Montag, 30. November 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -30-



[GE]gessen: Mit Birnel und Koriander gebackene Randen- und Navetstifte 

[GE]trunken: Tomaten-Ingwer-Tee

[GE]kocht: Gebackener Blumenkohl mit Zitronen-Mohn-Reis

[GE]backen: Dinnete mit Kartoffeln, Fenchel und Lauch
Zopf aus Gelbweizen-, Dinkel- und Ruchmehl
Spitzbuben für Grobmotoriker 

[GE]wesen: Mitten unter der Woche um 21:55h in einem Supermarkt.
Ein gespenstisches Erlebnis. Erinnerte mich ein bisschen an einen
Horrorfilm. Verlassene Gänge, gelöschte Lichter im hinteren Bereich, halbleere Gestelle.... Fehlten nur noch die Zombies. 

[GE]sehen
Spectre & Der Eissturm

[GE]lesen
Der Automobilclub von Kairo - Alaa al-Aswani 

[GE]freut
Herr C. hat, trotz vollgedrängtem Terminplan, die Zeit 
gefunden mit mir einen kleinen Ausflug ins Elsass zu machen. 

[GE]ärgert:
Über Angestellte der Mobiliar-Versicherung, die bei jedem Anruf versprechen, den Sachverhalt abzuklären und sich dann wieder zu melden. Einen Monat und sieben Telefonate später warte ich immer noch auf einen Rückruf bzw. eine Antwort. *gnah*

[GE]kauft
Einen kleinen Weihnachtskaktus mit rosa Blüten

[GE]hört:
I Got a Name - Jim Croce

[GE]weint:
In einer Sendung über Vegetarismus/Veganismus wurden ein paar Sequenzen zum Thema Tierquälerei eingeblendet. Unter anderem ein sterbender Hund, dem man Sekunden zuvor bei lebendigem Leib die Haut samt Fell abgerissen hatte. Der Schmerz, der in seinen Augen zu sehen war, hat mich bis ins Mark erschüttert. Mir wurde speiübel, ich konnte die Tränen nicht zurückhalten. Seither verfolgt mich dieses Bild. Und es wird mich wohl noch sehr lange Zeit verfolgen. Alles für billige Pelzmäntel, -jacken, -kragen und -verzierungen, die gedankenlos gekauft und ein Jahr später entsorgt werden, weil sie dann unmodisch sind. Dann muss ein neues Teil her, für das wieder ein wehrloses Tier bei lebendigem Leib gehäutet wird.
Krank? Pervers? Völlig abgestumpft?
Mir fehlen die Worte.


Sonntag, 29. November 2015

Persische Quittenkonfitüre aus dem Slow Cooker



Kurz und knapp: Dies ist die quittigste Quittenkonfitüre, die ich je kosten durfte. Mehr Quitte geht einfach nicht. Dank der langen Garzeit ist sie unglaublich aromatisch-fruchtig und trotz des geringen Zuckeranteils, mehr als ausreichend süss. Die Vorbereitung ist etwas aufwändiger als gewöhnlich, wird aber durch die Zubereitung im Slow Cooker wieder wett gemacht. Traditionellerweise werden die Quittenstücke am Schluss der Kochzeit nicht püriert, dadurch bleibt die Konfitüre aber recht flüssig, was ich persönlich nicht besonders mag. Für eine stärkere Kardamomnote können die ausgelösten Körner grob zermörsert werden. Bei der Rosenwassermenge empfiehlt sich vorsichtiges Herantasten. Vorzugsweise mit einem halben Esslöffel voll beginnen und dann teelöffelweise mehr zugeben, bis der Geschmack passt. Funktioniert natürlich auch ohne Slow Cooker. Einfach 1-2 Stunden in einem grossen Topf auf dem Herd köcheln lassen und regelmässig umrühren, damit nichts anbrennt.


Für 4 Gläser à 250 ml und 1 Glas à 175 ml:

  • ca. 1,5 Kilo ungespritzte Quitten 

Flaum gründlich abreiben, Quitten schälen und vierteln. Kerngehäuse, Fliegen und Stielansätze entfernen. Schalen und Kerngehäuse in einen grossen Topf geben, mit einem Liter Wasser bedecken und 15 Minuten kochen lassen. Unterdessen die Quittenviertel wiegen, und ein Kilo davon in dünne Scheiben oder kleine Würfel schneiden. Aus allfälligen Resten Quittentee kochen. In den Einsatz des Slow Cookers geben, zum Vorwärmen den Deckel auflegen und das Gerät auf HIGH schalten. Ausgekochte Quittenreste in ein Sieb schütten, Flüssigkeit auffangen und abmessen.

  • 675 gr Quittenwasser
  • 350 gr Zucker
  • 2 Gewürznelken
  • Kardamomkörner aus 2 grünen Kapseln 
  • Saft einer Zitrone

Quittenwasser, Zucker, Nelken und die Kardamomkörner in den ausgespülten Topf geben und 5 Minuten kochen. In der letzten Minute den Zitronensaft einrühren. Kochende Flüssigkeit zu den Quitten giessen, Nelken entfernen. Deckel wieder auflegen und die Quittenstücke 5 Stunden auf HIGH garen, bis sie weich sind und eine hübsche rote Farbe angenommen haben. Zwei, drei Mal umrühren kann nicht schaden.

  • 1,5 El Rosenwasser 
  • Saft einer halber Zitrone

Quittenstücke direkt im Einsatz mit dem Stabmixer zu einem glatten Mus pürieren. Rosenwasser und Zitronensaft unterrühren. Eine weitere halbe Stunde auf HIGH garen, dann in die ausgekochten, vorgewärmten Gläser abfüllen. Deckel gut zudrehen und unter einem Tuch auskühlen lassen. Wenn sich ein Vakuum gebildet hat, ist die Konfitüre mind. 6 Monate haltbar. Nach Anbruch im Kühlschrank lagern. 


