Dienstag, 31. Januar 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -88-



[GE]gessen: Superbes Schafmilchraclette

[GE]trunken: Lapsang Souchong Ice Tea

[GE]kocht: Gewoktes Huhn mit Paprika und Lauch, dazu Jasminreis

[GE]backen: Bauernbrot mit Teffmehl

[GE]wesen: Schnuppertage absolviert

 [GE]sehen: Chihiros Reise ins Zauberland 

[GE]lesen
Die Teufelsarie - Kate Ross
Bauhaus Design: Die Produkte der neuen Sachlichkeit - Bernd Polster

[GE]freut: Über Herrn C., der endlich das Holz für die zwei gewünschten Fensterbretter besorgt, passend zugeschnitten und eines sogar schon montiert hat.

[GE]ärgert: Über Herrn C., der dauernd seine Lunchboxen verlegt

[GE]ordert: Nichtlustig Taschenkalender 2017

[GE]hört
Hit the road Jack - Ray Charles
Innuendo - Queen
 Baila - Zucchero

[GE]kauft:
Joghurt & Quark von Mylk - Handmade in Basel
Leider konnte mich keines der Milchprodukte auch nur annähernd überzeugen, denn der Quark schmeckte langweilig lasch und die beiden Joghurtsorten waren ungeniessbar, d.h. übergekippt und eklig käsig.

Sonntag, 29. Januar 2017

Banana Upside Down Cake mit Teffmehl



David Lebovitz hat Mitte Januar das Rezept für einen Banana Upside Down Cake mit Teffmehl veröffentlicht. Gestern Abend hatte ich spontan Lust, den Kuchen mit ein paar Änderungen nachzubacken. Mangels einer ofenfesten Pfanne, diente ein gusseisernes Caquelon von Cousances mit 18 cm Durchmesser als Backform. Und das Ergebnis? N-J-A-M-M-I!

Für einen kleinen Kuchen:

  • 30 gr Butter
  • 50 gr Kokoszucker
  • 2 Prisen Vanillepulver
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 1 sehr grosse Banane, der Länge nach gedrittelt und dann die Drittel der Länge nach halbiert

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Gusseisernes Caquelon, gusseiserne Pfanne oder eine Tarte Tatin Form auf den Herd stellen. Butter, Kokoszucker, Vanillepulver und Salz hineingeben und bei mittlerer Hitze zu hellem Caramel schmelzen. Zur Seite ziehen und die Bananenstücke mit der Schnittseite nach unten auf dem Boden verteilen. Danach den Teig zubereiten.

Teig:
  • 60 gr Butter, sehr weich & ein Knubbel Butter zum Einfetten des Randes
  • 75 gr Zucker
  • 1 grosszügige Prise Salz
  • 1/8 Tl Zimtpulver, frisch gerieben
  • 1/8 Tl Ingwerpulver, frisch gerieben
  • 1 Ei Grösse M
  • 55 gr dunkles Teffmehl
  • 3/4 Tl Weinsteinpulver
  • 60 gr Milch
  • 1 Tl Rum
  • 125 gr Farina di Manitoba

Butter, Zucker, Salz und Gewürze eine Minute mit dem Handrührer aufschlagen. Ei kurz untermischen, dann die restlichen Zutaten der Reihe nach unterrühren. Den Rand der Form mit dem Butterknubbel einfetten, dann den Teig über die Bananenstücke häufen. Glatt streichen, in den Ofen schieben und 30 Minuten backen. Danach noch 5 Minuten auf der mittleren Schiene zum Bräunen der Oberfläche anhängen. Wenn der Stäbchentest positiv ausfällt, die Form aus dem Ofen nehmen, auf ein Kuchengitter stellen und 10 Minuten abkühlen lassen. Vorsichtig mit einem Messer dem Topf- oder Pfannenrand entlangfahren, um eventuell angebackene Stellen zu lösen. Einen grossen Teller auf die Form legen und das Ganze schnell umdrehen. Der Kuchen sollte nun problemlos aus der Form gleiten. Falls etwas hängengeblieben ist, einfach mit einem Gummispatel zusammenkratzen und auf dem Cake verteilen. Oder heimlich selber mampfen. Möglichst lauwarm servieren.

