsrum gestossen. Um nicht die Katze im Sack kaufen bzw. bestellen zu müssen, versuchte ich einen Händler in meiner Nähe ausfindig zu machen. Meine Bemühungen blieben leider erfolglos, die Assistent wird in der Schweiz (noch) vorwiegend im Grossraum ZH und über Onlineshops vertrieben. So entstand die Idee, beim Generalimporteur anzufragen, ob und unter welchen Bedingungen mir eventuell ein Testgerät zur Verfügung gestellt werden könnte. Aus der Anfrage wurde dann ein Kooperationsangebot und zu meiner grössten Freude, ist die leuchtend orangefarbene Assistent letzte Woche bei uns eingezogen.

Vorgehen:
In den nächsten Wochen werde ich die Maschine auf Herz und Nieren prüfen und euch darüber auf dem Laufenden halten. Geplant sind beispielsweise Testläufe mit variablen Hefe- und Sauerteigmengen, Kuchen- und Keksteige, Desserts und Kleinigkeiten, wie Eiweiss und Sahne aufschlagen. Zwischendurch kommt das optionale Zubehör zum Einsatz, d.h. Mixer, Fleischwolf, Gemüseschneider und der Mahlvorsatz mit Stahlkegelwerk. Wünsche, Vorschläge und Tipps werden übrigens gerne entgegengenommen.

Es folgt sogleich die Vorstellung und der technische Teil:
Die Ankarsrum Assistent wurde 1940 vom Industriedesigner Alvar Lenning entwickelt. Seit 1960 wird die Küchenmaschine in Ankarsrum, Schweden produziert. Einzigartig ist das 360°Bowl-Rotary-System: Nicht der Knethaken dreht sich, sondern die Schüssel. Der Hersteller verspricht eine einfache Handhabung, komfortable Zugabe der Zutaten dank grosser Schüsselöffnung und beste Knetergebnisse. Jede Ankarsrum Assistent wird mit einem Grundzubehörpaket geliefert: Eine Edelstahlschüssel (7 Liter) inkl. Deckel, Knethaken, Rührwalze, Teigabstreifer, Teigspachtel und eine Rührschüssel aus Kunststoff mit Planentenschlagwerk (3,5 Liter). 

Höhe, Breite, Tiefe: 36 x 26,8 x 40 cm
Gewicht: 8,6 Kilo
Leistung: 800 Watt
Verfügbare Farben: 11
Optionales Zubehör, z.B. Zitruspresse, Flocker, Nudelwalzen, Zusatztrommeln: Hier klicken
Verkaufsstellen in der Schweiz: Hier klicken

Das Kleingedruckte:
Maschine und Zubehör werden mir freundlicherweise von der Avissa Switzerland GmbH zur Verfügung gestellt. Dieser Umstand beeinflusst aber weder meine Wahrnehmung noch meine Meinung.

Montag, 19. September 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -69-



[GE]gessenMac 'n' Cheese mit Lauch und Trüffelöl

[GE]trunken: Apfelschorle mit Cassisblättersirup

[GE]kocht: Schweinisches Kalbsschwanzragout, Ofenkartoffeln und Broccoli

[GE]backen: Frangipani Tarte mit Zwetschgen & Zimtfladen

[GE]wesen: Auf der Post, ein Geburtstagspäckchen verschickt

[GE]sehen: American Psycho

[GE]lesen
Sechseläuten - Michael Theurillat
Persia - Naomi Duguid

[GE]freut: Über die beste Karottenernte seit Jahren

[GE]ärgert:
Es gibt immer noch Verlage, die der Meinung sind, 
gedruckte Rezensionsexemplare für Blogger seien eine Verschwendung.
O-Ton: Wir müssen uns auf unsere Zielmedien konzentrieren.
Tja, und ich konzentriere mich darauf, auch weiterhin keine PDFs oder E-Books zu rezensieren. Besonders ärgert es mich, wenn nicht einmal nachgefragt wird, 
ob ich das Buch trotzdem rezensieren möchte, sondern einfach die elektronische Variante zugeschickt bekomme.