Freitag, 27. November 2015

Glutenfreies Porridge aus Gemüsebananen (oder grünen Bananen)



Auf dem Einkaufszettel stand: Küchenpapier und TK-Erbsen für Samosas. Zehn Minuten später hatte ich alles, was auf der Liste stand, im Velokorb verstaut. Darauf platzierte ich sorgfältig acht grasgrüne Gemüsebananen und zwei Päckchen Babybananen, die ich nebenbei zum Supersonderpreis ergattert hatte. Mein Plan war, die Bananen gemütlich nachreifen zu lassen und sie erst zu verarbeiten, wenn die Schale sich gelb oder schwarz verfärbt hat (siehe Basiswissen). Dumm nur, dass zwei Platanos grosse Druckstellen hatten. Was tun, damit sie nicht vergammeln? Fündig wurde ich in einem Kochbuch über die Küche der Insel Mustique, dort werden grüne Gemüse- oder Obstbananen zu einem Porridge verkocht. Porridge? Aus Bananen? Sehr skeptisch machte ich mich an die Zubereitung und war positiv überrascht, von der angenehmen Konsistenz und dem neutralen Geschmack des Endprodukts. Wenn der Bananenbrei über Nacht ziehen darf, dickt er nach und ist am nächsten Tag kaum von Griessbrei aus Getreidegriess zu unterscheiden. Mittlerweile habe ich vier Gemüse- und drei Babybananen zu Porridge verkocht und möchte euch folgende Tipps nicht vorenthalten: Das Verhältnis Frucht zu Flüssigkeit sollte ca. 1:2,5 betragen. Bloss nicht mit Salz, Süssungsmitteln und/oder Gewürzen geizen, der Brei schmeckt sonst nach rein gar nichts. Ohne Fettzugabe (z.B. Kokosöl, Kokosmus, Butter, Ghee) brennt das Porridge extrem schnell an. In Glässchen abgefüllt, hält es sich im Kühlschrank 4-5 Tage. 


Für 2-3 Personen:

  • 160 gr grüne Gemüse- oder Obstbanane (geschält gewogen)
  • 200 gr Wasser
  • 220 gr Milch oder Kokosmilch
  • 1 El Kokosöl oder 2-3 El Kokosmus 
  • 2 Prisen Salz

Banane waschen, schälen, Fruchtfleisch in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit dem Wasser zu einem feinen Püree zermixen. (Funktioniert übrigens 1A mit einem Mixstab). In einen Topf geben, alle restlichen Zutaten unterrühren und zum Kochen bringen. Hitze ein wenig reduzieren und 10 Minuten köcheln, dabei ständig rühren. Der Brei dickt während der Kochzeit ein und verliert den mehligen Stärkegeschmack. Wer ein flüssigeres Porridge bevorzugt, rührt noch mehr Wasser oder Milch unter. Nach der Kochzeit den Herd ausschalten, ein Küchentuch oder -papier über Topf legen, Deckel draufpressen und das Porridge noch ein paar Minuten ziehen lassen. Heiss oder lauwarm servieren. Oder in Glässchen abfüllen, in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag wie Griessbrei geniessen. 

Für eine süsse Variante, nach der Hälfte der Kochzeit 1-3 El Süssungsmittel (Zucker, Birnel, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft, Ahornsirup) und Gewürze nach Wahl, z.B. 1/2 Tl Spekulatiusgewürz, einrühren. Vanille, Zimt, Cassia, Nelken, Piment, Anis und/oder Mohn passen auch sehr gut dazu. Mit Rosinen, getrockneten Aprikosenstücken, Berberitzen, frischen Früchten, Fruchtmus oder einem Löffel Konfitüre servieren.

Salzige Varianten: Klar, mehr Salz. Oder Kräutersalz. Oder Brühepulver. Dazu frische oder getrocknete Kräuter, Gemüseflocken oder -pulver (z.B. Tomaten- & Paprikaflocken, fein zerkleinertes Suppengemüse, Randenpulver), Pilzpulver, Trüffelöl, geriebener Käse, Hefeflocken und/oder Gomasio untermischen. 


Dienstag, 24. November 2015

Buchvorstellung: Amour fou - Pilze zum Dessert



Es wurde Zeit, mir ein neues Hobby zuzulegen und deshalb pirsche ich seit ein paar Monaten durch den Wald auf der Suche nach (hoffentlich) essbaren Pilzen. Meine selbst gesammelten und von Experten kontrollierten Exemplare sind mehr Dekoration als Ergänzung des Speiseplans, aber zum Glück versorgt uns seit Jahren ein Marktfahrer mit frischen und getrockneten Wildpilzen. Kochtechnisch bin ich ein Gewohnheitstier Purist, denn der Grossteil der Pilze landet einfach mit Butter in der Pfanne, manchmal auch in einer Sauce oder in diversen Suppen. Ab und zu tauchen sie bei mir auch in einer Bratenfüllungen auf, verleihen Broten eine neue Dimension oder schmücken einen Salatteller, aber ich wäre absolut nie auf die Idee gekommen, sie in Desserts unterzubringen. Sechs Absolventen der Berner Fachhochschule waren mir um Längen voraus und haben, zusammen mit der Dozentin Ruth Debenardi, über 80 (!) Pilzdesserts im Rahmen einer Semesterarbeit kreiert. Die 40 besten Nachspeisen sind in dem Buch Amour fou - Pilze zum Dessert aus dem Werd Verlag zusammengefasst.

Erster Eindruck:
Überraschenderweise kein Taschenbuch, wie der Nischentitel vermuten lässt, sondern ein grosses (20 x 27 cm), hochwertiges Kochbuch mit festem Einband. Jedes Dessertrezept wurde mit einem halb- oder ganzseitigen Foto ergänzt. Diese sind nicht hochprofessionell, aber authentisch und die Dekorationen finde ich teilweise richtig härzig (z.B. bei den Rahmtäfeli mit Steinpilzen).