Montag, 23. Januar 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -87-



[GE]gessen: Zwei Atriaux mit sahniger Zwiebelsauce

[GE]trunken: Das letzte Weihnachtsbier

[GE]kocht: Dhal aus Linsen, gelben Randen und Kartoffeln

[GE]backen: Maracuja-Limetten-Pie, Bananenkuchen mit Teffmehl und Pão de mandioca

[GE]wesen: An einem Tag in zwei Bibliotheken.
Was tut man nicht alles, um den Nachschub an Lesestoff zu sichern...

An[GE]zeigt:
Die notorischen Falschparker vor unserer Haustüre. Enough is enough.

 [GE]sehen: 8 Einsamkeit

[GE]lesen
Rest in Pieces - Bess Lovejoy
Healing Herbal Teas - Sarah Farr
Maos grosser Hunger - Frank Dikötter

[GE]freut: Über einen Anruf, der mir evt. eine neue Stelle bescheren könnte 😎

Im Brocki [GE]funden
Zwei Suppenteller von Villeroy & Boch mit dem alten Acapulco-Dekor 
und eine kleine Ingwerreibe

[GE]kauft: Zwei preisreduzierte Pflänzchen, die sonst niemand wollte.
Die Flamingoblume und die Peperomia "Happy Bean" stehen nun auf dem Fensterbrett in der Küche und teilen sich den Platz mit neun Rosenweihrauchstecklingen, einem Rosenweihrauchstrauch, einer anderen Peperomia, einem Weihnachtskaktus und einer palmenförmigen Kalanchoe.

[GE]hört: Tu vuo fa l'americano - Cool Grass Blue Gang 

                             

Sonntag, 22. Januar 2017

Maracuja-Limetten-Pie



Gemessen an den kunterbunten Obstauslagen in den Geschäften, scheint im Winter das Bedürfnis nach exotischen Früchten extrem hoch zu sein. Neben altbekannten und neuen Zitrussorten kuscheln sich im Januar zum Beispiel Pitahayas, Cherimoyas, Litchis, Kiwanos, Karambolen, Mangostanen, Physalis und Tamarillos in den Regalen aneinander. Neben dieser ganzen Pracht aus Formen und Farben wirken die dunkelvioletten Maracujas/Passionsfrüchte ziemlich unscheinbar. Anfänglich sind die enteneigrossen Früchte noch prall und rund, doch schon nach kurzer Zeit sehen sie so aus, wie ich am Tag nach einer heftigen Party. Mit anderen Worten: Sie schrumpeln, und dieser Vorgang macht sie nicht gerade attraktiver. Die meisten Filialleiter denken sich dann wohl: Schnell abschreiben und zum halben Preis anbieten, vielleicht kriegen wir die potthässlichen Dinger dann noch los. Und in diesem Moment komme ich ins Spiel, denn wie wir alle wissen, sind Maracujas erst im Schrumpelstadium richtig aromatisch. Die gehorteten Früchte werden zu Hause halbiert, die Kerne ausgekratzt und durch ein Sieb gestrichen. Den Saft friere ich portionsweise ein und verarbeite den Rest zu meinem geliebten Maracuja-Limetten-Pie, den ich ganz alleine essen darf, weil Herr C. Passionsfrüchte hasst. Juhui! 


Für eine Pieform mit 24 cm Durchmesser:


Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kokosraspel im Mixer fein zerkleinern. Je feiner die Raspel, desto besser hält der Boden nachher zusammen. Zwieback zugeben und zu feinen Bröseln zermixen. Butter schmelzen und mit den Zwieback-Kokos-Bröseln verrühren. Die Mischung sollte wie feuchter Sand aussehen und zusammenhalten, wenn man sie in der Hand zusammendrückt. Gleichmässig in der Form verteilen, einen Rand formen und alles vorsichtig andrücken. Keksboden 8-10 Minuten vorbacken, bis er durchgehend hellbraun ist. Unterdessen die Füllung zubereiten.

Füllung:

  • 2 frische Bio-Eier, Grösse M
  • 400 gr / 1 Dose gezuckerte Kondensmilch
  • 100 gr Passionsfruchtsaft (ca. 12 Früchte)
  • 60 gr Limettensaft (1-2 grosse Bio-Limetten)
  • 1/2 Tl feine abgeriebene Limettenschale

Eier in eine Rührschüssel aufschlagen und mit dem Schwingbesen eine Minute kräftig verquirlen. Kondensmilch zugiessen, eine Minute kräftig unterrühren. Zuletzt Saft und Schale zugeben und ebenfalls eine Minute lang untermischen. Füllung auf den vorgebackenen Boden giessen, glätten und wieder auf der untersten Schiene einschieben. Bei 180 Grad 15 Minuten backen. Ofen ausschalten und den Pie noch 5 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen. Die Füllung soll nicht aufgehen, sonst gibt's Risse beim Abkühlen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Danach abdecken und mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank parkieren, damit die Füllung schnittfest wird. Reste halten sich locker 3-4 Tage im Kühlschrank.

