Donnerstag, 31. Dezember 2015

Fingerfood zum Jahresende: Tatale



Wie immer, seit das kleine Schweinwoll bei uns wohnt, gehen Herr C. und ich an Silvester getrennte Wege. Er rockt bis die Schwarte kracht, während Frau und Vierbeiner gemütlich das Sofa besetzen. Statt gross zu feiern, serviere ich mir heute Abend eine Schüssel Nüsslisalat, dazu würzige Tatale und gedämpfte Broccoliröschen. Den Abschluss bildet ein Bergamotte & Gin Cake, und später gönne ich mir noch eine Flasche ein Gläschen Moscato zum Anstossen. *hicks*


Für 10-12 kleine Pancakes:

  • 2 reife Gemüsebananen (gelbe Schale mit schwarzen Punkten), ca. 335 gr Fruchtfleisch
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 haselnussgrosses Stück Ingwer
  • 50 gr Hartweizengriess
  • 1/2 Tl Kräutersalz
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • Kokosöl zum Braten

Enden der Gemüsebananen kappen, Schale der Länge nach einschneiden und entfernen. Fruchtfleisch in fingerbreite Stücke schneiden und in den Mixbecher geben. Schalotte, Knoblauchzehe und Ingwer schälen, vierteln und ebenfalls in den Mixbecher damit. Mit dem Stabmixer zu einem feinen Brei pürieren. Bananenmus in eine kleine Schüssel umfüllen. Griess, Salz, zwei Umdrehungen Pfeffer und Muskatnuss nach Geschmack unterrühren. Probieren und evt. nachsalzen. Schüssel mit einem Teller abdecken und eine Stunde bei Zimmertemperatur quellen lassen. Eine grosse, schwere Pfanne erhitzen, einen Esslöffel Kokosöl darin schmelzen lassen. 5-6 Portionen Teig mit ausreichendem Abstand darin verteilen. 2-3 Minuten auf jeder Seite bei mittlerer Hitze braten, bis die Pancakes gut gebräunt sind. In Ghana, wo Tatale ein beliebtes Streetfood sind, wird oft noch eine fein gehackte Chilischote unter den Teig gemischt.

Auch dieses Jahr kurz und bündig: 

Herzlichen Dank für's Reingucken, Mitlesen und Kommentieren. 

Schön, dass es euch gibt. 

Guten Rutsch und herzliche Grüsse von der schneelosen Passhöhe herab


Dienstag, 29. Dezember 2015

--- Eine Eilmeldung: Auf der Suche nach frischen Bergamotten? ---


Fotoquelle


Dann beim nächsten Einkauf unbedingt den Umweg in einen grösseren/grossen Coop-Laden einplanen.
Ganz neu im Sortiment: Ungespritzte Bergamotten aus Kalabrien!
Kostenpunkt pro Säckchen à 600 Gramm (3-4 Früchte): CHF 4.50
In der Region sind sie zur Zeit in den Filialen Bachletten/BS und Mühlematt/BL erhältlich.
Falls ihr in eurer Nähe nicht fündig werdet, könnt ihr einfach telefonisch oder per Mail beim Coop-Konsumentendienst nachfragen, wo die aromatischen Zitrusfrüchte gerade an Lager bzw. bestellbar sind. Die Damen dort helfen gerne weiter.

Sonntag, 27. Dezember 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -34-



Am Weihnachtstag [GE]gessen
 
Zum Apéro: Flammenkuchen mit roten Zwiebeln und Sumach

Vorspeise: Nüsslisalat mit Zierquittenvinaigrette
Geräucherter Lachs aus Irland
Boston Brown Bread mit Frischkäse

Hauptgericht: Rinderschmorbraten 
Rosso di Ticino Polenta, garniert mit Stiltonkrümeln
Erbsen-Pilze-Peterli-Gemüse

Dessert: Vanille-Limetten-Mousse auf Heidelbeer-Rosmarin-Kompott

Zum Flammenkuchen [GE]trunken
Von Schwesterherz aus dem Piemont importierter Moscato d'Asti

[GE]kochtObiges Menü

[GE]backen: Zwei Zöpfe

Aus[GE]fallen
Unser weihnächtlicher Spaziergang im Schnee. War weit und breit keiner zu finden, darum ein Foto vom letzten Jahr.

[GE]sehen: Die Feuerzangenbowle

[GE]lesen
Die Hochzeit der Chani Kaufmann - Eve Harris

[GE]freut:
Über die supertollen Geschenke von Schwesterherz, U., T. und Herrn C.
Sie haben mich u.a. mit Olivenöl, Schokolade, zwei Kochbüchern, meinem Lieblingswein und einer Flasche Vieille Poire bedacht.

[GE]kauft: 4,5 Kilo Tarocco-Orangen zum Auspressen

[GE]hört:
Last Christmas - Wham!

[GE]gönnt
Herr C.: Ein rotes Caquelon aus Gusseisen von Cousances
Frau C.: Ein Foodprocessor von Phillips

[GE]lacht
Herr C. zappt blitzschnell durch das Fernsehprogramm.
Auf irgendeinem Sender wird gerade gekocht, darum bitte ich um Rückzappung. 
Sekunden später füllt ein Herr mit Glatze und markanter Brille 
das Bild aus. Herr C. dreht sich zu mir und erkundigt sich genervt: 
Ist das nicht der furchtbare Heston Blumenloch?