[GE]kauft: Zwei Sorten Ketch'Up (Randen & Piment d'Espelette)

[GE]hört: True Faith - New Order

[GE]trocknet: 5 Dörrsiebe voll Verveineblätter
Bis zur nächsten Ernte bin ich zumindest mit Kräutertee gut versorgt.


Sonntag, 18. September 2016

Entschärftes Sonntagssüss: Zimtfladen



Als unsere Urgrosstante noch eine Bäckerei im Appenzellerland führte, bekamen wir jedes Jahr zu Weihnachten von ihr ein Paket mit Taflevögel, Chäsflade, Biber und Zimtfladen zugeschickt. Letzteres war meiner Meinung nach eine völlig unnötige Beigabe, denn die Verwandtschaft mit Lebkuchen, den ich in allen Formen verabscheute, war zu offensichtlich. Erst vor einigen Jahren entdeckte ich, wie grandios Pain d'épices, Ontbijtkoek und Honigkuchen sein können. Herr C. kapituliert meist nach einem Stück bzw. einer Scheibe mit der Begründung, das Gebäck wäre ihm einfach zu "gewürzlastig". Aus diesem Grund kommt mein Zimtfladen, entgegen aller Traditionen, mit einer minimalen Menge Zimt, Birnbrotgewürz und Nelken daher. Ruchmehl ist ebenfalls eher unüblich und kann problemlos durch helles Weizen-, Dinkel- oder Emmermehl ersetzt werden.

Für eine Brownieform (20cm x 20cm):

  • ein ausgewallter Butter-Blätterteig  
  • 3 El säuerliche Konfitüre, z.B. Kornelkirsche, Johannisbeere oder Hibiskus
  • 1 Ei Grösse L
  • 85 gr Zucker
  • 2 Tl Kakao
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Tl Birnbrotgewürz
  • 1/8 Tl Nelkenpulver
  • 1 Prise Salz
  • 125 gr Sahne
  • 100 gr Ruchmehl
  • 1,5 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Teig passend zuschneiden und mit dem anhaftenden Backpapier in die Form legen. Konfitüre möglichst gleichmässig auf dem Teigboden verstreichen. Ei und Zucker mit dem Handrührer weisscrèmig aufschlagen. Zuerst die Gewürze, dann die Sahne unterrühren. Mehl mit Backpulver zugeben und nur so lange verrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Vorsichtig über der Konfitüreschicht verteilen. In den Ofen stellen und 35 Minuten backen, bis die Füllung aufgegangen und leicht gebräunt ist. Aus der Form heben und 10 Minuten auf dem Gitter nachbacken, damit der Boden schön knusprig wird. Lauwarm mit Schlagsahne oder Double crème de la Gruyère und einem Gläschen Grappa servieren. Abgewandelt nach diesem Rezept.

Samstag, 17. September 2016

Herbstgratin aus Zucchetti, Härdöpfel und Rüebli



Die Sortenbeschreibung der Zucchini versprach eher kleine, birnenförmige Früchte. Geflissentlich unterschlagen wurde hingegen der Vermerk, dass es sich um eine dröge Lagersorte handelt und die Schale schon bei den jüngsten Exemplaren so zäh wie Leder ist. Teuflischerweise haben uns die fünf Pflanzen eine Rekordernte reichlich geschmackloser Keulen beschert, die in den nächsten Wochen aufgefuttert werden sollten. Damit ich schlussendlich nicht an einer Zucchinivergiftung leide, musste eine Verwertung gefunden werden, die Herr C. ebenfalls goutiert. Gratins stehen hoch in seiner Gunst, also versuchte ich es zuerst in dieser Richtung. Die Experimente ergaben, dass der Zucchinianteil nicht höher als die Kartoffelmenge sein darf, weil das das Gratin sonst wässerig wird. Das Verhältnis Flüssigkeit zu Gemüse sollte etwa 1:1,5 betragen und bloss nicht mit dem Salz sparen. Keine Sterneküche, aber wunderbares Soulfood für kühle Herbstabende.