P.S. Möglichst saure Limetten auswählen, damit die Füllung nicht zu süss gerät. Dieses Mal habe ich sie durch Calamansi (Calamondin, siehe Foto) aus eigener Ernte ersetzt und das Ergebnis war perfekt ausbalanciert.


Dienstag, 17. Januar 2017

Buchvorstellung: Leaf to Root aus dem AT Verlag



Als Hobbygärtnerin stehe ich oft vor der schwierigen Frage, ob und wie ich das selbstgezogene Grünzeug möglichst Rübis und Stübis (für Nichtschweizer: mit Stumpf und Stiel) verwerten kann. Als erstes fallen mir immer Rezepte wie Gemüsebouillon aus Rüstabfällen, Karottenkrautpesto, Suppe aus Radieschenblättern oder Pasta mit Broccolistielen ein. Und danach? Gähnende Leere. Dabei betrauert die sparsame Hausfrau in mir jeden Fitzel, den ich widerwillig dem Kompost übergeben muss. Beispielsweise die knackigen Kohlrabischalen (leider zu "kohlig" für Brühe), die aromatischen Gurkenschalen (zu ledrig zum Mitessen), die aus Versehen zu kurz abgeknipsten Dahlienblüten oder den zuckersüssen, aber leider faserigen Strunk der sündhaft teuren demeter-Ananas. Hilfe naht in Gestalt einer Neuerscheinung aus dem AT Verlag namens Leaf to Root von Esther Kern, Pascal Haag und Sylvan Müller. Denn, ich zitiere aus dem Klappentext: Leaf to Root ist das Nose to Tail für Gemüse. Kühne Worte, deren Wahrheitsgehalt ich bereitwillig für euch überprüft habe.

Erster Eindruck:
Gross, schwer, beeindruckend. Ein Hardcover mit einem griffigen, für ein Kochbuch ungewohnt dunklen Einband. Im Innern dominiert hingegen die Farbe Weiss, unterbrochen von unzähligen, meist seitenfüllenden Fotos. Die Schriftart der Zwischentexte ist gewöhnungsbedürftig, aber lesbar.

Inhalt:
Vorwort und Einleitung werden ergänzt durch eine Diskussionsrunde, hier Roundtable genannt, bestehend aus dem Foodhistoriker Dominik Flammer, dem Ernährungssoziologen Dr. Daniel Kofahl, dem Avantgardekoch Stefan Wiesner und der Pflanzenexpertin Annafried Widmer-Kessler. Sie diskutieren auf mehreren Seiten über das Thema Leaf to Root, unter anderem auch über Ernährungstabus, geschichtliche Hintergründe, giftige Gemüseteile und vegetabile Geschmacksentdeckungen. Der praktische Teil beginnt ab Seite 22 und ist in sechs bzw. mit dem Kompendium in sieben Kapitel unterteilt. Die Rezepte sind bunt gemischt, von einfach umsetzbar bis hin zu ziemlich aufwändigen Rezeptvorschlägen von Spitzenköchen. Folgend die Kapitelübersicht und ein paar Beispiele daraus:

Blatt & Kraut: Blumenkohlblatt-Curry mit Kartoffeln / Kaffee-Walnussblatt-Granité

Stiel & Rippe: Schupfnudeln mit Federkohlrippen / Knoblauch-Petersilienstiel-Focaccia

Haut & Haar: Kokos-Bananenschalen-Pancakes / Gurkenschalen-Limonade mit Ingwer

Strunk & Herz: Ananasstrunk-Eistee / Geschmorter Rotkohlstrunk mit Orangen-Polenta

Blüte & Kern: Weisse Spargeln mit Bärlauchblüten, Mandeln und Dill / Pikante Tomatenkern-Konfitüre

Wurzel & Knolle: Frittierte Federkohlwurzeln an Sesammarinade / Kaffee aus Löwenzahnwurzeln

Kompendium: Von A wie Ananas (Schale & Strunk) bis Z wie Zwiebel (Blatt, Trieb, Blüte). 