Inhalt:
Dieses Zitat des Mitautors Reto Schwaighofer bringt die Philosophie des Buches gleich auf den Punkt: Ein Pilzdessert sollte mindestens eine der folgenden drei Voraussetzungen erfüllen: Die Konsistenz der Pilze ist spürbar, der Geschmack der Pilze ist wahrnehmbar oder der Pilz ist optisch erkennbar. Unterteilt sind die Kapitel nach Pilzsorten: Die Morchel, der Eierschwamm (Pfifferling), der Steinpilz, das Allerlei und die Trüffel. Um dem Leser den Einstieg bzw. das Nachkochen zu erleichtern, wurden die Rezepte im Index noch nach Zubereitungsarten und/oder Zutaten geordnet: Mit Früchten, mit Fruchtnote, Pilze mit Schokoladenseite, Crème, Mousse & Co., unter Null (Granités, Sorbets, Glacés, Parfaits & Frappés), aus dem Ofen, Kleinigkeiten zu Tee & Kaffee und Pilze zum Käse. Eine kleine Auswahl der spannenden Kombinationen :

Macarons aux champignons de Paris
Rahmgefrorenes mit karamellisierten Eierschwämmen
Steinpilz-Schokolade-Torte
Bananenmousse mit Herbsttrompeten
Mangotarte mit karamellisierten Kräuterseitlingen
Maronenröhrling-Birnen-Kuchen mit Ingwer-Baiser-Haube
Pochierte Büschelibirnen mit Morcheln und Zimt
Gelee von Steinpilz und weissem Portwein
Ofenküchlein mit Trüffelcrème und kandierter Orangenzeste

Die Zutatenlisten und Rezepte sind klar strukturiert, sehr gut erklärt und immer mit einer persönlichen/nützlichen Anmerkung versehen. Lustig finde ich noch, dass die Anleitungen in Ich-Form gehalten sind. Erinnert mich ein bisschen an Kinderkochbücher, ist aber keineswegs unsympathisch.


Was meint der Magen:
Schon beim ersten Durchblättern fielen mir die Gewürz-Muffins mit Habichtspilzen ins Auge. Leider konnte ich diese nirgends auftreiben, da mussten halt die vorhandenen Steinpilze herhalten. Die Kombination von Vanille und Steinpilz ist gewöhnungsbedürftig, gefiel mir aber mit jedem Bissen ein bisschen besser. Sicherlich kein ideales Mitbringsel für einen Kindergeburtstag, aber zusammen mit Lapsang Souchong ist es ein exquisites Nachmittagserlebnis. Bei den Trüffel-Truffes musste ich ebenfalls ein bisschen schummeln, denn zwei Sommertrüffel waren mir ganz ehrlich ein wenig zu kostspielig für dieses Experiment mit ungewissem Ausgang. Daher beschränkte ich mich auf Trüffeljus und wenige Tropfen Trüffelöl. Ausserdem habe ich auf den Kuvertüreüberzug verzichtet und die Kugeln nur in Kakaopulver gewälzt. Zuerst ebenfalls ungewohnt, aber nach drei Tagen hatten sich die Aromen von dunkler Schokolade und schwarzem Trüffel zu einer Köstlichkeit verbunden. Die Truffes im Buch wurden übrigens, soweit ich das erkennen kann, in gehackten Nüssen gewälzt. Stelle ich mir mit Hasel- oder Walnüssen auch sehr stimmig vor.

Fazit:
Ich, als Pilzfan, bin hellauf begeistert. (Meine Versuchskaninchen waren geteilter Meinung, aber keiner von ihnen ist auch nur annähernd so pilzversessen wir ich). Dieses Buch ist DAS perfekte Weihnachtsgeschenk für alle Pilzliebhaber, und übrigens auch auf Französisch und Italienisch erhältlich.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Werd Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Montag, 23. November 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -29-



Bei der Frau Mama [GE]gessen
Gemüsesuppe
Belegte Brötli
Quarktorte mit Pflaumensauce und marinierte Clementinen

[GE]trunken: Jordanischer Kräuter- und Blütentee

Ein[GE]kocht: Zweierlei Schlehensirup 

[GE]backen: Ring mit Einkornflocken und Chia

[GE]wesen
An der Premiere der Oper Da Ponte in New York

[GE]sehenDer Name der Rose

[GE]lesenReiches Erbe - Donna Leon

[GE]freut:
Über Quittenchutney, -konfitüre und -brot
Made by Schwesterherz

[GE]ärgert:
Im Kleiderladen liess eine Mutter ihr Kleinkind unbeaufsichtigt durch die Gänge und Umkleidekabinen rennen und fand es auch nicht nötig, ihn darauf hinzuweisen, dass sein Gerempel, Gezerre und Geschrei den anderen Anwesenden vielleicht auf die Nerven gehen könnte. Als es dem Kleinen langweilig wurde, begann er lautstark und ohne Unterlass nach einem Eis zu plärren. Die Mutter zog es weiterhin vor, das Verhalten ihres Kindes komplett zu ignorieren. Als die beiden nach über 15 Minuten Tohuwabohu endlich aus dem Laden verschwunden waren, habe ich mich ernsthaft gefragt, warum manche Eltern einfach nicht gewillt sind, ihre Kinder in der Öffentlichkeit zu rücksichtsvollem Benehmen anzuhalten. Ein echtes Mysterium. 

Für den Opernbesuch[GE]kauft:
Ein Oberteil aus Bio-Baumwolle und eine riesige Stola, 
die von der Grösse her auch als Tischdecke durchgehen könnte

[GE]hört:
Die Laughing - Therapy?