Dienstag, 22. Dezember 2015

Buchvorstellung: Der Duft von frischem Brot von Barbara van Melle



Gestern ging es um Mehl, heute gehen wir einen Schritt weiter und befassen uns mit der Kunst des Brotbackens. Barbara van Melle nimmt uns mit auf eine Reise zu Österreichs besten Bäckern, die nicht nur einen Einblick in ihre Backstuben gewähren, sondern auch noch einige ihrer Rezepte verraten haben. Zusammengefasst ist alles in dem Buch Der Duft von frischem Brot, das im Brandstätter Verlag erschienen ist.

Erster Eindruck:
Der graue Hardcover-Einband und die dunkelgraue/orange Schrift darauf reissen mich nicht gerade vom Hocker, ganz im Gegensatz zu den unzähligen Bildern auf den über 200 Seiten im Innern. Aus dem kurzen Durchblättern wurden zwei Stunden, in denen ich gelesen und in Brotphantasien geschwelgt habe. Optisch ist es auf alle Fälle ein Schmankerl.

Inhalt:
Schon mit dem ersten Satz der Einleitung hat mich die Autorin gepackt: ..."Ich kann auf vieles verzichten... aber Brotentzug - das würde ich nicht überstehen." Zwölf Bäcker und Backphilosophien werden vorgestellt, samt Rezepten, die auch zu Hause, d.h. ohne High-Tech-/Holzöfen, spezielles Bäckereizubehör oder komplexes Detailwissen, nachgebacken werden können. Der Theorieteil besteht aus weniger als 15 Seiten und bietet einen kleinen Einblick in Grundlagen wie Auswahl der Zutaten, Zeit, Vorteige, Sauerteig, Teigbearbeitung und Backen. Danach folgt gleich der Praxisteil mit über 50 Rezepten, die in folgende Kapitel unterteilt sind: Weizenbrote, Dinkelbrote, Roggenbrote, Misch- und Spezialbrote, Handgebäck (Brötchen) und süsse Teige. Ein paar Beispiele daraus:

Tiroler Doppelkrusti
Dinkelbrot mit Apfelsaft und Joghurt
Dinkel-Hirse-Brot mit Sauerteig
Bauernkrustenbrot mit Altbrot-Brühstück
Heurigenbrot mit Weisswein
Tiroler Schwarzbrot
Italienische Frühstücksweckerl
Mohnzelten
Schladminger Ribiselkipferl

Na, habe ich euch den Mund wässerig gemacht? Fotos und Rezepte sind so gehalten, dass man am liebsten sofort in die Küche laufen und einen (Vor)Teig ansetzen möchte. Herr C., der sonst keine Koch- oder Backbücher liest, hat es durchgeblättert und seinen Kommentar in Form von etwa 20 Zettelchen zwischen den Seiten hinterlassen. Die Bilder scheinen also auch Backlaien zu imponieren. Obwohl ich in den nächsten Monaten noch viele der vorgestellten Brote nachbacken werde, gibt es doch ein paar Ausnahmen, die mich zumindest theoretisch nicht völlig überzeugen konnten: Essenerbrot und Grumpanbrot beispielsweise sehen auf den Fotos recht krümelig aus, der Vinschgerlteig ist zu hefelastig und das Roggen-Dinkel-Brot ist mir persönlich zu kompakt geraten. Ob es an der Rezeptur oder der Umsetzung liegt (weil das Brot zum Beispiel zu früh angeschnitten wurde), wird sich zeigen. 

Was meint der Magen:
Das Knüppelbrot mit Vorteig und Quellstück aus Hartweizengriess war ein Traum! Ich habe halb Ruchmehl/halb Weizenmehl Typ 550 verwendet und die zwei Brote in UrDinkelschrot statt Roggenmehl gewälzt. Krachig-knusprige Kruste, fantastische Krume, super Geschmack. Das Rezept wurde gleich auf der Lieblingsbrotliste verewigt. Der Dinkeltoast hat dank dem Brühstück eine saftig-lockere Krume, aber unerfreulicherweise war das Brot am zweiten Tag schon ziemlich bröselig. Ich hatte gehofft, dass es noch ein oder zwei Tage länger frisch bleiben würde. (Schnelles Austrocknen ist leider ein generelles Problem bei reinem Dinkelbrot). Die Spitzbuambrötchen mit Kochstück, u.a. aus Roggenschrot & Leinsamen, sind bei mir zu einem grossen "Spitzbuben" mutiert. Ergebnis: Ein kerniges Brot, das uns mit Konfitüre genau so gut gefallen hat, wie mit Bresaola.


Fazit:
Meiner Meinung nach ist es eines der besten momentan erhältlichen Brotbackbücher. Definitiv nicht geeignet für blutige Anfänger oder Leute, die 3-Minuten-Brote für das höchste der Gefühle halten. Aber allen anderen, die auf der Suche nach richtig guten Brotrezepten sind, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Brandstätter Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Montag, 21. Dezember 2015

Buchvorstellung: Mehl von Erin Alderson



Der Weihnachtscountdown läuft und wer noch auf der Suche nach einem Geschenk in Buchform für Kochbegeisterte ist, wird vielleicht hier in den nächsten Tagen noch Ideen finden. Der Auftakt dieser kleinen Reihe macht Mehl von Erin Alderson aus dem Hans-Nietsch-Verlag.

Erster Eindruck:
Das Softcoverbuch ist überraschend umfangreich, einfach und klar strukturiert und hübsch bebildert. Für meinen Geschmack hätten es noch ein paar Fotos mehr sein dürfen, aber lieber Qualität statt Quantität.