Besonders das über 60-seitige Kompendium hat es mir angetan, denn hier findet sich zusammengefasst das ganze Basiswissen rund um Leaf to Root. Alphabetisch geordnet werden die essbaren "Abfälle" der jeweiligen Gemüse-, Obst- und Kräutersorten vorgestellt, abgerundet mit Beispielen zur Verwendung. Beinahe auf jeder Seite tummeln sich überraschende Fakten. Oder hättet ihr gewusst, dass Avocadokerne bitter, aber essbar sind? Kapuzinerkressewurzeln sind ebenfalls geniessbar, müssen aber wegen dem holzigen Mittelstrang wie Hühnerknöchelchen abgenagt werden. Unreife Johannisbeeren gehören nicht auf den Kompost, sondern in Desserts. Der deliziöseste Teil einer Artischocke ist angeblich das Mark des Stängels und nicht der vielgerühmte Boden. Randenblätter taugen roh und gekocht als Spinatersatz, und die säuerlichen Randenstiele können anstelle von Rhabarberstangen für Süssspeisen verwendet werden. Erstaunlich und erstaunlicher, gell?

Was meint der Magen:
Ausnahmsweise bestand das Versuchskaninchenteam nur aus meiner Wenigkeit und dem Schweinwoll, der die Reste verkosten durfte. Herr C. war beruflich die meiste Zeit in St. Moritz und kam, wenn überhaupt, erst kurz vor Mitternacht nach Hause. Aus diesem Grund habe ich mir Gerichte herausgesucht, die er sowieso verschmäht hätte, denn roter Chicorée, Papaya, Quitten und Rapskerne gehören definitiv nicht zu seinen Favoriten. Ich war so frei, gleich auch noch das Hauptgericht zu streichen und die Menüfolge aus Vorspeise, Dessert I und Dessert II festzulegen. Wenn schon, denn schon. 


Zuerst gab es Rotwein-Chicorée mit Papayakernen und Feta. Obwohl ich mir ab und zu eine Papaya gönne, bin ich noch nie auf die Idee gekommen, von den Kernen zu naschen. Normalerweise habe ich sie einfach ausgeschabt und entsorgt, was ich nun bereue, denn die Kerne sind kleine, leicht scharfe Geschmacksbomben. Kresse im knackigen Rundformat, sozusagen. Überschüssige Kerne trocknen, in eine Mühle füllen und wie Pfeffer verwenden. Und bevor ich es vergesse: Das Zusammenspiel aus bitterem Salat, säuerlichem Rotwein, weihnachtlichem Zimt, salzigem Feta und den schärflichen Papayakernen ist schlicht und ergreifend genial!


Später gab es gebackene Apfelscheiben mit salzigen Quittenstreuseln. Für die Streusel wird Quittensirup benötigt, der auch aus Rüstabfällen hergestellt werden kann. Zuerst habe ich die Streusel geformt und im TK parkiert, damit sie beim Backen besser die Form behalten. Unterdessen zwei grosse Renetten geschält, in Scheiben geschnitten und in eine kleine, ausgebutterte Form geschichtet. Die Früchte mit einer Mischung aus Quittensirup, Quittenbalsam und Wasser besprenkelt, dann mit den Streuseln getoppt und so lange gebacken, bis die Äpfel weich und die Streusel knusprig waren. So einfach und doch so köstlich. P.S. Die Apfelschalen werden natürlich nicht weggeworfen, sondern im Dörrer oder Ofen getrocknet und daraus Tee aufgebrüht.


Der Schokoladenkuchen mit Rapskernen und Himbeerkonfitüre landete auf dem dritten Platz, da der Genuss, bedingt durch die Himbeerkernchen, ein wenig getrübt wurde. Beim nächsten Mal würde ich auf Himbeer- oder Johannisbeergelée ausweichen und die Glasur mit Rapsöl doch noch ausprobieren.