In der Brockenstube[GE]funden:
Eine grosse, rote Teigschüssel von Rössler
und
einen Marmeladetrichter aus Cromargan von WMF


Sonntag, 22. November 2015

Everything Bagels



Schneeregen am Sonntag? 
Passender Stimmungsaufheller: Ein Bagel
Passender Belag: Frischkäse, Räucherlachs und gehackte Frühlingszwiebeln
Passender Sound: New York State of Mind von Billy Joel
Passende Location: Sofa & eine dicke Decke 
In diesem Sinne: Enjoy the day



Für 9 Bagels:

  • 350 gr Weizenmehl Typ 550
  • 170 gr Ruchmehl
  • 30 gr helles Roggenmehl
  • 10 gr frische Hefe
  • 350 gr knapp lauwarmes Wasser
  • 20 gr Kokosblütenzucker (z.B. von Madal Bal)
  • 8 gr Salz
  • 3 El Melasse, z.B. Trauben- oder Maulbeermelasse (ich: Tannenlatwerge)

Alle Zutaten bis und mit Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben und 5 Minuten auf Stufe 1 kneten lassen. Dann 8 Minuten auf Stufe 2, bis sich der Teig vollständig von Schüssel gelöst hat. Schüssel abdecken und den Teig 2-3 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Teig aus der Schüssel nehmen und in 9 etwa 100 gr schwere Stücke zerteilen. Fünf Minuten entspannen lassen, dann zu runden Weggli wirken. Auf ein eingeöltes Backpapier setzten, mit eingeölter Folie abdecken und bei Zimmertemperatur (oder im Ofen mit eingeschalteter Lampe) ca. 30 Minuten gehen lassen, bis sie sich um etwa 70% vergrössert haben. Folie wegnehmen, mit einem Kochlöffelstiel die Mitte durchstechen und mit eingeölten Fingern zu einem Loch mit etwa 5 cm Durchmesser ausdehnen.


Everything-Topping:
  • 5 El heller Sesam
  • 2 El Mohn oder schwarzer Sesam
  • 1 Tl grobes, graues Meersalz
  • je 1/2 Tl Zwiebelflocken, Knoblauchflocken, Fenchel- und/oder Kümmelsamen (optional)

Während die Teiglinge aufgehen, alle Zutaten für das Topping in einem kleinen Suppenteller verrühren, den Ofen auf 240 Grad vorheizen und in einem mittelgrossen Topf (1,5 Liter Fassungsvermögen) einen Liter Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, die Melasse einrühren. Aufgegangene Bagels einzeln in den Topf geben, pro Seite 20 Sekunden schwimmen lassen und mit einem Schaumlöffel herausfischen. Zuerst auf Küchenpapier absetzen, danach mit der Oberseite in die Everything-Mischung legen. Auf dem mit Backpapier belegten Blech platzieren und diesen Vorgang wiederholen, bis alle Bagels gebadet und dekoriert sind. Auf der mittleren Schiene einschieben, kräftig schwaden und bei 210 Grad etwa 20-25 Minuten backen, bis die Bagels schön aufgegangen und gebräunt sind. Noch am gleichen Tag geniessen oder direkt nach dem Auskühlen einfrieren. 


Dienstag, 17. November 2015

Buchvorstellung: Winterzauber - Weihnachtliche Geschenke aus Garten und Natur


Während der Adventszeit beschäftigt sich etwa die Hälfte meiner Familie jedes Jahr mit der gleichen Frage: Ach herrje, was schenke ich bloss XY zu Weihnachten? Völlig genervt von dieser Litanei beschloss Schwesterherz irgendwann, den Geschenkewahnsinn per sofort zu streichen. Eine tolle Aktion, nur leider hielt sich keiner so wirklich daran. Im Gegenteil, alles wurde noch komplizierter, denn nun mussten die Gaben so unauffällig übergeben werden, dass Schwesterherz nichts davon mitbekam. Und so entwickelte sich am Weihnachtstag ein regelrechter Geschenkeschwarzmarkt im Hausflur. Auch dies begann Schwesterherz irgendwann zu nerven, und wir kehrten wieder zur gewohnten, öffentlichen Beschenkerei zurück. Um der Geschenketreibjagd zu entgehen, gibt es von mir seit längerem nur noch hausgemachtes, wie beispielsweise Wildfrucht-Konfitüre oder Teemischungen aus Garten- und Wildkräutern. Nun bin ich nie um ein Geschenk verlegen, aber immer auf der Suche nach neuen Inspirationen. Und da das Buch Winterzauber von Anne Rogge aus dem Kosmos Verlag über 45 originelle Ideen für Geschenke aus Garten und Natur enthält, möchte ich es euch heute gerne vorstellen.

Erster Eindruck:
Beim Durchblättern fallen sofort die vielen ganzseitigen Fotos auf, und auch die Anleitungsbilder hinterlassen gleich einen guten Eindruck. Das Layout ist angenehm übersichtlich gehalten, alles in allem wirkt das Softcoverbuch schon auf den ersten Blick sehr stimmig.

Inhalt:
Die Kapitel sind betitelt mit Leckeres aus Garten und Natur, Dekoration für drinnen, Kosmetik und Wellness, Dekorationen für draussen und Geschenke für Tiere in der Natur. Ein paar Beispiele aus dem ersten Kapitel:

Fruchtiges (Zier)Quittenöl
Wildschweinbrötchen mit Bockshornklee
Marzipankartoffeln aus Walnüssen
Schlehensirup mit Glühweingewürzen
Maronenkuchen im Glas
Honigbrot mit Dinkelmehl und Waldhonig
Ebereschenbrot (Konfekt)

Geschenkideen aus den anderen Kapiteln:
Minikränze aus Efeuranken
Barbarazweige aus Zierquitte, Schlehe oder Kornelkirsche
Stoff bedrucken mit Efeublättern
Douglasienbadesalz für die Füsse
Körperöl mit Sanddorn
Wohlfühlkissen mit Zirbenspänen
Heisse Flusskiesel samt Anleitung für eine wohltuende Massage
Waldweihrauch aus Fichten- oder Kiefernharz
Eislicht für frostige Abende
Ein Winterdomizil für den Igel
Insektendorf aus Treibholz

Vieles lässt sich sehr einfach umsetzen, nur für wenige Ausnahmen wird spezielles Equipment benötigt (z.B. Säge und Bohrer für das Vogelhäuschen). Deshalb sind die meisten Basteleien auch für Kinder geeignet. Schön, denn so können die Kleinen spielerisch die Natur kennenlernen und nebenbei gleich noch den Konsumwahn umgehen. Einziges Manko ist aus meiner Sicht die Quellerseife, die mit NaOH (Natriumhydroxid) hergestellt wird. Unter der Anleitung steht zwar, man solle sich vorher über das Seifesieden informieren, ich würde die Seife trotzdem bei einer weiteren Auflage aus dem Buch streichen. Als erfahrene Seifensiederin kann ich vor solchen Schnellanleitungen nur warnen. Die Gefahr, dass Anfängern ein Berechnungs- oder Ausführungsfehler unterläuft, ist sehr hoch. NaOH ist stark ätzend und beim Umgang müssen einige Sicherheitsregeln strikt eingehalten werden. Darum bitte nicht nachmachen, bevor man sich ausführlichst mit der Materie auseinandergesetzt hat.


