Samstag, 31. März 2012

Nachgekocht: Nusscrème



Ich sah sie, ich wollte sie und hier ist sie: Sybilles Nusscrème. Was soll ich sagen? Superlecker! Allerdings habe ich die Menge halbiert, da Herr C. über's Wochenende einen Ausflug in die Berge macht und ich sonst bei seiner Rückkehr wahrscheinlich im Nusskoma liegen würde. Man kann echt nicht aufhören davon zu naschen. Ein Löffelchen da, ein paar Minuten später noch ein Löffelchen voll.... Ach und wenn ich schon in der Nähe des Kühlschranks bin, noch ein Löffelchen....

Danke für dieses tolle Rezept. Ich schick dir dann die Rechnung für neue Hosen in Grösse XXL.

Zutaten:

  • 50 gr rohe Cashewnüsse
  • 25 gr ungeschälte Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • 2 Deglet Noor Datteln, entsteint
  • 60 ml heisses Wasser
  • 1 Tl natives Kokosöl, geschmolzen

Cashews und Mandeln über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abspülen und mit den restlichen Zutaten im Mixer/Zerkleinerer zu einer homogenen Masse pürieren. In ein sauberes Glas füllen und im Kühlschrank deponieren. Und dann in geregelten Abständen davon naschen.


Donnerstag, 29. März 2012

Lavendel-Limonade wie aus der Provence



Vor Jahren habe ich mich in Südfrankreich in eine Lavendel-Limonade verliebt. Die, wie könnte es auch anders sein, ausserhalb dieser Region natürlich nirgends erhältlich ist. Da hilft wieder mal nur DIY.

Glücklicherweise stehen im Garten prächtige Lavendelbüsche, deren Blütenstände ich jedes Jahr im Dörrer trockne. Leider habe ich keine Ahnung, um welche Sorte es sich genau handelt. Auf dem Preisschild stand nur "Lavendel blau, sehr aromatisch". Aber irgendwie scheine ich damals eine spezielle Sorte erwischt zu haben. Denn normalerweise wird Lavendeltee oder -sirup nicht rot, sondern unansehnlich grün-grau-lila. Wer Wert auf eine hübsche rote Farbe legt, sollte also vorsorglich 3-4 Hibiskusblüten mitkochen. 

Der Inhalt von Omas uralten Anti-Motten-Säckchen eignet sich übrigens nicht für diese Limonade. Nur so als kleiner Tipp. 


Für einen Liter Fernweh:

  • 100 gr Zucker
  • 250 ml kaltes Wasser
  • 2 gehäufte El getrocknete Lavendelblüten
  • 2-3 kleine Zitronen
  • 1 Liter Mineralwasser mit Kohlensäure
  • Eiswürfel

In einem Topf  Zucker, Wasser und Lavendelblüten zum Kochen bringen. Zwei Minuten sprudelnd kochen. Topf vom Herd nehmen, Deckel aufsetzen und eine Stunde ziehen lassen. Lavendelsirup durch ein Teesieb oder einen Nussmilchbeutel filtern. Falls der Sirup nicht sofort verbraucht wird, in eine saubere Flasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält er sich etwa 10 Tage.

Zitronen auspressen, den Saft zusammen mit dem Mineralwasser in einen grossen Krug geben. Mit dem Lavendelsirup aromatisieren. Die verwendete Menge hängt ganz davon ab, wie süss man das Getränk mag. Eiswürfel in Gläser verteilen und mit Limonade auffüllen. À votre santé.


Anmerkung:
Im Sommer kann man die Limonade natürlich auch mit frischen Blüten zubereiten. Allerdings werden diese nicht mitgekocht. Zuerst aus Zucker und Wasser einen Sirup kochen, Topf vom Herd nehmen und eine Hand voll frischer Blüten zugeben. Und dann ganz feste darauf hoffen, dass nachher keine kleinen Käfer an der Oberfläche treiben...