Fazit:
Der Klappentext hat nicht zu viel versprochen. Wer nach der Lektüre dieses Buches immer noch Apfelkerne, Fenchelstiele und Wassermelonenschalen ungenutzt auf den Kompost wirft, dem ist nicht mehr zu helfen. Einige der Rezepte sind zwar nur eingeschränkt alltagstauglich (beispielsweise wegen den schwer zu beschaffenden Zutaten wie Chicorée-Wurzeln, Quittenholzspäne oder Rhabarberblüten), aber nur schon die Verwertungsideen sind grandios und das Kompendium gleicht sowieso alles aus. Das heisst: Warm einpacken, in die nächstgelegene Buchhandlung eilen und Leaf to Root kaufen. Und zwar zackig, bitteschön! 

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den AT Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 16. Januar 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -86-



[GE]gessen

Ramequin mit Nüsslisalat (Herr C.) und Randen-Apfel-Meerrettich-Salat (io)

[GE]trunken: Weisser Tee aus dem Tee-Adventskalender von Sonnentor
(Laut Verpackung mit irgendeinem Geschmack, der aber durch Abwesenheit glänzte)

Im Slow Cooker [GE]gartDörrbohnen mit Saucisson vaudois IGP

[GE]backen: Torta di Ricotta, Krik (glutenfreie Mandelbrownies mit Birnenbrand), Blueberry & Apple Shortcake Pie, Suppenbrot mit Marmite & Lorbeer

[GE]wesen: Mitten im dichtesten Schneegestöber

[GE]sehen: Volver & Sherlock

[GE]lesen: Der Kaffeedieb - Tom Hillenbrand
Der letzte Sommer - Helen Simonson
Molly on the Range - Molly Yeh

[GE]freut: Über die supernetten Damen im Globus Basel

[GE]hört: I don't feel like dancin' - Scissor Sisters

[GE]kauft: Borretschhonig, Centovalli-Gewürzmischung, eine bronzefarbene Laterne und 
Fragile - Die Tafel der Zaren und das Porzellan der Revolutionäre

Ab[GE]lehnt: Die erste Kooperationsanfrage des Jahres 2017

[GE]rettet:
Einen umfangreichen Geweihfarn, der sonst entsorgt worden wäre

Sonntag, 15. Januar 2017

Rösa Wintermülch



Se Winter samt Schnee und Eisglätte is back! Und damit auch das Bedürfnis, ununterbrochen heisse Getränke zu schlürfen. Egal ob Tee, Kakao, Bouillon, Suppe, Punsch oder Glühwein. Hauptsache hot as hell.


Ein weiterer Favorit ist heisse Milch mit Trietolt Magenträs. Vor einigen Jahren durfte ich bei einem Ausflug nach Braunwald/GL zum ersten Mal einen Cappuccino mit Magenträs statt Kakao auf dem Milchschaum geniessen und bin seither dem Glarner Gewürzzucker regelrecht verfallen. An sich keine schlimme Sache, doch der Nachschub stockt und je öfter ich die Mischung verwende, desto stärker sticht der künstliche Vanillinzucker hervor. Alle, die von Vanillin- auf Vanillezucker umgesattelt sind, wissen was ich meine.


Und so kam wieder einmal der gute, alte DIY-Gedanke ins Spiel. Magenträs wird aus Zucker, Sandelholz, Zimt, Vanillinzucker, Muskat, Nelken und Ingwer zusammengemischt. Bis auf den verpönten Vanillinzucker war alles im Vorratsschrank vorhanden, sogar das tomatenrote Sandelholzpulver. Nach ein paar Testläufen wurde die Gewürzpalette mit grünem Kardamom und Safran ergänzt, der weisse Zucker gegen Palmzucker ausgetauscht und für das Eggnog-Feeling noch Speisestärke zum Andicken mitgekocht. Die Rösa Wintermülch schmeckt aber natürlich auch ohne "Dickmacher", und nach 17:00 Uhr darf die Rumzugabe um 100% erhöht werden.


Für 4 Personen:

  • 1 Liter Vollmilch oder Hafermilch
  • 1 Halbkugel / 50 gr heller Palmzucker
  • 1 ausgekratzte Vanilleschote (z.B. aus dem Vanillezuckerglas)
  • 8 ausgelöste Kardamomkörner, angequetscht
  • 3 Gewürznelken, angequetscht
  • 2 Prisen frisch geraspelte Muskatnuss 
  • 1 kleinfingerdicke Cassiastange, davon ca. 1 cm frisch runterraspeln
  • 1/2 Tl Sandelholzpulver
  • 1/8 Tl Ingwerpulver
  • 8 Safranfäden
  • 1 Prise Salz
  • 50 gr Sahne oder Hafersahne
  • 2,5 El Speisestärke (optional)
  • Rum nach Belieben