Für 4 Personen:

  • 1 Knubbel weiche Butter
  • 800 gr Milch
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • ca. 1,5 Tl Kräutersalz 
  • reichlich frisch geriebene Muskatnuss
  • 600 gr Kartoffeln, geschält gewogen
  • 200 gr Karotten, geschrubbt
  • 600 gr Zucchetti, gerüstet gewogen
  • 1 Tl getrocknetes Bohnenkraut*
  • 1 gehäufter El Speisestärke
  • 100 gr Sahne
  • frisch gemahlener Pfeffer

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine tiefe Gratinform (30 cm Durchmesser) ausbuttern und zur Seite stellen. Vier Esslöffel Milch in ein Schälchen giessen. Restliche Milch zusammen mit dem gehackten Knoblauch in einen grossen Topf geben. Salzen und grosszügig mit Muskatnuss würzen. Auf mittlerer Stufe heiss werden lassen. Unterdessen die Kartoffeln in feine Scheiben hobeln und in die heisse Milch gleiten lassen. Karotten fein hobeln und zu den Kartoffeln in den Topf damit. Zucchetti in etwas dickere Scheiben hobeln. Hitze erhöhen und den Topfinhalt unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Etwa 3-4 Minuten köcheln, bis die Kartoffelscheiben fast gar sind. Dann Zucchetti und Bohnenkraut untermischen. Speisestärke mit der Milch im Schälchen klümpchenfrei verquirlen und unter das Gemüse rühren. Noch einmal aufkochen lassen, dann die Sahne zugiessen. Kurz vermischen, pfeffern, abschmecken und vorsichtig in die vorbereitete Gratinform umfüllen. In den Ofen stellen und 50-60 Minuten backen, bis die Oberfläche nett gebräunt ist. Je nach Ofen und verwendeter Form, nach etwa 40 Minuten Backzeit beginnen, den Garzustand mit einem Messer zu überprüfen. Wenn es beim Hineinstechen wie durch weiche Butter flutscht, ist das Gratin fertig. Heiss servieren. 

* Im Sommer durch 2-3 El frische, gehackte Kräuter aus dem Garten bzw. vom Balkon ersetzen. Schon ausprobiert und für gut befunden: Rosmarin, Oregano, Thymian, Zitronenthymian, Bergbohnenkraut, Majoran, wenig Liebstöckel oder eine wilde Mischung daraus. 


Freitag, 16. September 2016

Neugierig? Eine kleine Vorschau gefällig?


Obwohl am Vortag angekündigt, hatte ich nicht mit einem so riesigen Paket gerechnet 
und daher meine liebe Mühe, es alleine bis in unsere Wohnung hochzutragen. 
Aber Vorfreude verleiht ja bekanntlich Flühüüügeeeel....

Im Innern befanden sich zwei kleinere Kartons. 
Einer beherbergte die bruchsicher verpackte Maschine....

....samt Grundausstattung....

und der andere das optionale Zubehör.

Um die Spannung aufrecht zu erhalten, dürft ihr meine neue Küchenhilfe von 
Ankarsrum vorab nur in schwarz-weiss bewundern. Farben und Fakten folgen am Dienstag.
Bis dahin verbringen wir die Zeit zusammen in der Küche, wo ich mich an ihrem Anblick ergötzen werde. :D

Montag, 12. September 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -68-



[GE]gessen: Mohnbaguette mit Salzbutter, Terrine de campagne und Juraparkkäse

[GE]trunken: Çay mit getrockneten Holunderblüten

[GE]kocht: Rahmlinsen mit Champignons, dazu Polenta Taragna

[GE]backen: Puddingplunder mit Zwetschgenmus
Altweiberbrot mit Ur-Rüebli und gepufftem Teff
Aprikosenwähe mit Zitronen- und Mandarinenschale
Grapefruitmuffins mit Kaniwa