Mittwoch, 28. März 2012

Sizilianischer Orangen-Fenchel-Salat



Viele Leute, die ich kenne, können Fenchel nicht ausstehen. Warum bloss? Wir mögen dieses Gemüse in allen Varianten. Gekocht, gebraten, gebacken, überbacken und auch roh. Dann am liebsten als erfrischender und schnell zubereiteter Orangen-Fenchel-Salat. Während er durchzieht, kann man ja  hurtig unter die Dusche hüpfen, zwei Telefonate erledigen und ausgiebig das liebste Haustier kraulen. Eventuelle Reste in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag schnabulieren.

Für 4 Personen:

  • 4 Orangen
  • 2 Fenchelknollen (ca. 400 gr)
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 1 Tl frischer Rosmarin
  • 2 El weisser Balsamico oder 3-4 El weisser Reisessig
  • 1 El Olivenöl
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • eine Hand voll entsteinte Oliven, halbiert (optional)

Zwei Orangen auspressen, Saft in eine Salatschüssel geben. Restliche Orangen filetieren. Fenchelknollen putzen, vierteln und dünn aufschneiden. Sofort mit dem Orangensaft mischen. Zwiebeln schälen, in feine Streifen schneiden, unter den Fenchel mischen. Rosmarinnadeln fein hacken, ebenfalls zum Salat geben. Essig und Olivenöl unterrühren und alles kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Mindestens 30 Minuten marinieren lassen. Eventuell noch etwas Essig zugeben und/oder nachsalzen. Wer mag, gibt noch ein paar Oliven darüber.


Dienstag, 27. März 2012

Flohmarktschätze Teil 7 - Mao is watching the Schrebergarten



Seit Dezember fanden nur wenige Flohmärkte in der näheren Umgebung statt. Eine lange Durststrecke für mich als Second-Hand-Liebhaberin. Hallenflohmärkte sind mir übrigens nicht gerade sympathisch. Mich mit hunderten, dick eingepackten Menschen durch dunkle, stickige Hallen zu wälzen, gehört nicht gerade zu meinen bevorzugten Freizeitbeschäftigungen. Da verzichte ich lieber und warte bis zum Saisonbeginn der Freiluftflohmis Anfang März. 

Tja, der März ist fast vorbei und ich war natürlich nicht untätig. Für zwei Flohmarktbesuche reichte die Zeit und die schräge originelle Ausbeute seht ihr oben.

Links hinten: 
Porzellankrug von Seltmann Weiden, Serie "Patricia"

Rechts hinten: 
Porzellantasse aus der DDR, hergestellt von den VEB Gehren

Links vorne: 
Porzellanaschenbecher aus China, als Souvenir nach einer Peking-Reise in der DDR gelandet
(Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr ich die Schwätzchen mit netten Flohmarkt-Verkäufern geniesse? Erst mit einer Geschichte wird ein Gegenstand für mich wirklich interessant).

Rechts vorne: 
Porzellantassen und -untertasse von Arzberg, aus den 50ern


P.S. 
 Erklärung zum Posttitel: Genosse Mao steht mittlerweile auf dem Bierzelttisch im Schrebergarten. 
Der hätte wohl auch nie damit gerechnet, dass sein Konterfei mal an so einem Ort landen wird.


Sonntag, 25. März 2012

Mango-Kokos-Pudding mit einem Hauch Kaffirlimette



Eigentlich wollte ich nur ein paar Enoki-Pilze im Asiashop einkaufen. Nach Hause kam ich mit Padanblättern, frittierten Tofutaschen, Baby Bok Choy, einer neuen Sorte Fischsauce, Kokosmilch, Kaffirlimetten und zwei Mangos. Nur keine Pilze, die waren aus. Die Padanblätter liegen noch im Kühlschrank, aus den Tofutaschen wurden Inarizushis, Bok Choy mit Fischsauce gab's als Beilage und aus dem restlichen Einkauf habe ich einen Pudding gebastelt. Und den finde ich so gut, dass ich euch das Rezept nicht vorenthalten möchte.