Alle Zutaten bis und mit Salz in einen grossen Topf geben. Bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren heiss werden lassen. Topf vom Herd ziehen, Deckel auflegen und mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Danach durchsieben, Gewürze entsorgen, die Milch wieder in den Topf giessen und nochmal erhitzen. Speisestärke klümpchenfrei mit der Sahne vermischen, zur heissen Milch geben und unter ständigem Rühren aufkochen. Eine Minute kochen, bis der Topfinhalt merklich angedickt ist. Sofort heiss mit oder ohne Rum servieren. Für eine Version ohne Maisstärke, die abgesiebte Milch nochmals heiss werden lassen, Sahne unterrühren und that's it. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einmal etwas übrig bleibt, einfach abgedeckt im Kühlschrank oder auf der Terrasse parkieren und am nächsten Tag aufwärmen oder kalt schlürfen. 


Freitag, 13. Januar 2017

Aprikosen-Tartelettes mit WonderFlour



U., ein guter Freund der Familie, hat uns im Sommer ein paar Kilo vollreife Aprikosen aus dem Wallis mitgebracht. Schwesterherz verwandelte ihre Früchte umgehend in Konfitüre, während mein Anteil direkt in der Tiefkühltruhe landete, um in der kalten Jahreszeit zu Wähen, Streuselkuchen und Tartelettes verbacken zu werden. Die Tartelettes im Kleinformat sind schnell gemacht, noch schneller verputzt und ein wunderbarer Auftakt für ein entspanntes Wochenende im Bett, während die Schneeflocken draussen vor dem Fenster tanzen.


Für 4 runde Förmchen (12 cm Durchmesser):

  • 8 grosse, gefrorene Aprikosenhälften (oder während der Saison vier grosse, frische Aprikosen)
  • 60 gr Butter, sehr weich
  • 60 gr hellbrauner Rohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1/4 Tl gemahlener Koriander
  • 1 Ei Grösse L
  • 60 gr WonderFlour*
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Ränder der Förmchen ausbuttern, Boden mit Backpapier belegen. Aprikosenhälften leicht antauen lassen und jede Hälfte in vier Schnitze schneiden. Butter, Zucker, Salz und Koriander in eine Schüssel geben und mit dem Handrührer eine Minute auf hoher Stufe vermischen. Ei 30 Sekunden unterquirlen. Mehl mit Backpulver vermischen und esslöffelweise unterrühren. In die vorbereiteten Förmchen verteilen und mit einem nassen Löffelrücken glatt streichen. Mit den Aprikosenschnitzen belegen und auf der zweiten Schiene von unten 20-22 Minuten backen, bis der Stäbchentest positiv ausfällt.

* Kann durch helles Dinkel- oder Emmermehl ersetzt werden.

Sonntag, 8. Januar 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -85-



[GE]gessen
Blumenkohlröschen, die mit Béchamelsauce aus Ziegenmilch überbacken wurden

[GE]trunken: Apfelminzetee aus eigenem Anbau 

[GE]braten und umgehend entsorgtZwei Päckchen Coop Bio-Kalbsleber. 
Die Scheiben schmeckten fischig, und teilweise sogar "seichelig". 

[GE]backen: UrDinkeltoastbrot

[GE]wesen: Mit dem Postauto via Benkerjoch nach Aarau gedüst

 Auf dem dortigen Markt ein[GE]kauft: Gelbe Randen, zwei Truteneier, Salsiz vom Charolais-Rind, Znüniwürstli und zwei Stückchen Rohessspeck vom Wollschwein

[GE]lesen: Konklave - Robert Harris

[GE]freut
Über Geschäfte, die schrumpelige Passionsfrüchte zum halben Preis anbieten

[GE]ärgert:
Über den gleichen, immer noch kreuzdummen Amtsvorsteher wie letztes Jahr

[GE]hört: Fast Love - George Michael

Weg[GE]bracht:
Eine grosse Tasche voller Lesestoff zum Bücherschrank Voltaplatz

                               [GE]lacht:                                                

Freitag, 6. Januar 2017

Rauhnachtbrot



Eine Leserin hat sich nach dem Rezept für mein Rauhnachbrot erkundigt et voilà, hier ist es. Geröstetes Gerstenmehl ist zum Beispiel bei Alnatura unter der Bezeichnung "Tsampa" erhältlich, kann aber auch ohne grossen Aufwand selbst hergestellt werden.