[GE]wesen: Auf dem grössten Flohmarkt der Schweiz 
Beute: Ein kleiner Wok von Copco Denmark 

[GE]sehen: Hieronymus Bosch - Der Maler der Dämonen

[GE]lesen
Indochine - Luke Nguyen
The Cardamom Trail - Chetna Makan
Die Schönheitskönigin von Jerusalem - Sarit Yishai-Levi
Istanbul Tango - Esmahan Aykol

[GE]freut
Über einen Sack voller Falläpfel, die Schwesterherz zusammengesammelt hat.

[GE]ärgert
Kein Ende absehbar im Kleinkrieg mit der Hausverwaltung meiner verstorbenen Mutter. Kann mich nicht entscheiden, ob ich heulen oder Amok laufen soll...

[GE]kauft
Sechs klassische, tulpenförmige Çay-Gläser.  
Von den sechs Teegläsern, die ich vor 10 Jahren in der Migros in Üsküdar erworben habe, hat nur eines bis heute überlebt. 
An dieser Stelle folgt eine Danksagung an Herrn C., das Schweinwoll und die GWM, die tatkräftig bei der Zerstörung mitgeholfen haben.

[GE]hört:
You know my name - Chris Cornell

Ein[GE]kocht:
Acht Gläser Apple Butter aus den Falläpfeln


Sonntag, 11. September 2016

Zwetschgenmuffins



In einem Artikel der New York Times wurde kürzlich verkündet: Cupcakes sind OUT, Muffins wieder IN.
Kein Einwand meinerseits gegen diese Einschätzung. Ich konnte Cupcakes noch nie wirklich leiden. 


Richtig gute Muffins brauchen schliesslich weder Buttercrème noch Frosting.
Der beste Beweis? 
Zwetschgenmuffins!


Für 6 Muffins:
  • 6-8 grosse Zwetschgen
  • 1 gehäufter Tl fein gemahlener Weizen
Zwetschgen waschen, halbieren, Stein entfernen und 120 Gramm abwiegen. Die abgewogenen Hälften in kleine Stücke schneiden. Erst unmittelbar bevor sie in den Teig wandern, mit dem Weizen vermischen.

Topping:
  • 1/2 El brauner Rohrzucker
  • 1/8 Tl Zimt
In einem Schüsselchen verrühren und zur Seite stellen.

Teig:
  • 75 gr brauner Rohrzucker
  • 50 gr sehr weiche Butter
  • 50 gr Saure Sahne, zimmerwarm
  • 1 Ei Grösse L, zimmerwarm
  • 3 El Milch
  • 2 El Bittermandelextrakt
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 120 gr Mehl
  • 20 gr fein gemahlener Weizen 
  • 1 leicht gehäufter Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Ein 6-er Muffinblech mit Papierförmchen bestücken oder gut ausfetten. Zucker, Butter und Saure Sahne eine Minute mit dem Handrührer vermixen. Ei dazu, 30 Sekunden untermischen. Dann Milch, Bittermandelextrakt, Vanillepulver und Salz kurz unterrühren. Mehl, gemahlener Weizen und Backpulver zugeben und 5-10 Sekunden lang vermischen, bis der Teig gerade homogen ist. Zwetschgenstücke mit dem gemahlenen Weizen blitzschnell verrühren, in die Schüssel kippen und mit einem Teigschaber kurz unterheben. Teig mit einem Esslöffel in die vorbereiteten Vertiefungen der Form verteilen. (Nicht wie gewohnt 3/4 voll, sondern randvoll. Das sorgt für einen hübschen Gupf). Mit Zimtzucker bestreuen und zackig in den Ofen schieben. Backen: Zuerst 20 Minuten bei 190 Grad. Dann auf 210 Grad hochdrehen und das Gitter auf die mittlere Schiene verfrachten. Dort noch 6-8 Minuten nachbräunen lassen. Stäbchentest nicht vergessen. Wenn nichts mehr am Hölzchen klebt, Form aus dem Ofen holen. Fünf Minuten abkühlen lassen, dann die Form leicht schräg halten und die Muffins vorsichtig befreien. Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Anmerkung: Kein Bittermandelextrakt zur Hand? Shame on you. Notlösung: 2 El Milch und 2-3 Tropfen Bittermandelöl. Oder gleich auf 2,5 El Grand Marnier und 2,5 El Milch ausweichen. 

