Freitag, 29. Juni 2012

Nachgekocht: Salatsauce nach Art der Wilden Henne



Es gibt nur wenige Gewächse, die in unserem Garten so gut gedeihen, wie Eichblattsalat. Wir mögen ihn sehr, doch immer mit der gleichen Sauce zubereitet wird es irgendwann langweilig. Und da wir in den nächsten Wochen 24 Köpfe ernten können, musste geschwind eine neue Salatsauce her.

Die Rotwein-Salatsauce der Wilden Henne gefiel mir auf Anhieb. Flugs das Rezept verkleinert, etwas angepasst und gleich losgelegt. In der Eile der Vorfreude beging ich aber einen klitzekleinen Fehler. Ich hätte nicht von Anfang an die ganze Menge Essig untermischen dürfen, denn am Ende war mir die Sauce zu sauer. 

Als Gegengewicht wanderten dann zwei grosszügige Esslöffel Mayonnaise in den Mixer. Ein paar Brotmöggeli zu Versuchszwecken eingetunkt und yep, jetzt war auch ich zufrieden. Herr C. ist übrigens so begeistert, dass er zum vierten (!) Mal in dieser Woche um Salat mit "däre wirgligg sauguete Sosse" gebeten hat. Gestern Abend musste ich gleich eine neue Flasche ansetzen und weiteren Salat organisieren, sonst hätte mir am Wochenende Ungemach gedroht. Passt übrigens auch super zu Tomatensalat mit Avocados.


Für 1,25 Liter nahm ich:

1/2 El Dijonsenf
1/2 El schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1/2 El Aromat
1/2 El Kräutersalz
1 El Salz
1 El Worcestersauce
1 El getrocknete Salatkräuter
2 El Mayonnaise
200 ml Rotwein
250 ml Weissweinessig mit Kräutern
50 ml geröstetes Haselnussöl
250 ml Olivenöl
500 ml Rapsöl


Liebe Henne, vielen Dank für dein Rezept, 
welches in unserer Familie 
künftig als "Pouletsalatsauce" bekannt sein wird.


Donnerstag, 28. Juni 2012

Bonjour Alsace












Herr C. war als kleiner Junge oft im Elsass. In seinen Erinnerungen wimmelt es von pittoresken Dörfern, guten Restaurants, schönen Wanderwegen, alten Bauernhöfen mit Direktverkauf und kleinen Cafés mit absonderlichen Eissorten. Leider kann er sich nur selten daran erinnern, wo sich diese Sehenswürdigkeiten in etwa befinden oder befunden haben. Auf den Spuren seiner Kindheit sind wir schon oft kreuz und quer durchs nahe Elsass gefahren. So auch dieses Mal. Keine Ahnung, wo wir genau waren. Aber es war sehr hübsch dort. Einziges Manko: Sämtlich Restaurants und Cafés waren geschlossen. Sehr schade, denn ich hätte euch doch so gerne ein Eis mit Sauerkraut-, Tomaten- oder Münstergeschmack präsentiert. Dazu natürlich ein Foto, auf dem Herr C. von dem Eis (am besten Münster) probiert... :D

Sonntag, 24. Juni 2012

Kiwi Jelly - Summer in the Kitchen



Jellys aus Agar-Agar sind wesentlich wärmeresistenter als ihre Kollegen aus Gelatine. Ungekühlt kann man die Gläschen stundenlang mit sich rumschleppen, ohne einen Kiwisee in der Handtasche befürchten zu müssen. Ausser man nimmt sie auf eine Wüstenexpedition mit. In diesem Fall kann ich für nichts garantieren. (Doktor Cookenstein, wer nimmt schon eine Handtasche mit in die Taklamakan? - Igor, wenn du weiterhin Fehler in meinen Argumentationen findest, werde ich dein Gehirn für das Monster verwenden!)

Für zwei Portionen:
  • 4 reife Kiwis 
  • 1 Tl Zucker oder Agavendicksaft
  • 1/2 Tl Agar-Agar

Kiwis halbieren und das Fruchtfleisch in einen Messbecher löffeln. Wasser zugeben, bis die Füllhöhe 400 ml beträgt. Je nach Grösse der Kiwis benötigt man etwa 50-120 ml Wasser. Kurz mit dem Mixstab pürieren. Die Betonung liegt auf kurz, denn wir wollen nur das Fruchfleisch zu Brei verarbeiten und nicht die Kerne atomisieren. Kiwipüree in einen kleinen Topf giessen. Mit Zucker und Agar-Agar zum Kochen bringen. Eine Minute kochen, dabei ständig rühren. Probieren und nach Geschmack mehr Zucker zufügen. In kalt ausgespülte Förmchen oder Gläser füllen. Eine halbe Stunde auskühlen lassen, dann mit Klarsichtfolie abdecken (oder Deckel drauf) und mindestens vier Stunden im Kühlschrank gelieren lassen. Hält sich gekühlt maximal drei Tage.