Was meint der Magen bzw. das Bastlerherz:
Als erstes habe ich das Zierquittenöl angesetzt und war überrascht, wie gut es zu gedünstetem Fisch und perfekt zu Randensalat passt. Als nächstes habe ich auf diversen Spaziergängen Fichtenharz für Waldweihrauch gesammeltem. Leute, lasst euch sagen, das Zeug macht süchtig! Herr C. findet zwar, es rieche wie Tannenbad, aber er kann Räucherungen prinzipiell nichts abgewinnen. Iranische Berberitzen verwende ich schon lange für Reisgerichte und Backwaren. Aber ich muss gestehen, dass ich nie ernsthaft nachgeforscht habe, von welchem Strauch oder Baum die Früchte stammen. Nun bin ich schlauer, denn es handelt sich um Sauerdorn (Berberis vulgaris), der auch in unseren Breitengraden wächst. Bei einem Spaziergang entdeckte ich mehrere Sträucher und musste natürlich gleich eine kleine Tüte voll pflücken. Die Beute landete auf Backpapier im Dörrer und benötigte bei 40 Grad etwa 20 Stunden, bis die Früchte durchgetrocknet waren. Meine sind nicht so leuchtend rot wie auf dem Foto und auch einiges schrumpliger, aber der Geschmack ist wie gewohnt. Coole Sache. Der Schlehensirup mit Glühweingewürzen ist in den nächsten Tagen dran, die Schlehen dafür wurden am Sonntag gesammelt. Und am 4. Dezember werde ich natürlich Barbarazweige schneiden gehen, mit Kirschen- oder Aprikosenzweigen hatte ich bisher noch nie Erfolg. Rote Zierquittenblüten an Weihnachten wären eine wunderschöne Ergänzung für den festlich gedeckten Tisch.

Fazit:
Obwohl ich keine Bastelqueen bin, werde ich noch einiges aus dem Buch ausprobieren/nachbasteln, denn mir gefallen viele der vorgestellten Ideen ausnehmend gut. Für meinen Geschmack hätte der Rezeptteil noch ein bisschen umfangreicher ausfallen dürfen, aber schliesslich zählt Qualität mehr als Quantität. Egal, ob man sich selbst oder liebe Menschen beschenken möchte, ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen, denn es ist einfach rundum toll.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Kosmos Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Montag, 16. November 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -28-



[GE]gessen: Gebackene Champignons mit Mushroom Ketchup

[GE]trunken: Dekadenter Kakao mit Chicorée und Grappa


[GE]backen: 
Silserli aus Gelbweizen- und Roggenmehl
Everything-Bagels
Kastenbrot mit Kümmel, Anis und Koriander

[GE]wesen: Bei meiner Frau Mama, massenweise Quitten abgeholt

[GE]sehen: Crimson Peak (Erwartungen nicht erfüllt) 

[GE]lesen
Im Feuer des Glaubens - Kay Peter Jankrift
Dr. Siri und der explodierende Drache - Colin Cotterill

In der Bibliothek aus[GE]geliehen:
Der Automobilclub von Kairo - Alaa al-Aswani
Bedenke, was du tust - Elizabeth George
Nordkorea - Rüdiger Frank
That Woman: The Life of Wallis Simpson - Anne Sebba
Elsass & Sundgau: 18 Land- und Stadtpartien - W. Abel

Über das Mitbringsel von Herrn C. [GE]freut:
 Ein Magnetbildchen mit Michelangelos David für den Kühlschrank. 
Kitschig, aber trotzdem süss.

[GE]kauft
Max Laeuger - Gesamt Kunst Werk
Ausstellungskatalog des Badischen Landesmuseums Karlsruhe

[GE]hört:
A Whiter Shade of Pale - Procol Harum

Vom Sonntagsspaziergang mit[GE]bracht:
Münster- und Ziegenkäse aus Rohmilch, Joghurt, Eier und Apfelmost.
Ausserdem noch Schlehen und Zieräpfel, die in den nächsten Tagen zu Schlehengin, Schlehensirup und Zieräpfel-Mostarda verarbeitet werden.

Samstag, 14. November 2015





Für all die sinnlos getöteten Menschen in Paris







Donnerstag, 12. November 2015

Luxuriöse Krankenkost: Gebackener Ricotta



Herr C. befindet sich gerade auf geschäftlicher Vergnügungstour in Florenz und ich seuche während seiner Abwesenheit ein bisschen vor mich hin. Schnupfen, Halsweh, Husten und Fieber vermasseln mir gerade gründlich mein Strohwitwendasein. Die Aufenthalte in der Küche reduziere ich auf ein Minimum, d.h. Tee kochen, essbares in den Backofen schmeissen und benutztes Geschirr in die Spüle stellen. Bloss keinen Handgriff zuviel. Blöd nur, dass die Familienportion Schafsricotta dringend verbraucht werden musste. Eigentlich wollte ich damit Cannoli füllen. Eigentlich. Tja. And now? Ab in den Backofen? Ha,ha... Stop! Die Idee ist gar nicht so abwegig, denn gebackener Ricotta wird manchmal in italienischen Trattorien zusammen mit Brot als Apéro serviert. Salat und Gemüse passen natürlich auch bestens dazu. Und als Krankenkost ist es geradezu perfekt. Kaum Aufwand, kein grosser Abwasch hinterher und Reste können direkt aus dem Kühlschrank schnabuliert werden. 