Inhalt:
Auf über 220 Seiten wird die Herstellung von 33 verschiedenen Mehlsorten aus Getreide, Pseudogetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen ausführlich erklärt. Zuerst wird auf einer ganzen Seite das unverarbeitete Ausgangsprodukt vorgestellt und dann die Eigenschaften des daraus gewonnenen Mehls beschrieben. Abschliessend zählt die sympathische Bloggerin und Autorin auf, mit welchen Geräten das Mehl hergestellt werden kann. Denn man muss nicht zwingend eine elektrische Getreidemühle besitzen, um sein eigenes Mehl mahlen zu können. Nüsse und Samen zum Beispiel sind stark ölhaltig und dürfen unter gar keinen Umständen solo in einer Getreidemühle zermahlen werden. Wer eine Handmühle, eine Küchenmaschine/Food Processor, eine Kaffeemühle oder einen guten Mixer besitzt, ist mit von der Partie. Die Rezepte zum jeweiligen Mahlprodukt finden sich auf den folgenden Seiten und beschränken sich löblicherweise nicht nur auf die Themen Backen/Gebäck/Brot. Es finden sich auch Gerichte wie Nudeln, Pfannkuchen, Crespelle, Clafoutis, Suppen, Polenta, Dips, Gnocchi und so weiter und so fort. Gerne hätte ich euch jede einzelne Mehlsorte und ein, zwei Beispiele für ihre Verwendung vorgestellt, aber das würde den Rahmen dieses Posts sprengen. Doch ein paar ausgewählte Highlights, die auf meiner To-Do-Liste stehen, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Gerste: Grapefruit-Scones
Kamut: Ravioli mit Zuckermais, Ricotta und Basilikumbutter & Birnen-Tarte-Tatin
Emmer: Pitabrot
Weichweizen: Vollkornpie mit Rhabarber
Teff: Quiche mit Roter Bete & Schokomuffins mit Erdnussbuttertopping
Hirse: Hirsewaffeln mit Erdbeer-Ahornsirup-Sauce
Quinoa: Blumenkohlsteaks mit Quinoakruste und Sauce aus gegrillten Tomaten
Sorghum: Schoko-Espresso-Donuts aus dem Ofen
Linsen: Süsskartoffel-Linsen-Gnocchi mit Pestosahnesauce
Erbsen: Erbsen-Zucchini-Puffer mit Joghurt-Dill-Dip
Leinsamen: Mini-Spinatquiches & Leinsamenporridge mit Pfirsichen
Kürbiskerne: Gefüllte Pilze mit Kürbiskernkruste
Walnüsse: Glutenfreie Walnuss-Kakao-Brownies

Erfreulicherweise sind viele der Rezepte glutenfrei und die Mengenangaben durchgehend in Cups und Gramm/Millilitern. Dafür muss aber auch angemerkt werden, dass die Hefe- und Zuckermengen fast durchgehend halbiert werden sollten/können. Aber das ist schliesslich typisch für amerikanische Rezepte. Und noch ein Hinweis: Klebreis sollte, entgegen der Anleitung im Buch, nicht in einer Haushaltsmühle (mit Steinen aus Korund oder Granit) zermahlen werden, da dies zu einer ziemlich schmierigen Sauerei führen kann. Mühlen mit einem Stahlkegelmahlwerk sind davon ausgenommen. 

Was meint der Magen:
Zur Vorspeise gab es Erbsensuppe aus grünem Erbsenmehl. Um das Mahlen in der elektrischen Mühle zu erleichtern, habe ich die Erbsen zuvor im Zerkleinerer herumtanzen lassen. Danach ging alles ganz fix: Gewürze im Topf anrösten, Mehl dazu, mit Wasser ablöschen, fünf Minuten kochen, fertig. Die schnellste Erbsensuppe (aus getrockneten Erbsen, muss ich dazu sagen), die ich je zubereitet habe. Ich fand sie gut, Herr C. bemängelte den Bockshornkleegeschmack, den ich hingegen sehr mochte. Als Hauptgang folgten gebackene Süsskartoffeln mit Walnuss-Crumble. Dumm nur, dass ich vergessen hatte, Süsskartoffeln aufzutreiben. Aber ich hatte noch einen halben Butternutkürbis auf der Terrasse und so gab es halt Kürbis mit Walnuss-Crumble. Ich habe noch gehackte Rosmarinnadeln unter die Masse geschmuggelt und einen Knobidip dazu serviert. Wir waren beide sehr angetan, Wiederholung folgt.


Den Abschluss bildeten Gerstencookies mit Schokostückchen. Meine Kekse sehen etwas anders/kompakter aus, als die im Buch abgebildeten, aber das führe ich auf die Verwendung von Mehl aus Perlgraupen (statt Vollgerste) zurück. Geschmeckt haben sie aber trotzdem wunderbar.