Für 2-3 Portionen:

  • 1 Mango, vollreif
  • 150 ml Kokosmilch 
  • 1 Tl frisch gepresster Zitronensaft
  • abgeriebene Schale einer halben Kaffirlimette
  • 120 ml Wasser
  • 20-30 gr Zucker
  • 1/2 Tl Agar-Agar
  • 1 El Kokosraspel (optional)

Mango schälen, Fruchtfleisch vom Stein lösen und in kleine Würfel schneiden. Davon 150 Gramm abwiegen. Den Rest gleich essen oder die Würfelchen als Deko zur Seite legen. Mangostücke, Kokosmilch, Zitronensaft und Limettenschale mit dem Mixstab pürieren. 
Wasser, Zucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Zwei Minuten kochen, dabei ständig rühren. Topf vom Herd nehmen, fünf Minuten abkühlen lassen. Dann das Mangopüree mit einem Schwingbesen zügig einrühren. In Gläser oder kalt ausgespülte Puddingförmchen füllen und mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Mit Kokosraspeln garnieren, in die Sonne sitzen und den Pudding geniessen.


Anmerkung:
Statt Kokosmilch aus der Dose, verwende ich lieber Produkte der thailändischen Firma Aroy-D im Tetrapak. 100% Kokosmilch, keine Zusätze, schön cremig, kein Aufrühren nötig, sehr angenehmer Geschmack.


Freitag, 23. März 2012

Unser Schrebergarten - Teil 1


Putziges Unkraut

Es wird Frühling und der Schrebergarten erfordert momentan unsere volle Aufmerksamkeit. Wir haben in den letzten Tagen die hässliche Thuja-Hecke verschwinden lassen, zwei neue Obstbäume (Mirabelle und Aprikose) angepflanzt und müssen noch dringend den Kompost umsetzen. Im Anbau liegt der Schwerpunkt auf Fruchtgemüse und Kräutern. Allerdings keine Tomaten, die Braunfäule kann uns dieses Jahr mal im Mondschein begegnen. 

Aus Prinzip bauen wir keine Hybridsorten (F1) an. Ausserdem versuchen wir so oft wie möglich, Saatgut für die nächste Saison selber zu gewinnen. In unregelmässigen Abständen werde ich über die Entwicklung der Pflänzchen und meine Erfahrungen mit ihnen schreiben. Falls die Ernte gut ausfällt, würde ich im Herbst/Winter gerne Samen tauschen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Hier mal eine kleine Auswahl der schon gesäten Sorten:

Kürbisse:
1. Marina di Chioggia
2. Uchiki Kuri (Hokkaidokürbis)

                                                                                                                                                   
Zucchini, Gurken und Melonen:
3. Weisse Gurke
4. Cousa Lebanese (libanesische Zucchini, hellgrün mit weissen Punkten)
5. Ronde de Nice (runde, gelb-grüne Zucchini)
6. Chinesische Landgurke (gelb-orange, bitterfrei)
7. Gelber Würzer (würzige Gurkensorte)
8. Crystal Apfelgurke (runde, weisse Früchte)
9. Boothby's Blonde (weiss-gelbe Gurke)
10. Minnesota Midget (frühe Honigmelone)
11. Melothria Scabra (Mexikanische Mini-Gurke)


Chili und Paprika:
12. Bolivian Rainbow (violett-grüne Blätter)
13. Starfish (weiss-grünes Laub)
14. Fish Pepper (duftet nach Cassis)
15. Mini Choco Paprika
16. Baby Bell (rote, würzige Mini-Paprika)
17. Madame Jeanette (sehr scharf)
18. Aji Dulce
19. Belgische Minipaprika, gelb
20. Jalapenos
21. Deutsche Minipaprika, rot


Mit wenigen Ausnahmen stammt das gesamte Saatgut von Herrn Hahm-Hartmann. Er ist seit 2003 in puncto Fruchtgemüse der Samenhändler meines Vertrauens. Auf seiner Internetseite findet man Saatgut und nützliche Informationen zu über 1000 Tomatensorten, Chilis, Paprika, Gurken, Melonen und u.s.w. 