Anmerkung:
Das Jelly auf dem Foto besteht aus zwei grünen und zwei Goldkiwis, ohne Zuckerzusatz. Die gelben Kiwis brachten genug Eigensüsse mit.

Auf den letzten Drücker mein Beitrag zum Sweet Summer Event von Christina's Catchy Cakes.

Sweet Summer


Samstag, 23. Juni 2012

Dinkelzopf mit Dill und Moutarde de Dijon



Ich liebe Dill. Frau Mama und mein Neffe mögen ihn, Herr C. mag ihn nur in kleinster Dosierung, Schwesterherz und ihre Tochter hassen ihn wie die Pest. Was mich um das Vergnügen bringt, öfters mal was mit Dill zu kochen oder zu backen. Schade, denn der Dill-Senf-Zopf kommt bei Einladungen immer sehr gut an. Besonders als Unterlage für Lachs. Dafür die Scheiben mit Zitronenbutter* bestreichen, mit Lachs belegen und je nach gewünschter Grösse dritteln oder vierteln. Etwas frisch gemahlener Pfeffer darüber, dazu ein Glas Weisswein und die Party kann beginnen. Passt auch perfekt zu Fleisch, Fisch und Gemüse vom Grill. Wer Dill nicht mag, kann ihn auch durch andere Kräuter (z.B. Herbes de Provence) ersetzen. Oder Dill und Senf ganz weglassen. Ergibt dann einen einfachen, aber nicht weniger schmackhaften Dinkelzopf. 


Für einen Zopf:

  • 500 gr Dinkelmehl Typ 630
  • 25 gr Zucker
  • 10 gr Salz
  • 10 gr frische Hefe
  • 280 gr Milch, lauwarm
  • 60 gr Rapsöl
  • 1 El getrockneter Dill
  • 2 El Moutarde de Dijon
  • 2 El Sahne zum Bestreichen

Mehl, Zucker, Salz und Hefe in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Eine Mulde formen, Milch, Rapsöl, Senf und Dill zugeben. Maschine zuerst drei Minuten auf niedriger Stufe, danach etwa 7 Minuten auf mittlerer Stufen kneten lassen. Der Teig sollte nun schön geschmeidig sein. Zwei Minuten von Hand kneten. Rund formen, kreuzweise einschneiden und zurück in die heiss ausgespülte Schüssel legen. Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und den Teig etwa 120 Minuten aufgehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. 

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Teig kurz durchkneten und in drei gleich schwere Stücke teilen. Unter einem Küchentuch 5 Minuten entspannen lassen. Dann die Stücke zu drei je ca. 50 cm langen Strängen formen. Flechten und den Zopf auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Mit eingeölter Klarsichtfolie abdecken und etwa 40 Minuten gehen lassen, bis er fast doppelt so gross ist. Klarsichtfolie entfernen und den Zopf mit Sahne einpinseln. Auf der mittleren Schiene einschieben. Zuerst 20 Minuten bei 200 Grad, dann 10-15 Minuten bei 180 Grad backen. Falls der Zopf zu schnell bräunt, mit Alufolie abdecken. Klopftest machen und vor dem Anschneiden auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

* Rezept Zitronenbutter:
125 gr weiche Butter, eine Prise Salz und 1 Tl fein abgeriebene Zitronenschale schaumig rühren. Fertig.

P.S. Das Bild ist schon älter, daher wieder mal nur ein Zopf aus drei Strängen. Sobald ich Zeit habe, werde ich mich an einem Zopf aus sechs Strängen versuchen. Versprochen.


Donnerstag, 21. Juni 2012

Pfirsichtarte mit Tonkabohne



Alice feiert heute ihren zweiten Bloggeburtstag und hatte leider keine Zeit, einen Kuchen zu backen. Ein Geburtstag ohne Kuchen? Das geht ja wohl gar nicht! Ich bin dann mal so frei und springe mit einer schnellen Pfirsichtarte in die Bresche. Wer mag, kann den Mürbeteig natürlich auch selbst zubereiten. Wenn es schnell gehen muss, empfehle ich den ungesüssten Dinkelmürbeteig mit Butter vom Biohändler. (Der Hersteller ist mir gerade entfallen. Wird nachgereicht).

Liebe Alice, nochmal alles Gute, auf viele weitere Jahre und lass es dir (zumindest virtuell) schmecken!


Für eine Tarteform (28 cm):

  • 1 Mürbeteig, rund ausgewallt 
  • 6 reife Pfirsiche (etwa 600 gr)

Mürbeteig mit dem anhaftenden Backpapier in die Form legen und bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern. Pfirsiche waschen, Kerne entfernen und jede Hälfte in vier Schnitze schneiden.

Für den Guss:
  • 200 gr Schmand 
  • 1 Ei
  • 2-3 El Zucker
  • 100 ml Sahne
  • 100 ml Milch
  • 1 El Speisestärke
  • 1/4 Tl fein geriebene Tonkabohne (oder ausgekratztes Mark einer halben Vanilleschote)

Ofen auf 200 Grad vorheizen.