Gerstenkörner einfach in einer Pfanne oder im Ofen möglichst gleichmässig mittel- bis dunkelbraun rösten, vollständig abkühlen lassen und in der Getreide- oder Kaffeemühle zu feinem Mehl mahlen. Schon eine kleine Menge reicht aus, um Broten einen herrlich nussigen Grundgeschmack zu verleihen. 

Für ein Brot:

  • 470 gr Weizenmehl Typ 550
  • 60 gr geröstetes Gerstenmehl
  • 390 gr Wasser
  • 30 gr Birnel oder flüssiger Honig
  • 10 gr Rapsöl
  • 10 gr Salz
  • 5 gr frische Hefe
  • 70 gr grob gehackte Pecannüsse
  • 40 gr getrocknete Sauerkirschen
  • 20 gr ungeschwefelte Rosinen

Alle Zutaten, bis und mit Hefe, in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Zuerst 12 Minuten auf Stufe 1 kneten. Nüsse und Trockenfrüchte zugeben und zwei Minuten auf niedrigster Stufe einkneten. Der Teig bleibt klebrig, was aber gewollt ist. Abdecken und 30 Minuten ruhen lassen. Auf der eingeölten Arbeitsfläche falten. Zurück in die Schüssel legen, mit einer Duschhaube abdecken und den Teig 12-16 Stunden an einem kühlen Ort (ca. 10-12 Grad) aufgehen lassen. Am nächsten Tag 1-2 Stunden akklimatisieren lassen. Gärkorb oder Salatschüssel mit einem Leinentuch auskleiden und mit reichlich Ruchmehl bestreuen. Arbeitsfläche ebenfalls bemehlen, Teigschaber befeuchten und den Teig damit aus Schüssel heben. Mit bemehlten Händen vorsichtig zu einem länglichen Laib formen und mit dem Schluss nach oben in das vorbereitete Gärkörbchen setzen. Abdecken und 45-70 Minuten aufgehen lassen, bis sich der Teig um ca. 80% vergrössert hat. Unterdessen einen Gusseisentopf mit Deckel (ich: 4,7 Liter Cocotte) auf das Gitter stellen, auf der zweiten Schiene von unten einschieben und den Ofen auf 250 Grad vorheizen. (Dauert bei mir ca. 35 Minuten). Topf aus dem Ofen holen, Deckel zur Seite legen. Teig vorsichtig schräg hineinkippen, so dass das Gärtuch gut weggezogen werden kann. Schnell einschneiden, Deckel wieder auflegen und zurück in den Ofen damit. Zuerst 15 Minuten bei 250 Grad, dann 35 Minuten bei 220 Grad backen. Vorsichtig aus dem Topf heben und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Passt, nur mit Butter bestrichen, perfekt zu einem heissen Kakao oder einem kräftigen Schwarztee. 

Montag, 2. Januar 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -84-



[GE]gessen: Nussschinkli mit Linsen-Gersten-Dhal

[GE]trunken: Lindenblüten-Maracuja-Eistee 

[GE]kocht: Polenta Taragna mit Entlebucher Kräuterkäse, 
dazu gab es aufgewärmte Restsauce vom weihnachtlichen Ossobuco

[GE]backen: Rauhnachtbrot & Calamansi Pie

[GE]wesen: Birlin Mühle in Degerfelden

Dort [GE]kauft: Gerste, Hirseflocken, Teff- und Milomehl

[GE]sehen: Die erste Folge der vierten Staffel Sherlock auf BBC one

[GE]lesen
The Four & Twenty Blackbirds Pie Book - Emily & Melissa Elsen
Southern Italian Desserts - Rosetta Costatino
Palestine on a Plate - Joudie Kalla
Nacht über Neapel - Maurizio de Giovanni

[GE]packt: Ein Paket für die Aktion 2 x Weihnachten

Im Ausverkauf ab[GE]räumt
Ein zweites Tiffin aus Edelstahl für Herrn C., 
zwei Paar Schuhe, Eau de Toilette von Elizabeth Arden, 
Blindbackkugeln aus Keramik und Geschirrtücher mit Hirschmotiv

[GE]hört: Don't leave me this way - The Communards

[GE]freut: Schwesterherz war entzückt über ihr Neujahrsgeschenk, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet hatte. 