Fazit:
Dieses Buch ist meiner Meinung nach nicht nur für (zukünftige) Haushaltsmühlenbesitzer sehr empfehlenswert, sondern auch für alle, die gerne mehr unkonventionelle Vollkorngerichte, Hülsenfrüchte, Nüsse oder glutenfreie Pseudogetreide in ihre Ernährung einbauen möchten. Und natürlich ist es ein super Begleitgeschenk zu einer Getreidemühle oder einem Hochleistungsmixer.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Hans-Nietsch-Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Sonntag, 20. Dezember 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -33-

     [GE]hört:
                                

[GE]gessen
: Fondue Chinoise aus Trutenfleisch

mit gekochtem Gemüse, Kroketten und Knoblauchsauce

[GE]trunken
Smoothie aus 3 Goldkiwis, 3 Clementinen, einer Persimone und Limettensaft

[GE]kocht: Auberginen-Piccata

[GE]backen: Popovers mit Sauerteig
(dazu gab es Sauerbraten aus dem Slow Cooker)

[GE]wesen: Mit Herrn C. in Olten und Aarau

[GE]sehen: Top Gear

[GE]lesen
Ludwig II.: Der unzeitgemässe König
Herrin des Hügels: Das Leben der Cosima Wagner 
von Oliver Hilmes

Aus[GE]liehen:
Die Manns: Geschichte einer Familie - Tilmann Lahme
Dictator - Robert Harris
Mein Taubenschlag; Sämtliche Erzählungen - Isaak Babel
Englische Liebschaften - Nancy Mitford
Frauenschicksale im Zarenreich - Hermann Schreiber
Die Hochzeit der Chani Kaufmann - Eve Harris
Der Jakubijân-Bau - Alaa al-Aswani

[GE]ärgert:
Bei einem Onlineshop eine grössere Bestellung aufgegeben und extra darauf hingewiesen, dass bitte alles zusammen verschickt werden soll.
Ende der Geschichte: Ohne Nachfrage oder Info wurden zwei Pakete verschickt. 
*gnah*

[GE]kauft
Stilton und Trüffelöl 

Im Brocki[GE]funden:
Originalverpackte BB Schiffliförmli samt Ausstecher
und 
ein classic Stuhl von Horgen-Glarus


Mittwoch, 16. Dezember 2015

Man(n) gönnt sich ja sonst nichts: Popovers mit Sauerteig



Popovers sind die US-Variante des englischen Yorkshire Puddings und halt typisch amerikanisch: Grösser, höher und (meiner Meinung nach) auch einen Ticken besser. Der Sauerteig dient in diesem Rezept nur als Geschmacksgeber, denn die Popovers kommen völlig ohne Triebmittel aus. Ihre aufgeblasene Form verdanken sie dem im Innern entstehenden Dampf, der nicht entweichen kann und den flüssigen Teig in überdimensionierte "Windbeutel" verwandelt. Sie passen perfekt zu Braten/Gemüse mit/in Sauce und natürlich Suppen und Eintöpfen. Oder wie Herr C. sagen würde: Halt wie Semmelknödel, nur praktischer zum Essen. Für eine süsse Variante Kräutersalz durch 1/4 Tl Salz ersetzen und Muskatnuss eventuell unterschlagen. Mit Butter, Honig und Konfitüre zum Brunch servieren.


Für 9 Popovers (12er Muffinblech):

  • 2 El Butter
  • 250 gr Milch
  • 90 gr ASG aus dem Kühlschrank, zimmerwarm (ich: Weizensauer aus Ruchmehl)
  • 3 Eier Grösse M, zimmerwarm (zusammen 180 gr mit Schale)
  • gut gehäufter 1/4 Tl Kräutersalz
  • 2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 120 gr Weizenmehl Typ 405
  • 1/2 El Rapsöl
  • etwa 2 El natives Kokosöl (pro Vertiefung ca. 1/2 Tl)

Butter in einem kleinen Topf schmelzen, kühlschrankkalte Milch zugiessen und lauwarm werden lassen. Unterdessen mit dem Handrührer Sauerteig, Eier, Kräutersalz und Muskatnuss verquirlen. Weizenmehl zugeben und schnell zu einem glatten Teig verrühren. Lauwarme Milch zugiessen und zügig zu einem glatten Teig vermischen. Abdecken und 25 Minuten quellen lassen. Unterdessen den Ofen auf 250 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Gesamte Oberfläche (Vertiefungen und Zwischenflächen) des Muffinblechs mit Hilfe eines Küchenpapiers grosszügig einölen. Muffinform für 2 Minuten zum Aufheizen in den Ofen stellen. Unterdessen den Teig nochmals aufmixen, bis sich an der Oberfläche viele Bläschen zeigen. Form aus dem Ofen holen, neun Vertiefungen zackig mit dem Kokosöl bestücken. Teig ebenso schnell in die Vertiefungen giessen, d.h. bis etwa fingerbreit unter den Rand füllen. Zurück in den Ofen und bei 230 Grad 15 Minuten backen. Während der ganzen Backzeit die Backofentüre NICHT öffnen, die Popovers könnten sonst zusammensacken. Temperatur auf 190 Grad reduzieren und weitere 20 Minuten backen, bis sie gut gebräunt sind und die Oberfläche trocken aussieht. Aus dem Ofen holen, aus der Form heben/kippen, am Boden mit einem scharfen Messer einstechen (dann fallen sie nicht so schnell zusammen) und heiss servieren. Quelle: King Arthur Flour


Dienstag, 15. Dezember 2015

Last Christmas...ääääh....Minute: Zierquittenöl



Zutaten: 2
Aufwand: Fast nix
Idee: Aus dem Buch Winterzauber
Ergebnis: Superb
Geeignet: Für alle, die fruchtige Öle schätzen