Für 4-6 Personen als Apéro:

  • 1 El Olivenöl
  • 400 gr Ricotta
  • 50 gr frisch geriebener Pecorino
  • fein abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • 2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Prise getrockneter Oregano
  • 1 Prise getrockneter Thymian
  • 1 Prise fein zerkleinerte Chiliflocken
  • Salz und Pfeffer

Ofen auf 200 Grad vorheizen und das Gitter auf der mittleren Schiene einschieben. Eine ofenfeste Form (ich hatte eine Briocheform aus Glas) mit der Hälfte des Öls auspinseln. Alle Zutaten bis und mit Chiliflocken in einer Schüssel gut vermischen, mit ein wenig Salz und Pfeffer würzen. Ricottamischung in die Form löffeln, glatt streichen und die Oberfläche mit dem restlichen Öl beträufeln. In den Ofen schieben und ca. 25-30 Minuten backen, bis der Ricotta leicht gebräunt ist. Mit Salat und Brot servieren. Oder das Grünzeug weglassen und die crèmige Köstlichkeit direkt aus der Form dippen. Ein paar Ciabattascheiben können dabei ganz nützlich sein. Getoastetes Sauerteig- oder Bauernbrot ebenfalls. Im Notfall gehen auch Cracker. (Aber nur, wenn ihr auch zu krank zum Einkaufen seid. Oder zu faul.)


Montag, 9. November 2015

Süsses Gemüse im Glas: Rüeblikonfi



Die letzte Karottenernte fiel überraschend üppig aus. Obwohl Herr C. die Sämlinge aus Mitleid nur sehr unregelmässig ausgedünnt hatte, wuchsen einige Exemplare zu stattlicher Grösse heran. Nachdem sich Schwesterherz und U. auf meinen Wunsch hin ausgiebigst bedient hatten, blieben noch ein paar grössere und dutzende Mini-Rüebli übrig. Normalerweise verspeise ich solche Zwerge gleich im Garten, aber so grossen Hunger hatte ich dann doch nicht. Also habe ich sie nach Hause geschleppt und mir auf dem Weg dahin überlegt, wie ich sie noch am gleichen Abend verarbeiten könnte. Denn je kleiner die frisch geernteten Karotten, desto schneller fangen sie an zu schrumpeln. Kurz vor der Haustüre fiel mir ein, dass ich vor etlichen Jahren einmal Konfitüre aus Karotten und Orangen fabriziert hatte. Allerdings konnte ich mich nicht mehr erinnern, ob mir der Geschmack damals zugesagt hat. Die Einkocherei ergab nämlich nur ein Glas, und dieses war mein Antrittsgeschenk für die Eltern meines damaligen Freundes gewesen. Zum Glück hatte ich das Rezept in einem kleinen Notizbüchlein festgehalten. Orangen waren keine mehr im Haus, dafür aber zwei Kilo Clementinen. Ergebnis? Karottenkonfitüre ist njammi!


Rüeblichueche-Gewürzmischung:

  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • 1/4 Tl gemahlene Gewürznelken
  • 1/4 Tl Ingwerpulver
  • 1/8 Tl gemahlener Kardamom
  • 2 Raps Muskatnuss
  • 1 grosszügige Prise Vanillepulver

In einem kleinen Schüsselchen vermischen und abgedeckt zur Seite stellen. 


Für 5 Gläser Konfi à 250 ml:

  • 600 gr Bio-Rüebli mit Schale (gerüstet gewogen)
  • 2 Tl fein abgeriebene Zitronenschale
  • 300 gr frisch gepresster Orangen- oder Clementinensaft (6-7 Stück)
  • Saft einer kleinen Zitrone
  • 650 gr Gelierzucker 2:1 
  • ganze Menge Rüeblichueche-Gewürzmischung

Rüebli gründlich abschrubben, in dünne Scheiben schneiden und in einen kleinen Topf geben. Knapp mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und die Rüeblischeiben weich kochen. In ein Sieb abgiessen, Rüebli ggf. kurz abbrausen (nur bei verwachsenen, schwer putzbaren Gartenrüebli nötig) und kurz abtropfen lassen. Unterdessen den Topf ausspülen. Rüebli wieder in den Topf umfüllen und mit Zitronenschale, Clementinen- und Zitronensaft fein pürieren. Püree in einen grossen Topf umfüllen und mit dem Gelierzucker vermischen. Gewürzmischung ebenfalls unterrühren. Zum Kochen bringen, ständig rühren (Achtung: Spritzt wie blöd!) und 6 Minuten sprudelnd kochen lassen. In die ausgekochten, vorgewärmten Gläser füllen. Deckel gut zudrehen und unter einer Decke auskühlen lassen. Haltbarkeit, wenn sauber gearbeitet wurde: Mindestens 6 Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.


Sonntag, 8. November 2015

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -27-



[GE]gessen: Salat aus geraspelten Randen, Navets und Äpfeln
auf rotem Spinat, garniert mit fein gehacktem Lauch

[GE]trunken: Cold Brew Anis-Fenchel-Kümmel-Tee

[GE]kocht: Zitronen-Rosmarin-Huhn aus dem Slow Cooker 

[GE]backen: Khao Dang Brot (mit rotem Reis)
Buntes Schmandbrot mit Sesam, Leinsamen, Berberitzen & Kasoori Methi

[GE]wesen: Gemüsemarkt in Lörrach

[GE]sehen
Halloween 1 & 2 mit Jamie Lee Curtis

[GE]lesen
Die Kinogänger von Chongjin - Barbara Demick
und
Als Deutschland noch nicht Deutschland war: Reise durch die Goethezeit    Bruno Preisendörfer

[GE]freut: Über das spätsommerliche Wetter
Und wie man sieht, hat das Schweinwoll es ebenfalls genossen

[GE]ärgert:
War den ganzen Morgen zu Hause und als ich am Mittag die Post hoch geholt habe, lag dazwischen eine Abholungseinladung für einen eingeschriebenen Brief. Mühsam, dass der Pöstler wieder einmal nicht geklingelt hat. Noch mühsamer, seit die Postfiliale hier in der Nähe schliessen musste und wir nun immer zur völlig überfüllten Hauptpost pilgern dürfen. *gnah*

[GE]kauft:
Kokoswasser von Chaokoh und frische Bio-Kurkumarhizome
  
[GE]hört:
Sam Smith - Writing's on the Wall
Ich mag den Kerl, aber dieses Geträllere ist einfach kein Bond-Titelsong.
Punkt.