Schmand, Ei und Zucker mit einem Rührbesen gründlich verrühren. Sahne zugeben und kurz untermischen. Speisestärke mit der Milch klümpchenfrei verrühren, zusammen mit der Tonkabohne unter die übrigen Masse rühren. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und die Pfirsichspalten darauf spiralförmig anordnen. Guss vorsichtig über die Früchte giessen und auf der mittleren Schiene 35-40 Minuten backen. Die Tarte sollte leicht gebräunt und nicht mehr wabbelig sein. Vor dem Anschneiden auskühlen lassen.

Wer die Kalorien nicht scheut oder heute (Blog)Geburtstag hat, darf sich dazu noch einen dicken Klecks geschlagene Sahne genehmigen. Oder eine Kugel Vanilleeis. Oder beides.

Dienstag, 19. Juni 2012

Süsses Kartoffelbrot (vegan)



In den Kühlschrank geguckt und zwei gekochte Kartoffeln erblickt, die endlich verbraucht werden wollten. Zu wenig, um daraus Bratkartoffeln zu machen und keine Lust auf spanische Tortilla gehabt. Irgendwo hatte ich doch kürzlich ein Rezept für ein süsses Kartoffelbrot gesehen. Wo war das bloss? Lange gegrübelt. Im Internet? Auf einem anderen Blog? In einem Kochbuch? Es klingelte leise im Hinterkopf. Vielleicht in einem neuen Kochbuch? Bingo, das war es. Gefunden in "Einfach vegan" von Roland Rauter.

Das Originalrezept ist auch online auf Rauters Blog verfügbar, daher notiere ich hier nur meine abgeänderte Version. Mangels Haferdrink nahm ich selbst gemachte Mandelmilch, weniger Alsan (200 Gramm schienen mir etwas zu viel des Guten) und weniger Hefe. Daraus entstand ein fluffiges, aber für meinen Geschmack zu wenig süsses Brot. Nächstes Mal werde ich die Zuckermenge auf 100 Gramm erhöhen und statt Puderzucker Rohrzucker verwenden. Bleibt gut verpackt bis zu vier Tage frisch.


Für ein Brot:

  • 200 gr mehlige Kartoffeln, gekocht
  • 500 gr Mehl Typ 550
  • 5 gr Trockenhefe
  • 125 gr Alsan
  • 225 ml Mandelmilch
  • 70 gr Puderzucker
  • 8 gr Salz

Kartoffeln schälen und fein reiben. Mehl, Trockenhefe, Puderzucker und Salz in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen. Alsan in einem Topf schmelzen, Mandelmilch zugeben und kurz durchrühren. Zwei Esslöffel abnehmen und zum Bestreichen zur Seite stellen. In die Mehlmischung eine Vertiefung machen, Flüssigkeit reingiessen. Auf mittlerer Stufe 10 Minuten kneten lassen. Der Teig ist am Anfang sehr weich und klebt an der Schüssel. Zum Schluss des Knetvorgangs sollte er sich von der Schüsselwand gelöst haben. Falls nicht, wenig Mehl (1-2 Esslöffel) unterkneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Zu einem Ball formen, kreuzweise einschneiden und abgedeckt etwa 80 Minuten aufs Doppelte aufgehen lassen.

Ofen auf 220 Grad vorheizen

Teig kurz durchkneten und in eine beliebige Form bringen. Auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Mit geölter Klarsichtfolie abdecken und 30 Minuten gehen lassen. Mit der restlichen Alsan-Mandelmilch-Mischung bestreichen und auf der mittleren Rille einschieben. Hitze nach 10 Minuten auf 190 Grad reduzieren und weitere 35 Minuten backen bis das Brot goldgelb ist. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Nachtrag: In Rauters Buch hat sich bei diesem Rezept ein Druckfehler eingeschlichen. Angegeben sind 50 Gramm Mehl, es müssen aber 500 Gramm sein! Siehe Kommentare.


Sonntag, 17. Juni 2012

Flohmarktschätze Teil 9 - Der Geschirrberg wächst

Nach einer sehr kurzen Nacht (die Details erspare ich euch lieber), habe ich mich aus dem Bett gequält, bin zum Bahnhof gewankt und im Zug ganz undamenhaft auf einen Sitz geplatscht. In diesem Moment wäre es mir lieb gewesen, wenn wir ohne Halt bis Istanbul durchgefahren wären. Es graute mir vor der Aussicht, irgendwann aussteigen und in der prallen Sonne rumlaufen zu müssen. Glücklicherweise verschwand das Kopfweh kurz nach der Ankunft und meine Laune besserte sich von Minute zu Minute. Kein Wunder, bei den tollen Schätzchen, die ich heute auf dem Flohmarkt ergattert habe. Andere Frauen kaufen massenweise Schuhe, ich bevorzuge Geschirr. Jeder nach seiner Façon (und Fassungsvermögen der jeweiligen Schränke).