Einfacher geht es kaum: Beim nächsten Spaziergang ganz nebenbei ein paar Zierquitten pflücken. Die hängen immer noch dutzendweise an den Sträuchern oder liegen drumherum verstreut. Beute nach Hause tragen, gründlich waschen und auf Insektenbefall kontrollieren. Pro 125 Milliliter Raps-, Reis- oder Sonnenblumenöl, nimmt man 1-3 Zierquitten, je nach Grösse. Die Früchte in dünne Scheiben schneiden, in ein sauberes Einmachglas oder eine Glasflasche mit breiter Öffnung legen, und mit dem Öl übergiessen. Darauf achten, dass die Scheiben alle vom Öl bedeckt sind. Eventuell mit einem kleinen Konfitüreglas oder einem Tellerchen beschweren, wenn die Scheiben nicht unter dem Öl bleiben wollen. Gut verschliessen und mindestens eine Woche ziehen lassen. Zwei Wochen wären auch nicht schlecht, und eine Woche mehr kann auch nicht schaden. (Das Zierquittenöl beginnt nach ein paar Tagen trüb zu werden, dieser Vorgang ist ganz normal). Nun noch ein Schleifchen um das Glas oder die Flasche binden, et voilà, schon sind wir fertisch mit die Bastelei von die Weihnachtsgeschenken. Vielleicht noch ein Zettelchen daran befestigen, damit der Beschenkte nicht ganz ohne Informationen zur Verwendung auskommen muss. Ein empfehlenswerter Text: Zierquittenöl - Passt ausgezeichnet zu Fisch, Gemüse und Salaten. Nicht mitkochen, bitteschön. Happy X-mas!


Montag, 14. Dezember 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -32-



[GE]gessen
Gebratene Gemüsebananenscheiben, grosszügig mit Zimt-Kokoszucker
bestreut und eingerollt in flauschige, vegane Beghrir

Zuerst [GE]dämpft, dann An[GE]braten: Mini Bok Choy mit Fischsauce

Zusammen[GE]rührt: Chicorée-Glacé

[GE]backen: 
Glarner Doppelback und Sauerteigbrot mit Sellerie und getrockneten Feigen

[GE]wesen: Zu Besuch im Spital, die Frau Mama wird dort gerade beherbergt

[GE]sehen
Kaufen für die Müllhalde Das Prinzip der Geplanten Obsoleszenz

[GE]lesen
Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber 
Dorothy Parker - Eine Biographie von Michaela Karl
&
Titan - Robert Harris

[GE]ärgert
Über Autohalter, die unsere Strasse mit einem
Parkplatz verwechseln. Da wird frisch-fröhlich mitten auf dem Gehsteig parkiert, gerne auch das ganze Wochenende über.

[GE]rade im Keimglas:
Eine Mischung aus grünen Linsen, Rettich, gelbem Senf und Bockshornklee

Im Brocki [GE]kauft
Fünf unbenutzte Fondueteller aus den 50ern
Ein Art-déco-Teller mit ausgefallenem Spritzdekor
Ein Kresseigel, hergestellt von der Firma Bay Keramik

[GE]hörtAmadeus - Falco

[GE]lacht:
Der Tod steht in einem Mietshaus vor einer Tür.
Er klingelt, kurze Zeit später wird die Wohnungstür einen Spalt weit geöffnet. Heraus schaut eine alte Dame. 
Der Tod lässt seinen Begrüssungsspruch vom Stapel:
Deine Zeit ist gekommen.
Darauf die alte Dame:
Quatsch, die habe ich gar nicht abonniert.


Sonntag, 13. Dezember 2015

Urgetreidemüsli mit Blüten, Brennesselsamen und Verveine



Aussehen: Wow!
Geschmack: Wow!
Angeberfaktor: Hoch
Geeignet für alle, die sich wieder einmal selbst verwöhnen möchten.
Oder als spezielles Weihnachtsgeschenk.


Für ein Glas voll:

  • 50 gr Gerstenflocken
  • 50 gr Einkornflocken
  • 50 gr (Wild)Roggenflocken
  • 50 gr Emmerflocken
  • 50 gr Kamutflocken
  • 2 El Brennnesselsamen

Alle trockenen Zutaten in einer Rührschüssel vermischen.

  • 2 El natives Kokosöl
  • 50 gr Ahornsirup
  • 1/4 Tl Zimt
  • 2 Prisen gemahlene Muskatblüte
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 El getrocknete Blüten und/oder eine Blütenmischung* 
  • 1 El fein zerkrümelte Verveineblätter

Ofen auf 180 Grad vorheizen, Backblech mit Backpapier belegen. Kokosöl im Wasserbad verflüssigen, Ahornsirup und Gewürze unterrühren. Zu den trockenen Zutaten in die Schüssel geben und vermischen, bis alle Flocken mit der Flüssigkeit benetzt sind. Auf dem Backblech verteilen, auf der mittleren Schiene einschieben und etwa 15-20 Minuten/nach Sicht backen, bis die Mischung gleichmässig gebräunt ist. Mindestens einmal umrühren, damit nichts anbrennt. Aus dem Ofen holen, auf ein Abkühlgitter stellen und das Müsli auf dem Blech auskühlen lassen. In ein dicht schliessendes Glas umfüllen, Blüten und Verveine untermischen, bis alles gleichmässig verteilt ist. Kühl und dunkel gelagert, hält sich das Müsli locker mehrere Wochen. Alle Zutaten sind in gut sortierten Bio-Läden erhältlich, Verveineblätter oft auch in Geschäften mit nordafrikanischen Spezialitäten.