Donnerstag, 8. September 2016

Hirseporridge mit Haselnussmus



Nichts für Herrn C., der in Sachen Porridge ein Purist ist und Hirse sowieso nicht ausstehen kann. 
Wenn der Suppenkaspar nicht will, bleibt halt mehr für mich übrig.
Püh.


Für 2 Frühstücksportionen:

  • 100 gr Hirse
  • 250 gr heisses Wasser
  • 200 gr Milch oder Haselnussdrink
  • 1/2 Tl fein abgeriebene Zitronenschale
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • Kokosblütenzucker nach Bedarf
  • 3 El Haselnussmus

Um die Kochzeit zu reduzieren, Hirse in den Zerkleinerer oder die Kaffeemühle geben und 1-2 Minuten zermixen, bis der Inhalt wie staubiger Griess aussieht. In einem kleinen Topf kurz anrösten, bis er ein wenig Farbe angenommen hat und nussig duftet. Topf vom Herd ziehen und vorsichtig mit Wasser ablöschen. Wieder auf die Platte stellen, kräftig rühren und 2 Minuten kochen. Dann erst Milch, Zitronenschale, Vanille und Salz zugeben. Rührend wieder zum Kochen bringen, nochmals zwei Minuten kochen. Nun nach Belieben süssen. Küchenpapier/-tuch über den Topf legen, den Deckel draufpressen und auf der ausgeschalteten Kochplatte 10-15 Minuten zum Ausquellen gönnen. Haselnussmus untermischen. Sofort geniessen oder in kalt ausgespülte Gläschen füllen, auskühlen lassen und maximal 4 Tage im Kühlschrank aufbewahren.


Sonntag, 4. September 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -67-



[GE]gessen: Gratin aus Zucchini, Kartoffeln und Rüebli

[GE]trunken: Eine eisgekühlte Flasche Astra Rotlicht

[GE]kocht: Williamsbirnen in Wacholdersirup

[GE]backen: Zwetschgenwähe, Boule aux céréales, 
Mehrkornbrot mit Rüebli und gepufftem Teff, Pan Polenta

[GE]wesen: In Biederthal, zwei Kartons demeter-Eier besorgt

[GE]sehen: The Night Manager

[GE]lesen: Die Baltimores - Joël Dicker
Der Messias kommt nicht - Alfred Bodenheimer
Die Geisterfrau - Colin Cotterill

[GE]freut: Über unsere Himbeersträucher, die immer noch reichlich Früchte hervorbringen

[GE]ärgert: Die Stadtgärtnerei verlangt die Entsorgung unserer (seit fast 20 Jahren am selben Ort) stehenden Werkzeugkiste aus Metall, die noch tiptop in Schuss ist. Grund: Erlaubt sind nur noch Kisten aus Holz oder Plastik. 
Idiotie pur! 

[GE]kauft
A Year of Good Eating: The Kitchen Diaries III - Nigel Slater

[GE]hört: Bad Case Of Loving You - Robert Palmer

[GE]wundert:
Warum die PSR Dahlie "Orange von Russikon" rosa Blüten hervorbringt.
P.S. Dahlienblüten sind übrigens essbar und nicht nur optisch eine Bereicherung für Salate und Desserts.