Schicke Limburger Dom-Keramik Schüssel aus den 50's

Zuckerdose, Sahnekännchen und Eierbecher mit blauem Bastdekor von Arzberg



Porzellandose (wohl für Butter) mit Folklore-Dekor von Figgjo Flint, Norwegen

Teekanne und Milchkännchen von Rössler aus der Serie Carona
Blauer Melitta Kaffeefilter

Ich wünsche euch allen einen erholsamen Sonntag und bis nächste Woche in alter Frische

Donnerstag, 14. Juni 2012

Trial & Error - Topo Map Love Cake



Bei Table for 2 gesehen und sofort auf dem Spitzenplatz meiner To-Do-Liste gelandet. Der Kuchen sieht so toll aus und die Geschmackskombination von Vanille und Padan gefällt mir ausserordentlich gut. Das verlangte Cake-Flour hatte ich beim letzten Einkauf im Asiashop mitgenommen, Padanextrakt schon vor einigen Wochen hergestellt. Das Rezept schien nicht allzu schwierig, daher habe ich es gestern nachgebacken. Aber irgendwo war der Wal Wurm drin'.

Es fing schon beim Teig an. Ich musste die angegebene Flüssigkeitsmenge verdoppeln, damit der Teig einigermassen streichfähig war. Unter eine Hälfte die Vanilleessenz gemischt, unter die andere einen Esslöffel Padanextrakt. Da die Masse mit jeder Sekunde dicker zu werden schien (?), war an vier Schichten überhaupt nicht zu denken. Also eine Teighälte in die Form gespachtelt und mit Kakaopulver bestreut. Restlichen Teig darüber gegeben und vorsichtig glatt gestrichen. In den Ofen gestellt und nach 40 Minuten sah der Kuchen grandios aus. Schön aufgegangen, goldgelb, richtig toll. Erfolgreich den Stäbchentest gemacht und dann aus dem Ofen geholt. Zum Abkühlen auf ein Gitter gestellt und kurz die Küche verlassen. 

Nach 10 Minuten kam ich zurück, um den Kuchen aus der Form zu holen. Mist, er war ziemlich heftig zusammengesackt. Weitere 15 Minuten gewartet und dann trotzdem aus der Form geholt. Das scheint er mir sehr übel genommen zu haben, denn auf dem Gitter sackte er noch mehr zusammen. Die grünen Punkte auf der braunen Oberfläche sahen auch ganz witzig aus. Kuchen mit Pocken. Njammi...

Nach dem Auskühlen angeschnitten und fast rückwärts aus der Küche gerannt. Das zarte Lindgrün des Teiges hatte sich in ein grelles Giftgrün verwandelt. Und die Kakaoschicht war definitiv zu dick. Wow, viel mehr hätte wohl nicht schief gehen können. Trotzdem todesmutig ein Stück probiert und oho, er schmeckte wirklich gut. Die Konsistenz war definitiv zu kompakt, aber lustigerweise nicht klitschig, obwohl es auf dem Foto so aussieht. Keine Ahnung, was da alles falsch gelaufen ist, aber der nächste Versuch folgt bald. Und dann sieht mein Ergebnis hoffentlich so wie Wendys Cake aus. Hoffentlich.

Hat jemand von euch schon mal mit asiatischem Cake-Flour gebacken und kann mir vielleicht den einen oder anderen Tipp dazu verraten? Ich vermute ja stark, dass das plötzliche Verdicken und das Zusammensacken an diesem Mehl (bzw. meiner falschen Handhabung des Mehls) liegen könnte. 

Zumindest taugt dieser mutierte Kuchen zu einem weiterer Beitrag für Heikes Event "Ugly Food".

Dienstag, 12. Juni 2012

Griechischer Reispudding nach Art der zwei Schwestern



Unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten wir auf Rhodos. Kurz vor Ende der Saison hatten wir die Insel fast für uns alleine. Einziger unangenehmer Nebeneffekt war das sehr eingeschränkte kulinarische Angebot in unserem kleinen Dörfchen. Nur zwei Restaurants hatten noch geöffnet, alle anderen waren schon in der Winterpause. So assen wir abends oft an einem kleinen Gyrosstand, der von zwei Schwestern betrieben wurde. Zu den exzellent gewürzten Spiessen frisch vom Grill gab es Salat, Gemüse, Pommes und frisches Brot. Und danach immer noch eine grosse Portion Rizogalo als Dessert. Herr C. versuchte jeden Abend, mir meine Portion abzuschwatzen, da er den Reispudding so gerne mochte. Weil ich so verliebt war, hatte er meistens Erfolg. Heute hätte er keine Chance mehr. 