*Ich habe selbst getrocknete Ringel-, Sonnen-, Kornblumenblütenblätter, Rosenblüten und einen kleinen Rest Flower-Power-Mischung von Sonnentor verwendet. 


Samstag, 12. Dezember 2015

Gentlemen's Marzipan Cake



Weihnächtliche Stimmung ist hier weit und breit noch nicht auszumachen. Es ist einfach zu warm und zu sonnig, um auch nur an Keksbackorgien zu denken. Aber ein Kuchen geht ja bekanntlich immer. Er ist eine Hommage an die Marzipanröllchen, die meine frühere Mathelehrerin immer in der Adventszeit in ihren Klassen verteilt hat. Diese Röllchen bestanden aus getrockneten Aprikosen, wenig Rum, viel Marzipanrohmasse und die Enden waren mit dunkler Schokolade überzogen. Ich liebte diese kleinen, pappsüssen Dinger (übrigens ganz im Gegensatz zu meiner Lehrerin). Mittlerweile bevorzuge ich Süssigkeiten, die mich nicht direkt ins Zuckerkoma befördern, darum ist der Zuckermenge im Kuchen ziemlich gering ausgefallen. Süssschnäbel erhöhen den Anteil auf mindestens 50 Gramm, dann ist es aber kein Gentlemen's Cake mehr. 


Für eine kleine Kastenform (21 x12 cm):

  • 60 getrocknete Aprikosen
  • 1 El Cognac

Aprikosen nicht zu fein hacken, mit dem Cognac vermischen und 1 Stunde ziehen lassen. Cakeform gründlich ausbuttern oder mit Backpapier auslegen.


Teig:
  • 75 gr Butter, sehr weich
  • 30 gr Zucker 
  • 4 Tropfen Bittermandelöl 
  • 1 Prise Salz
  • 100 gr weiche Marzipanrohmasse, in kleine Stücke zerteilt
  • 2 Eier Grösse L
  • 50 gr grob gehackte Schokolade, mind. 70%
  • 80 gr Weizenmehl 
  • 20 gr Speisestärke
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver

Ofen auf 170 Grad vorheizen, Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Butter mit Zucker, Bittermandelöl und Salz 30 Sekunden mit dem Handrührer vermischen. Dann 30 Sekunden die Marzipanrohmasse einarbeiten. Eier einzeln zugeben, jeweils 30 Sekunden untermischen. Schokolade und die getränkten Aprikosen samt Restflüssigkeit von Hand unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver miteinander vermischen, in zwei Durchgängen zugeben und nur so lange rühren, bis der Teig gerade homogen ist. In die vorbereitete Kastenform füllen, in den Ofen damit und 25 Minuten backen. Das Gitter eine Schiene höher einschieben und dann noch weitere 10 Minuten bräunen, bis der Stäbchentest positiv ausfällt. Auf einem Gitter 10 Minuten auskühlen lassen, erst dann aus der Form befreien. Der Kuchen hält sich, gut eingepackt und kühl gelagert, problemlos 4-5 Tage und wird dabei immer aromatischer. Grundrezept: Von Madame Sin die Weck weg

Dienstag, 8. Dezember 2015

Auberginenfrikassee



Zehn Minuten vor Ladenschluss fiel mir plötzlich ein, dass ich für den nächsten Tag noch einen Würfel Hefe besorgen musste. Also auf's Velo geschwungen, in Lichtgeschwindigkeit zum Laden geradelt und dort gleich die Richtung zum Kühlregal eingeschlagen. Dabei kam ich an der Gemüseauslage vorbei, wo viele Packungen zum halben Preis angeboten wurden. Der Blumenkohl sah schon recht lädiert aus, Lauch hatte ich noch, aber das Körbchen mit den Auberginen wollte unbedingt mit. Genau so wie der Rotkohl, rote Spitzpaprika und ein Schälchen Cherrytomaten. Die Rettungsaktion kostete mich knapp drei Franken und versorgte uns während den nächsten zwei Tagen mit Vitaminen. Aus dem Rotkohl wurde zusammen mit Randen und Lauch ein genialer Coleslaw, Paprika und Champignons ergaben ein nettes Pfannengericht. Nur die Tomaten und Auberginen lagen immer noch in der Obstschale. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich die Auberginen gebraten und mit Miso glasiert, aber wenn Herr C. mitisst, müssen sie immer schön unauffällig auf den Teller geschmuggelt werden. Die Lösung: Auberginenfrikassee, frei nach einem Rezept aus dem Hiltl-Kochbuch von 1998. Zusammen mit Polenta Taragna, verputzte auch der Chef des Hauses genüsslich eine doppelte Portion davon. Gutes Kind. :-)


Für 4 Personen:

  • 2 mittelgrosse Auberginen (ca. 800 gr)
  • 1,5 Tl Salz
  • 2 El Olivenöl
Auberginen waschen, putzen und in ca. 1,5 cm grosse Würfel schneiden. In ein Salatsieb geben, mit dem Salz bestreuen, durchmischen und 20 Minuten Wasser ziehen lassen. Sauberes Küchentuch oder -papier ausbreiten, Auberginenwürfel darauf verteilen und trocken tupfen. Öl in einer grossen Pfanne erhitzen, Auberginenwürfel darin rundum braun anbraten. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