[GE]näht:
Vier schicke Brotbeutel in verschiedenen Grössen
Neuerdings versorge ich Schwesterherz wöchentlich mit meinen Brotkreationen und damit ich für Verpackung und Transport nicht auf Plastiktüten zurückgreifen muss, habe ich die Nähmaschine aus der Versenkung geholt.  (Fotos folgen, sobald das Verbindungskabel wieder aufgetaucht ist. *gnah*)


Mittwoch, 4. November 2015

Buchvorstellung: Grünes Zebra kocht


Während unserer Ferien auf einer Tessiner Alpe, hatte ich genug Zeit, um mich ungestört diversen Büchern widmen zu können. Eingepackt hatte ich nicht nur Reiseführer, Romane und Biographien, sondern auch vier Kochbücher, die ich euch in den nächsten Wochen vorstellen möchte. Den Anfang macht Grünes Zebra kocht aus dem Löwenzahn Verlag.

Erster Eindruck:
Mir gefällt das schon fast minimalistisch gehaltene Cover sehr gut. Die matte, helle Oberfläche ist hübsch anzuschauen, aber leider unpraktisch im Küchenalltag, weil schmutzanfällig. Das Innenleben hinterlässt beim Durchblättern einen nachhaltigen Eindruck. Jedes Rezept wird von einem ganzseitigen, schlichten Foto begleitet und das Layout ist angenehm ruhig. Keine knalligen Farben, keine ständig wechselnden Schrifttypen, keine nervigen Einsprengsel. Schwarze Schrift, weisser Hintergrund. Klassisch und gut. 

Inhalt:
Die über zwanzig Seiten umfassende Einleitung ist unterteilt in Themen wie zeitgemässes Kochen, (d.h. möglichst saisonale & regionale Bioprodukte, wenig Zucker, Fett, Fleisch und Fisch, exotische Zutaten aus fairem Handel, trotzdem immer das Haushaltsbudget im Blick behalten), welche Zucker-, Öl- und Mehl- bzw. Getreidesorten bevorzugt werden sollten und warum eine Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums keine schlechte Idee ist. Ebenfalls aufgezeigt werden die Vorteile einer Wochenmenü-Planung, es folgt eine kurze Einführung zum Thema Kräuter & Wildkräuter, wichtige generelle Auswahlkriterien beim Lebensmittelkauf und eine Vorstellung der Autorinnen, die zusammen die erste Bio-Kochschule Österreichs ins Leben gerufen haben. Danach beginnt der praktische Teil, der über 100 Rezepte zu bieten hat. Etwa ein Viertel davon sind mit Fleisch oder Fisch, ein Viertel sind vegan und der Rest vegetarisch, wobei viele der Gerichte mit wenig Aufwand veganisiert oder mit tierischen Produkten ergänzt werden können. Die Kapitel beginnen mit dem Monat Januar und enden im Dezember. Eine kulinarische Reise im Jahresverlauf könnte dann beispielsweise so aussehen:

Januar: Flan vom Stachelkürbis 
Februar: Asia-Salate mit Meerrettich-Johannisbeer-Dressing
März: Emmerreis mit Bohnensauce, Löwenzahn- und Winterposteleinpesto
April: Rhabarberstrudel mit Chai-Vanillesauce
Mai: Spargelsuppe mit Erdmandelflocken
Juni: Frühsommer-Risotto mit Spargeln, Erbsen und Ananasminze
Juli: Frozen Joghurt vom Schaf mit Heidelbeeren
August: Pfirsich-Himbeer-Salat mit Kräutern und gekeimten Sonnenblumenkernen
September: Tomatensuppe mit Gartenmelde-Kaspressknödel
Oktober: Kürbisnuggets mit leichter Tomatenmayonnaise
November: Tafelspitz unter der Blumenkohlhaube
Dezember: Gefüllte Waldstaudenlebkuchen

Trotz meiner Sympathie für die Auswahl der Gerichte, möchte ich nicht unterschlagen, dass die meisten Rezepte aus mehr als 10 Zutaten bestehen und einige davon nicht ganz einfach zu beschaffen sind (zum Beispiel getrocknete Sauerkirschen, Talggen, Quittenessenz, Apfel-Balsam, Gerstenflocken, Erdbeerspinat, Hanf- oder Leindotteröl). Wenn man keinen eigenen Garten, einen Gemüsemarkt/-händler mit grossem Sortiment und/oder einen gut bestückten Bioladen in seiner Nähe hat, könnte sich das Nachkochen vieler Gerichte als etwas komplizierter erweisen.

Was meint der Magen:
Das Testessen bestand aus einer Topinambursuppe, gefolgt von Käferbohneneintopf und Pastinakenmousse. Leider fiel das Urteil reichlich durchmischt aus. Die Suppe war mit 5 Topinamburknollen auf 1,2 Liter Brühe geschmacklich und konsistenzmässig zu dünn. Herr C. mochte sie trotzdem. Er fand, es sei eine ganz nette Kartoffelsuppe gewesen. Und tatsächlich ging der feine Topinamburgeschmack neben dem etwa gleich hohen Kartoffelanteil ziemlich unter. Schade. Danach gab es den Käferbohneneintopf, der mangels vorgekochter Käferbohnen, mit selbst gekochten Limabohnen aus dem TK zubereitet wurde. Um die Garzeit zu verkürzen, habe ich das Gemüse in dünne Streifen statt Würfel geschnitten, und die Tomatensauce aus dem Glas durch 3 Esslöffel Tomatenmark ersetzt.