Sonntag, 1. Januar 2017

Vorsätze und eine süsse Linsen-Mandel-Torte

Während die halbe Bloggerwelt in den letzten Tagen eine Rückschau nach der anderen veröffentlich hat, bin ich einer Kontemplation tunlichst aus dem Weg gegangen. 2016 ist eines der schlimmsten Jahre meines bisherigen Lebens gewesen, geprägt von tiefer Trauer, unendlich viel Ärger und glühendem Hass auf verblödete Bürokraten. Bevor ich mich noch in Rage rede schreibe, ziehe ich hiermit einen Schlussstrich unter die letzten 12 Monate und starte das neue Jahr lieber mit ein paar guten Vorsätzen für mein Bloggerdasein.

Erstens: 
Auch 2017 werden mindestens 99% der eingehenden Kooperationsanfragen und Werbeangebote abgelehnt. 

Zweitens: 
Meine Fotos werden sich auch weiterhin im Bereich von grottenschlecht bis knapp über mittelmässig bewegen, denn ich komme mit dem geschenkten High-Tech-Fotoapparat irgendwie nicht zurecht. Was unter anderem an der fehlenden Bedienungsanleitung liegt, die auch online nirgends verfügbar ist. *gnah*

Drittens:
Ausserdem werde ich mich auch zukünftig über Blogger/-innen aufregen, die Plastik aus ihrem Leben verbannen, ökologisch korrekte Holzzahnbürsten mit Schweineborsten benutzen, natürlich ausschliesslich bio/regional/saisonal/fair einkaufen und nebenbei nach Bali fliegen, um dort einen Yogakurs zu besuchen. Faktisch geht mir der überbordende Bilderwahnsinn, welcher langsam aber sicher auch auf europäische Blogs übergreift, ebenso gehörig auf die Nerven. Bisheriger Spitzenreiter: 70 (!) Fotos für einen Cherry-Almond-Pie.

Viertens:
Be yourself, no matter what they say.

Und darum gibt es zum Jahresanfang eine Linsen-Mandel-Torte, die garantiert keine Krankheiten heilen kann, garantiert nicht paleokonform ist und leider auch nichts dagegen ausrichten kann, dass Donald Trump bald das Zepter übernehmen und garantiert zusammen mit Erdoğan und Putin das Jahr 2017 versauen wird....


Linsen:
  • 75 gr geschälte rote Linsen
  • 350 gr Wasser
  • 40 gr Butter

Linsen in ein Sieb leeren und kurz abbrausen. Mit Wasser in einen kleinen Topf geben, auf den Herd stellen und so lange kochen, bis die Linsen pflutterweich, d.h. beinahe zerkocht sind. Topfinhalt in ein Sieb schütten und gut abtropfen lassen. 150 Gramm abwiegen und zurück in den Topf geben. Butter zu den noch heissen Linsen geben und alles mit einem Kartoffelstampfer oder einer Gabel zu einem glatten Brei verarbeiten. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.  

Teig:
  • 3 Eier Grösse L
  • 1 Prise Salz
  • 110 gr Zucker
  • fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone oder -Orange
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 2 Msp Nelkenpulver
  • 150 gr Linsenpüree
  • 80 gr fein gemahlene Mandeln
  • 50 gr Farina di Manitoba 
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Eine runde Kuchenform mit 24 cm Durchmesser einfetten oder mit Backpapier auslegen. Eier trennen. Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen. In einer zweiten Rührschüssel Eigelbe, Zucker, Zitronenabrieb und Gewürze eine Minute lang auf hoher Stufe mit dem Handrührer aufschlagen. Zuerst das Linsenpüree unterrühren, dann die Mandeln und zuletzt Mehl und Backpulver. Steif geschlagenes Eiweiss vorsichtig in zwei Portionen unterziehen. In die vorbereitete Form umfüllen und 35-40 Minuten backen, bis die Oberfläche nett gebräunt ist und der Stäbchentest positiv ausfällt. Wer keinen Kater hat, kann die Torte noch aprikotieren und mit einem zitronigen Zuckerguss verzieren. Nun seid ihr ja mit Süsskram, den Linsen als Glücksbringern und der Quellenangabe rundum versorgt und ich kann wieder beruhigt ins Bett zurückkriechen. Ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr! *hicks*