  • 1 El Butter
  • 4 Schalotten, fein gehackt
  • je 1/2 Tl getrockneter Majoran, Thymian, Oregano & Bohnenkraut
  • 1,5 El Tomatenmark
  • 1,5 El Paprikapaste
  • 125 gr Cherrytomaten, in kleine Stücke geschnitten
  • 100 ml Weisswein
  • 1 Dose Pelati, zerkleinert (400 gr)
  • 250 ml Wasser
  • 1 Tl Roh- oder Kokosblütenzucker
  • 1 Tl Malzkaffeepulver
  • Salz, Pfeffer
  • 125 ml Sahne

Pfanne auswischen, Butter darin schmelzen. Schalottenstücke anschwitzen, Kräuter zugeben, kurz durchrühren. Paprika- und Tomatenpaste in die Pfanne geben, eine Minuten mitbraten. Tomatenwürfel dazu, ebenfalls eine Minuten braten. Mit Weisswein ablöschen, einkochen lassen und dann Pelatiwürfel samt Flüssigkeit, Wasser, Zucker und Kaffee einrühren. Salzen, Deckel auflegen und 15 Minuten auf mittlerer Stufe köcheln lassen. Sahne und gebratene Auberginenwürfel unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Deckel wieder auflegen und auf der ausgeschalteten Platte noch 5 Minuten ziehen lassen. Heiss mit Reis, Couscous oder Polenta servieren.


Sonntag, 6. Dezember 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -31-



[GE]gessen: Brasilianische Bohnen mit gebackenem Speckknödel

[GE]trunken: Cuba Libre

[GE]kocht: Auberginenfrikassee mit Polenta Taragna

[GE]backen: Butchys und ein P&A Applecake

[GE]wesen: In Luzern

[GE]sehen
Der talentierte Mr. Ripley & Shakespeare in Love

[GE]lesen
Finderlohn - Stephen King
Villa Metaphora - Andrea De Carlo

Brüllend [GE]lacht:
"..Ich habe sozusagen eine Lackhosen-Intoleranz.."
Aus der Serie Komm schon

[GE]freut:
Zigarettennachschub für Frau Mama besorgt.
Als ich bezahlen wollte, fragte mich die Verkäuferin:
Darf ich bitte ihren Ausweis sehen?
She made my day!

[GE]ärgert:
Über ein absolut untaugliches Rezept für Nan-E Barbari 
aus dem gerade eingetrudelten Buch "The Hot Bread Kitchen Cookbook".
450 Gramm Wasser auf 510 Gramm Mehl ergibt Pampe, aber keinen Brotteig. 
Ich musste 160 Gramm Mehl zugeben, bis die Konsistenz stimmte.
Superärgerlich, denn ich habe das Buch nur bestellt, weil die Mengen
in Cups UND Gramm angegeben sind. *gnah*

Auf dem Markt [GE]kauft
Weisse und braune Shimeiji, pestizidfreie Enotaki, gelbe und Chioggia-Randen, Peruanische Oca, Capucine tubéreuse, Kerbelrüben und drei Sorten Käse

[GE]hört:
                           
                  Goodbye Scott, Held meiner Teenagerzeit 


Samstag, 5. Dezember 2015

Cassis-Brownies statt Grättimänner



Keine Zeit für Hefeteig, ich bin mit Herrn C. in der Innerschweiz unterwegs. Darum nur ein schnelles Sonntagssüss statt der traditionellen Grättimänner. Grundlage ist das Rezept für Heidelbeer-Brownies, die Abwandlung minimal, trotzdem ergibt sich ein völlig neues Geschmackserlebnis. Für eine glutenarme bzw. glutenfreie Variante das Weizenmehl 1:1 durch helles Roggenmehl oder Farina bonà ersetzen. 


Für eine kleine Tarteform (15 x 20 cm):

  • 85 gr dunkle Schokolade (halb 73%, halb 50%)
  • 45 gr Butter & ein kleiner Knubbel zum Ausfetten der Form
  • 1 Ei Grösse L
  • 50 gr frische oder aufgetaute schwarze Johannisbeeren
  • 75 gr brauner Rohrzucker
  • 1 Tl Crème de Cassis oder Grappa 
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tl Granatapfelmelasse
  • 75 gr fein gemahlene Mandeln 
  • 20 gr Weizenmehl
  • 1/4 Tl Weinsteinbackpulver 

Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gitter auf der mittleren Schiene einschieben. Boden der Form mit Backpapier auslegen, Rand ausbuttern. Butter und Schokolade im Wasserbad schmelzen. Unterdessen Ei, Johannisbeeren, Zucker und Alohol mit dem Mixstab fein pürieren. Zuerst die geschmolzene Schokolade, dann Salz, Melasse und Mandeln unterrühren. Mehl und Backpulver kurz unterziehen, bis der Teig gerade homogen ist. In die Form füllen, in den Ofen schieben, Hitze gleich auf 160 Grad reduzieren und 22 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen, dann vorsichtig mit dem Backpapier aus der Form heben. Kann problemlos zwei Tage im Voraus gebacken werden. 


Mittwoch, 2. Dezember 2015

Buchvorstellung: a modern way to eat - Anna Jones



Ich gestehe: Zum ersten Mal in meinem Leben war ich mehr an dem verwendeten Material als an den Rezepten eines Kochbuches interessiert. Klingt komisch, ist aber so. Dabei hat a modern way to eat von Anna Jones aus dem Mosaik Verlag auch inhaltlich einiges zu bieten.