Ich fand den Eintopf richtig g'schmackig, der Herr des Hauses hingegen stufte die Fenchel- und Orangenote als völlig unpassend ein. Und als er dann auch noch auf ein mitgekochtes Orangenachtel biss, löffelte er seinen Rest wortlos auf meinen Teller. Nächstes Mal würde ich nur die Orangenfilets mitkochen, die grossen Schalenstücke sind tatsächlich unangenehm bitter und viel zu dominant. Das Dessert, ein Pastinakenmousse mit Flocken, kam bei uns beiden nicht besonders an. Es erinnerte an misslungenen Kartoffelstock mit Birnenaroma. Die Schichtcrème aus süssem Getreide, Schokopudding und Apfelmus war ein kompletter Reinfall. Das Getreide wird nach dem Kochen zweimal durch den Fleischwolf gedreht, dadurch hatte es eine pappige Konsistenz, die mich schon optisch überhaupt nicht angesprochen hat. Zusammen mit dem Apfelmus war es essbar, mehr aber auch nicht. Nächstes Mal werde ich den Getreidebrei weglassen und nur Schokopudding und Apfelmus in die Becher schichten. 

Fazit:
Obwohl das Testessen nicht als voller Erfolg in die Geschichte des Hauses C. eingehen wird, gefällt mir das Kochbuch, denn ich mag die Philosophie, die dahinter steckt. Es ist ideal für Flexitarier, die biologisch erzeugte, saisonale und regionale Lebensmittel bevorzugen und mit diesen Zutaten kreativ kochen und backen möchten.

Zum Abschluss noch das Kleingedruckte: Die in dieser Rezension geäusserten Ansichten und Meinungen sind zu 100% die Meinigen und wurden von niemandem beeinflusst.       
Einen ganz herzlichen Dank an den Löwenzahn Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Dienstag, 3. November 2015

Vegane Baisers/Meringues aus Kichererbsenwasser



Was wird aus Kichererbsenwasser hergestellt und ist von normalen Eischnee-Baisers kaum zu unterscheiden? Na? Genau, die Rede ist von Baisers aus Kichererbsenwasser. Dieses "Wunderwasser", auch Aquafaba genannt, lässt sich wie Eiweiss zu einem steifen Schaum aufschlagen und kann zum Beispiel in Desserts als Eischnee-Ersatz dienen. Allerdings ist es kein perfekter Allrounder, d.h. die Einsatzmöglichkeiten sind leider beschränkt. Der Kichererbsenschnee verträgt keine allzu hohe Backtemperatur, ab 120 Grad ist Schluss mit lustig. Glücklicherweise werden Meringues bei niedrigeren Temperaturen gebacktrocknet, damit steht einer eifreien Vermicelles-Orgie also nichts mehr im Weg.


Ein paar Tipps möchte ich euch aber noch mitgeben: In einer 400 Gramm fassenden Dose sind normalerweise etwa 120 Gramm Kichererbsenwasser enthalten. Je nach Hersteller, kann die Menge auch wesentlich niedriger oder höher ausfallen. Empfehlenswert sind die Kichererbsen der türkischen Marke "Baktat". Durchschnittlich liegt der Flüssigkeitsanteil bei 180 Gramm, und da das Kichererbsenwasser schon Salz enthält, lässt es sich besonders gut aufschlagen. Erhältlich sind die Dosen in fast jedem Laden mit türkischen Spezialitäten. Ausserdem auch in grossen Supermärkten wie Migros und Coop in der Schweiz, oder Rewe und Edeka in Deutschland. Meiner Erfahrung nach macht es keinen Unterschied, ob das Kichererbsenwasser vor dem Aufschlagen gekühlt wird oder nicht. Good to know: Kichererbsenschnee kann quasi nicht überschlagen werden. Darum immer lieber ein, zwei zusätzliche Minuten anhängen, auch wenn man der Meinung ist, es sei schon genug. Mehr Infos zum Thema findet ihr hier: Klick.


Für etwa 40 fünflibergrosse Meringues/Baisers:

  • 120 gr Kichererbsenwasser
  • 50 gr Puderzucker
  • 1 kleine Prise Salz

Ofen auf 100 Grad vorheizen. Kichererbsenwasser in eine grosse Rührschüssel geben und mit Hilfe der Küchenmaschine/des Handrührers/des Schneebesenaufsatzes des Stabmixers zu einem festen Schnee aufschlagen. Mit meinem Schneebesenmixer dauert es durchschnittlich 3-4 Minuten, bis sich Spitzchen bilden und die Schüssel umgedreht werden kann, ohne dass der Schnee herauspflotscht. Sobald der Schnee dieses Stadium erreicht hat, werden Zucker und Salz zugegeben. Weitere 3-4 Minuten schlagen, bis der Schnee schön glänzt. Kichererbsenschnee in einen Spritzsack mit Tülle umfüllen und beliebige Formen mit GENÜGEND Abstand auf das mit Backpapier belegte Backblech spritzen. Bei mir waren es 6 Reihen à 7 Baisers. Auf der zweiten Schiene von unten einschieben und etwa 120-150 Minuten im Ofen backtrocknen. Je nach Ofen, sollte dies evt. bei leicht geöffneter Türe geschehen. Wenn sie vollständig durchgetrocknet sind, Blech aus dem Ofen holen und die Baisers darauf abkühlen lassen. So lange sie warm sind, lassen sie sich nur schlecht vom Backpapier trennen. Darum unbedingt warten, bis sie ausgekühlt sind. Baisers danach sofort in eine dicht schliessende Blechdose umpacken. Sie halten sich bei Zimmertemperatur etwa 14 Tage, können mit der Zeit allerdings ein wenig lätsch/pappig werden. Vorzugsweise innerhalb einer Woche nach dem Backtag verspeisen. Übriges Kichererbsenwasser kann zum Beispiel zu veganer Butter verarbeitet werden.

                 Und ab damit zu #Einab, wo Monat für Monat nachhaltige Ideen gesammelt werden.