Der "Pudding" der zwei Schwestern war eher eine dickflüssige Crème mit ausgeprägtem Zimtaroma. Trotz zahlreicher Kochbücher über die griechische Küche fand ich nirgends ein Rezept, welches dem Rizogalo aus Rhodos nahe kam. Nach einigen DIY-Fehlversuchen stellte sich heraus, dass Reismehl die gesuchte Zutat war. Mit Mais- oder Weizenstärke wird der Pudding einfach nicht so richtig schlotzig.  

Für zwei Portionen:

  • 500 ml Vollmilch
  • 1 gehäufter El Milchreis
  • 1 Prise Salz
  • 1 kleines Stück Zimtstange (3-4 cm)
  • 1 gehäufter El Zucker
  • 50 ml Sahne
  • 1 gehäufter El Reismehl
  • frisch gemahlener Zimt (optional) 

200 ml Milch, Milchreis, Salz und Zimtstange aufkochen. Zehn Minuten auf kleiner Hitze kochen lassen, ab und zu umrühren. Herd abschalten, über den Topf ein Küchentuch legen und Deckel feste draufpressen. Reis 20-30 Minuten ziehen lassen. Weitere 250 ml Milch und Zucker in den Topf geben, aufkochen, immer mal wieder umrühren. Unterdessen das Reismehl in 50 ml Milch und der Sahne klümpchenfrei verrühren. Wenn der Topfinhalt kocht, Zimtstange herausfischen und aufgelöstes Reismehl einrühren. Unter ständigem Rühren einige Minuten kochen, bis der Pudding merklich andickt. In kalt ausgespülte Schüsselchen füllen und Oberfläche mit Klarsichtfolie abdecken. So kann sich keine Haut bilden. Mindestens fünf Stunden in den Kühlschrank stellen, damit der Pudding durchkühlen kann. Mit Zimt bestreuen und kalt servieren.

Anmerkung:
Reismehl ist in vielen Bio-Läden oder günstiger in Asia-Shops erhältlich.


Montag, 11. Juni 2012

Das Glück steht im Regal und heisst Lilienporzellan



Letzte Woche war ich kurz in der Stadt. Ein bisschen geschneuggt, die ersten Saturn-Pfirsiche gekauft, Bibliothekskarte verlängert, neue Krimis und Kochbücher ausgeliehen und dann spontan beschlossen, noch kurz meinem Lieblingsbrocki einen Besuch abzustatten.

Mit meinem Second-Hand-Mantra auf den Lippen ("Ich brauche nichts, ich will nichts, ich kaufe nichts und wenn ich es doch tue, kriegt Herr C. wieder einen Tobsuchtsanfall...Oooooohhhmmm...") schlenderte ich durch die Regalreihen. Und da stand sie plötzlich und strahlte mich mit ihrer sonnengelben Farbe an. Erster Gedanke: Oh, wie hübsch. Haben will! Zweiter Gedanke: Du brauchst keine Suppenschüssel, du hast schon drei Stück (siehe Mantra). Dritter Gedanke: Och, wenn ich schon mal hier bin, dann gucke ich zumindest, ob eine Porzellanmarke vorhanden ist. So rein zu Fortbildungszwecken.

Schüssel gedreht und es war LILIENPORZELLAN! Ich bin vor Freude fast ausgetickt. Sie sah aus wie neu und der Preis erst.... (die Pfirsiche waren teurer). Tante Google lieferte dann noch folgende Informationen: Es handelt sich um eine Ragoutschüssel aus der Serie "Daisy", produziert 1963-1965. Im Internet werden solche Teile ab 500 Euro aufwärts gehandelt. Denke mal, dass es sich dabei eher um überrissene Phantasiepreise handelt. Aber es hört sich natürlich nicht schlecht an, wenn man bei einer Party so beiläufig fallen lassen kann: Schön, dass dir die Schüssel gefällt. Aber würdest du sie bitte wieder hinstellen? Mit Sachen, die mehrere Hundert Euro kosten, sollte man etwas vorsichtiger umgehen. Höhöhöhö.... ;-)

Samstag, 9. Juni 2012

New York Cheesecake - Let's get the party started


Danke Onkel Z. 
Ohne deinen Fingerzeig hätten wir den Cheesecake glatt übersehen... :D

Seit 1998 der Hit bei jeder Feier und von Freunden und Familie immer wieder gerne gewünscht. Warum ich weiss, wann ich den Cheesecake zum ersten Mal gebacken habe? Weil im Kochbuch immer noch die Quittung aus dem Buchladen liegt. Am selben Tag habe ich das Rezept noch mit einer datierten Anmerkung versehen: 26. Februar - Sehr gut, den hätte ich gerne als Hochzeitstorte. Beim ersten Mal hat's nicht geklappt. Vielleicht beim nächsten Mal. Falls es das gibt. (Und ja Herr C., das war ein Wink mit dem Zaunpfahl!) 