Erster Eindruck:
Der runde Kleber in der rechten oberen Ecke springt dem Leser förmlich ins Auge: Weltweit das erste Buch aus Apfelpapier - Wird aus Apfelresten hergestellt, 100% umweltfreundlich. Oho, das klingt richtig toll. Ganz gespannt packe ich das Buch aus, denn ich bin total neugierig, wie das vollständig biologisch abbaubare Papier aussieht und sich anfühlt. Zuerst fällt mir der spezielle Geruch auf. Nicht unangenehm, irgendwie vertraut, aber definitiv keine Spur von Apfeltrester. Das Papier ist nicht wie gewohnt reinweiss, sondern leicht gräulich und mit unzähligen winzigen schwarzen Sprenkeln verziert. Erinnert mich an die Schulhefte aus Recyclingpapier, die während meiner Zeit auf dem Gymnasium vorgeschrieben waren. Allerdings fühlt sich das Apfelpapier viel angenehmer an. Es ist matt und leicht rau, die Seiten lassen sich dadurch gut fassen und umblättern. Und erfreulicherweise sind die Kanten stumpf, so dass man sich daran nicht schneidet. Alles in allem: Beide Daumen hoch! 

Inhalt:
Der Untertitel verspricht: Über 200 vegetarische und vegane Rezepte für jeden Tag. Ich würde behaupten: Passt. Die Rezepte sind meist schnell und einfach umsetzbar und die verlangten Zutaten, mit ganz wenigen Ausnahmen, in Supermärkten und Bioläden erhältlich. Die Gerichte bestehen hauptsächlich aus Gemüse und Obst, Tofu wird nur viermal eingesetzt und Rezepte mit Sojaschnetzel und Co. sucht man hier vergeblich. Die ganzseitigen, matten Fotos sind sehr hübsch, aber leider ist nicht jedes einzelne Gericht bebildert. Bei über 300 Seiten, vollgepackt mit Text, Rezepten, Ideen und Variationsmöglichkeiten, ist das aber verschmerzbar. Um euch einen kleinen Einblick in die Vielfalt zu bieten, findet ihr links die Kapitel und rechts je ein Beispiel daraus:

(M)ein Grund zum Aufstehen  -   Blaubeer Pie Porridge
Für zwischendurch  -  Rauchiges Walnuss-Kreuzkümmel-Muhammara
Eine Schüssel Brühe, Suppe oder Eintopf  -  Walnuss-Miso-Brühe mit Udonnudeln
Salate zum Satt- und Glücklichessen  -  Warmer Salat mit geröstetem Grünkohl, Kokosnuss & Tomaten 
Einfaches für mittags, Entspanntes für abends  -  Spaghetti mit Avocado, Zitrone und Kapern
Herzhafte Gerichte und Ideen für hungrige Horden  -  Rote-Bete-Bourguignon mit Lorbeer
Gemüse als Begleitung  -  Gegrillter Balsamico-Chicorée
Süsses Finale  -  Blutorangensorbet mit Schokostückchen
Kuchen, Brot und mehr  -  Salzkaramell-Brownies
Und was gibt's zu trinken?  -  Zitronengraslimonade mit Chili
Konfitüre, Chutney, Brühe und andere nützliche Dinge  -  Würziges Nektarinenchutney

Hervorheben möchte ich noch die Indizes. Zuerst sind die Gerichte nach Rezeptnamen geordnet, dann nach Zutaten aufgelistet, und am Schluss noch getrennt nach veganen und glutenfreien Rezepten aufgeführt. Wunderbar übersichtlich, dafür ein ganz grosses Lob von mir.


Was meint der Magen:
Gestartet wurde mit einem Sesam-Dattel-Smoothie aus Banane, Kakis, Haferflocken und Tahini. Ich fand ihn geschmacklich nett, mit einem grossen Spritzer Zitronensaft sogar noch besser. Ein praktisches All-in-one-Frühstück für Tage, an denen alles ein wenig schneller gehen muss. Die Selleriesuppe mit Äpfeln, Haselnüssen & Knuspersalbei war leicht fruchtig und überhaupt nicht dröge. Herr C. verlangte gleich einen zweiten Teller voll, allerdings ohne Salbei, der ohnehin aus war. Danach gab es Kartoffelküchlein mit schnellen Gurken-Pickles. Ich habe die Kartoffelmasse halbiert, damit eine Hälfte mit und die andere ohne Curryblätter zubereitet werden konnte. Ihr wisst ja, Herr C. und Curry... Wie erwartet, lagen die Küchlein mit Curryblättern weit vorne, aber die zähe Konsistenz der unzerteilten Blätter störte mich ziemlich. Fein hacken, oder mit den Zwiebeln andünsten und danach entfernen, wäre wohl die bessere Lösung gewesen. Zum Abschluss gab es das Kokos-Vanille-Kuchenbrot. Spontan landete noch ein Löffel Kakaopulver im Teig, weil ich die Kombination von Kokosblütenzucker und Kakao heiss und innig liebe. Unser einstimmiges Urteil lautete: Geschmacklich gut, aber zu trocken. Frisch, d.h. am Backtag, ist er ganz okay, aber getoastet, wie von der Autorin empfohlen, war er uns beiden viel zu bröselig.  

Fazit:
Ich würde das Buch eher Anfängern als Fortgeschrittenen empfehlen, denn ich persönlich vermisse die Highlights für ambitionierte vegetarische/vegane Hobbyköche. Oder anders ausgedrückt: Solide vier von fünf möglichen Sternen. Darum gibt es von mir keinen überschwänglichen Lobgesang, aber eine Kaufempfehlung (u.a. auch wegen dem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis).

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Mosaik Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.