Über die Jahre habe ich das Rezept natürlich ein wenig angepasst. Früher aromatisierte ich Belag und Guss ausschliesslich mit ätherischen Ölen. Die hatte ich, dank der damals weit verbreiteten Duftlampen, immer in petto. Die Duftlampe ist schon lange auf den Müll gewandert und der Bestand an ätherischen Ölen infolgedessen drastisch geschrumpft. Abgeriebene Zitrusschalen, von unbehandelten Früchten, sind ein guter und preiswerter Ersatz. Wer einen jungfräulich weissen Cheesecake bevorzugt, sollte die Variante mit den ätherischen Ölen* mal ausprobieren.

Für den Boden :

  • 10 Scheiben (Dinkel)Zwieback, sehr fein zerbröselt
  • 1 Tl Zimt
  • 50 gr Butter, zerlassen
Eine Springform (28 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen oder gründlich einfetten. Zwiebackbrösel mit Zimt und der Butter mischen. Den Boden der Form mit dieser Mischung bedecken. Mit dem Löffelrücken oder den Händen leicht andrücken, damit der Boden gleichmässig dick wird.

Für den Belag:
  • 1 kg Magerquark
  • 100 gr Zucker
  • 75 gr selbst gemachter Vanillezucker
  • 4 Eier
  • Fein abgeriebene Schale einer Zitrone oder 6 Tropfen ätherisches Zitronenöl

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Quark, Zucker und Vanillezucker in eine Rührschüssel geben und mit dem Rührbesen oder dem Handmixer glatt rühren. Zitronenschale oder -öl zugeben. Dann die Eier eines nach dem anderen unterschlagen, bis alles gut vermischt und die Masse glatt ist. Vorsichtig auf den Boden giessen, glatt streichen und auf der mittleren Schiene 45-50 Minuten backen. Der Rand sollte fest, die Mitte noch etwas weich und die Oberfläche hellgoldfarben sein. Backofen ausschalten. Zwischen Türe und Ofen einen Holzlöffel klemmen, damit die Hitze nur langsam entweicht. Mindestens eine Stunde im Ofen auskühlen lassen. Wenn man den Kuchen direkt aus dem Ofen nimmt, reisst die Oberfläche unschön auf. 

Für den Guss:
  • 1 Becher Saure Sahne, Crème fraîche oder Schmand (200 gr)
  • 3 gehäufte Tl Zucker
  • 1 Tl fein abgeriebene Orangenschale oder 2 Tropfen ätherisches Orangenöl
Unterdessen Saure Sahne, Zucker und Orangenschale oder -öl gut verrühren. Geht am einfachsten, wenn man die Sahne dabei im Becher lässt. So spart man sich auch gleich den Abwasch einer weiteren Schüssel. Wenn der Kuchen ausgekühlt ist, aus dem Backofen nehmen und den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Den Guss vorsichtig auf den Kuchen giessen, glatt streichen. Keine Angst, da läuft dank der Vertiefung in der Quarkmasse (sackt nach dem Backen etwas ein) nichts runter. Fünf Minuten in den Ofen stellen, damit der Guss kurz angebacken wird. Zum Auskühlen auf ein Kuchengitter stellen und dann abgedeckt über Nacht im Kühlschrank deponieren. Ohne den Kühlschrankaufenthalt wird der Cheesecake nicht schnittfest. Nur als Info.

Wer mag, kann den Cheesecake noch mit Früchten dekorieren. 
Anmerkung:
* Bei der Dosierung Vorsicht walten lassen. Je nach Konzentration braucht man deutlich weniger ätherisches Öl, als ich oben angegeben habe. Tropfenweise untermischen und zwischendurch probieren. Der Geschmack sollte ausgeprägt, aber nicht alles erschlagend sein. Bitte keine Öle verwenden, auf deren Etikett "naturidentisch" oder ähnliches steht. Solche Chemiebomben sind definitiv nicht für den Verzehr geeignet! Sehr gute und 100 % reine ätherische Öle erhält man im Bio-Laden oder zum Beispiel bei Farfalla. Backaromen sind in diesem Fall kein Ersatz. Dann lieber die abgeriebenen Schalen verwenden. Quelle: "Jüdische Küche - 100 authentische Rezepte" von Elizabeth Wolf-Cohen

Donnerstag, 7. Juni 2012

Kichererbsensalat mit Fenchel & Aprikosen



Getrocknete Kichererbsen scheinen scheue Wesen zu sein. Bei mir verkriechen sie sich immer in der hintersten Ecke der Vorratskammer und wagen sich selten aus ihrem Versteck hervor. Wahrscheinlich sind sie so duckmäuserisch, weil viele Leuten den Aufwand scheuen, Kichererbsen selber zu kochen und viel lieber zu Dosenware greifen. Es wird also langsam Zeit, die Trockenware ins Rampenlicht zu rücken und ein kleines Loblied auf sie zu singen.

Getrocknete Kichererbsen sind selbst in Bio-Qualität absolut erschwinglich. Sie enthalten viel Magnesium, Eisen und Zink, sind unglaublich vielseitig (Salat, Suppe, Falafel, Eintopf....), besitzen einen wunderbar nussigen Geschmack, sind warm oder kalt ein Genuss und können gekocht portionsweise eingefroren und nach Bedarf weiterverwendet werden. Muss ich wirklich noch mehr erzählen?

Für 4 Personen:

  • 200 gr getrocknete Kichererbsen
  • 1/2 Tl Natron
Kichererbsen mindestens 12 Stunden in reichlich kaltem Wasser einweichen. Gründlich abspülen und mit frischem Wasser und dem Natron zum Kochen bringen. Je nach Sorte und Alter der Kichererbsen beträgt die Kochzeit etwa 30-90 Minuten. Wenn die Kichererbsen weich sind, abschütten und im Sieb etwas auskühlen lassen. Wenn es eilt, kann man im Notfall auch 450 Gramm gekochte Kichererbsen aus der Dose oder aus dem Glas verwenden. Aber wirklich nur im Notfall, gell?

  • 2 Fenchelknollen
  • 1/2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 kleine rote Zwiebel 
  • 8 frische oder 12 getrocknete Aprikosen
  • 1 grosse Zitrone, nur Saft
  • 1 grosse Orange, nur Saft
  • 4-5 El mildes Olivenöl
  • Salz 
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 2 El frischer Dill, fein gehackt
Fenchel putzen, sechsteln und in feine Scheiben schneiden. Zwiebeln und Aprikosen in feine Stücke schneiden. Alles mit den leicht lauwarmen Kichererbsen in einer Salatschüssel mischen. Aus den restlichen Zutaten ein Dressing zusammenrühren. Gründlich vermischen und mindestens 20 Minuten marinieren lassen. Probieren und ggf. nachsalzen.

Anmerkung:
Herrn Mälzers Originalrezept findet man übrigens hier. Ich habe mir erlaubt, die doppelte Menge an Kichererbsen zu verwenden, da der Salat nicht als Beilage, sondern als Hauptgericht serviert wurde. Deshalb die Namensänderung. Leichte Anpassungen konnte ich mir natürlich auch nicht verkneifen. Die verwendeten Aprikosen waren leider nicht vom eigenen Baum, aber zumindest selbst gekauft. Und ab mit diesem Beitrag zum Gärtner-Blog, da im Juni für den Garten-Koch-Event Rezepte mit Aprikosen gefragt sind.

Garten-Koch-Event Juni 2012: Aprikosen [30.06.2012]


Dienstag, 5. Juni 2012

Ein Blog, ein Baum



Mein Blog hat eine Eiche gepflanzt.



Bei anderen Blogs gesehen und für nachahmungswürdig befunden.

Mit der sympathischen Aktion "Ein Blog, ein Baum" möchten die Organisatoren auf den immer grösser werdenden Stromverbrauch (ja, auch wir Blogger verbrauchen ziemlich viel Energie) aufmerksam machen.
Ziel: 1'000 neue Bäume pflanzen und so einen kleinen Ausgleich schaffen.
Alles was ihr dafür tun müsst, ist auf eurem Blog über diese Aktion zu berichten und schwupps, wird ein weiteres Bäumchen eingepflanzt. Kostenlos. Sogar die Baumsorte darf man selbst auswählen.
Leider hatten sie keine Obstbäume im Angebot, aber eine Eiche ist ja auch ein putziges Pflänzchen.

Mein heutiger Beitrag zum Thema Umweltschutz.

Organisiert wird das Ganze von I plant a Tree und ITSTH


Montag, 4. Juni 2012

Easy Lemon Curd ohne Ei



Lemon Curd ohne Ei. Ohne Ei? Cool, das wollte ich schon lange mal ausprobieren. Und das Ergebnis? Ich bin hin und weg! Schmeckt (fastfastfast) wie richtiges Lemon Curd. Nicht zu süss, richtig zitronig und die Konsistenz ist schlichtweg perfekt. Wie beim Original schön crèmig und fest. Einzig die Optik, die an Zitronengelée erinnert, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber davon bitte nicht abhalten lassen und trotzdem ausprobieren.


Für ein kleines Glas:

  • 100 gr Zucker 
  • 60 ml kaltes Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 El Speisestärke
  • 60 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • 2 Tl fein abgeriebene Zitronenschale
  • 1 El Butter oder Alsan

Zucker, Wasser, Salz und Zitronenschale in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Speisestärke mit dem Zitronensaft klümpchenfrei verrühren. Den Topfinhalt eine Minute sprudelnd kochen, dann die Zitronen-Speisestärke einrühren. Unter ständigem Rühren kochen, bis die Masse so dick wie Pudding ist. Das dauert etwa 1-2 Minuten. Topf vom Herd nehmen, Butter oder Alsan zügig unterrühren. In ein Glas abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Möglichst bald verbrauchen.


Das Lemon Curd wird im Kühlschrank noch etwas dicker, bleibt aber crèmig (d.h. es erstarrt nicht zu Pudding). Eventuell 1-2 El Kokosmilch mitkochen, dann ist auch das optische Problem gelöst.


Sonntag, 3. Juni 2012

Briochezopf - Zöpfeln will gelernt sein


Ein weiteres Foto aus dem schier unerschöpflichen Mobiltelefon-Fundus

Farina di Manitoba ist eine besonders glutenreiche Mehlsorte, die sich ideal für Teige mit langer oder mehrstufiger Führung, wie zum Beispiel Pandoro oder Brioche, eignet. Ich bringe mir immer einige Kilo aus Italien mit, wo man es in jedem Supermercato erhält. Mittlerweile ist Farina di Manitoba aber auch in unseren Breitengraden (Mühlen, Feinkostgeschäfte, Internet) erhältlich. Es verleiht dem Teig das je ne sais quoi. Luftigkeit und mehr Struktur, so würde ich das als Laie beschreiben. Als Ersatz hat sich proteinreiches Mehl Typ 405 (z.B. von Edeka, siehe Link weiter unten) bewährt.

Normalerweise flechte ich einen Zopf nur mit drei Strängen. Einfach, praktisch, gut. Doch eines Tages war ich leicht grössenwahnsinnig und wollte unbedingt ein Meisterwerk mit sechs Strängen fabrizieren. Bei Youtube ein Video zu diesem Thema ausgesucht, Mac in der Küche aufgestellt und losgelegt. Am Ende war die Tastatur komplett verschmiert (unzählige Male stoppen, zurückspulen, wieder laufen lassen), meine Nerven lagen blank und der Zopf sah, nun ja, etwas fürchterbar aus. Viel Enthusiasmus, aber null Begabung. Deshalb ganz offiziell: Ich bin zu blöde, um mit mehr als vier Strängen zu flechten. Selbst mit Videoanleitung daneben. *hmpf*


Vorteig:

  • 60 gr Milch
  • 60 gr Wasser
  • 100 gr Farina di Manitoba (perfekter Ersatz: proteinreiches Weizenmehl Typ 405 von Edeka)
  • 100 gr Mehl Typ 550 oder 812
  • 1 Tl Zucker 
  • 10 gr frische Hefe
Aus den Zutaten einen Vorteig mischen. Abgedeckt eine Stunde gehen lassen. 


Teig:
  • 150 gr Farina di Manitoba
  • 150 gr Mehl Typ 550 oder 812
  • 30 gr Zucker
  • 10 gr Salz
  • 1 Ei
  • 40 gr Sahne
  • 30 gr Wasser
  • 30 gr Milch
  • 50 gr Rapsöl
  • etwas Sahne zum Bestreichen
  • Sesam zum Bestreuen

Beide Mehlsorten, Zucker und Salz in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen. Eine Mulde machen. Ei mit der Sahne verquirlen, zusammen mit Wasser, Milch und Rapsöl in die Mulde giessen. Maschine zuerst auf kleiner Stufe laufen lassen, bis alles grob vermischt ist. Dann den Vorteig zugeben und auf mittlere Stufe stellen. Etwa 10 Minuten kneten lassen, bis der Teig schön elastisch ist. Aus der Schüssel nehmen und zwei Minuten von Hand kneten. Rund formen, kreuzförmig einschneiden, wieder in die Schüssel geben, mit Klarsichtfolie abdecken und gehen lassen, bis sich das Volumen des Teigs verdoppelt hat. Kann mehrere Stunden dauern, da wenig Hefe verwendet wird. Diesen Vorgang nicht durch Wärme beschleunigen, dann wurden Textur und Geschmack leiden.

Ofen auf 220 Grad vorheizen. Teig kurz durchkneten, in drei gleich schwere Stücke teilen, diese grob rund formen und 10 Minuten mit einem Tuch bedeckt ruhen lassen. Dann aus den Stücken drei etwa 35 cm lange Stränge formen. Die Stränge zöpfeln (flechten). Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit eingeölter Klarsichtfolie abdecken und gehen lassen, bis der Zopf fast doppelt so gross ist. Mit Sahne bestreichen, mit Sesam bestreuen, leicht andrücken. Auf der mittleren Schiene zuerst 10 Minuten bei 220 Grad, dann 10 Minuten bei 200 Grad backen. Hitze auf 180 Grad reduzieren und weitere 20 Minuten backen.

Anmerkungen:
Die Flüssigkeiten sollten handwarm sein und das Ei Zimmertemperatur haben. Ursprünglich stammt das Rezept von Anice & Cannella. Ich habe allerdings einige Änderungen, vor allem an der Zubereitungsweise, vorgenommen. Und da das Foto und der Zopf in die Kategorie "Mehr oder minder unschön" fallen, landet der Beitrag bei der lieben Heike und ihrem (Dauer)Event Ugly Food.