                                                                               

Dienstag, 20. März 2012

So eine Art Orangen-Sangria mit Zitronenthymian



Zitronenthymian ist eines meiner liebsten Küchenkräuter, deshalb wird der grosse Busch im Garten rege gehegt und gepflegt. So auch letzte Woche. Ich wollte ihn nur etwas zurückschneiden und war eine Sekunde nicht bei der Sache. Zack, war der grosse Seitenast ab. Zuerst habe ich mich über meine Unachtsamkeit natürlich grün und blau geärgert. Der Ast wird ja nachwachsen, aber was sollte ich mit so viel Zitronenthymian anfangen? Ein Teil wanderte in den Dörrer und der Rest wurde zu Sirup verarbeitet, der mein Missgeschick wieder wett gemacht hat. Nur mit Wasser verdünnt, ist er wunderbar erfrischend. Mit Wein und Brandy zu einer Art Sangria gemischt, ein süffiges Apérogetränk für die nächste Grillparty. Mit Betonung auf "süffig".... *hicks*

Für den Sirup:

  • 250 gr Wasser
  • 320 gr Zucker
  • 6 grosse Zweige Zitronenthymian
  • 1 unbehandelte (Blut)Orange
  • 1 unbehandelte Zitrone

Die äussere Haut der Orange und Zitrone mit einem Sparschäler dünn abschälen. Weisse Innenhaut entfernen, sie würde den Sirup bitter machen. Zitrone und Orange auspressen. Wasser, Zucker, Orangen- und Zitronensaft mit den Zitrusschalen in einem kleinen Topf fünf Minuten sprudelnd kochen. Den Topf vom Feuer nehmen, Zitronenthymian zugeben. Zudecken und vier Stunden ziehen lassen. Durch ein feines Sieb giessen und in eine saubere Flasche füllen. Hält sich im Kühlschrank etwa acht Wochen.


Für die Sangria:

  • 1 Flasche trockener Weisswein (z.B. Pinot Grigio)
  • 100 ml Brandy
  • 200 ml frisch gepresster (Blut)Orangensaft, gesiebt
  • Sirup nach Bedarf
  • Eiswürfel
  • Mineralwasser zum Verdünnen (optional)
  • 1 Orange, in dünne Scheiben geschnitten

Weisswein mit dem Brandy und Orangensaft mischen. Den Sirup schluckweise zugeben, bis der Geschmack dem persönlichen Bedürfnis gerecht wird. Falls gewünscht, noch mit etwas Mineralwasser verdünnen. Gläser mit Eiswürfeln bestücken, die Sangria darübergiessen und mit einer Orangenscheibe dekorieren. Falls noch etwas Zitronenthymian übrig ist, macht der sich als Deko natürlich auch gut.

Reicht für 4-6 Personen.



Montag, 19. März 2012

Sonntagsspaziergang auf der Chrischona/BS


 Wettertechnisch wären wir am Samstag besser dran gewesen


 Rudishauweg?? Der arme Mann....


 Kartoffel-Samosas im Wald, vertilgt sind sie bald


 Fernsehturm St. Chrischona
Mit 250 Metern das höchste freistehende Gebäude der Schweiz 


 *gacker*


Mann und Hund hatten kalt, also traten wir den Heimweg an


Nächstes Mal bitte etwas mehr Laub. Sieht ja trostlos aus.

Sonntag, 18. März 2012

Erdbeer-Vanille-Jelly mit Filmjölk



Strahlender Sonnenschein und angenehme 20 Grad verleiteten mich gestern, eine Schale Erdbeeren zu kaufen. Im Winter habe ich in einer alten Ausgabe der Saisonküche ein Rezept für Erdbeer-Jelly gesehen und konnte mit dem Nachkochen nicht länger warten. Mein Gewissen wollte mich zwar vom Kauf abhalten ("Importware, sauer, geschmacklos!"), aber meine (Koch)gier gewann trotzdem. Sorry.

Filmjölk ist eine milde Sauermilch, die sich vor allem in Schweden grosser Beliebtheit erfreut. Sie wird wie Joghurt pur gegessen oder zu Früchten und Müsli gereicht. In der Schweiz ist Filmjölk von der Firma Biomilk in Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Leider kenne ich keine Bezugsadressen in Deutschland und Österreich, Hinweise werden aber gerne entgegengenommen. Sonst einfach durch Sauermilch, Dickmilch oder milden Joghurt ersetzen. Geschlagene Sahne tut's natürlich auch. Wie es euch beliebt.

Und ab damit zur {Initiative Sonntagssüss}, heute gesammelt von Fräulein Text.

Für 2-3 Personen:


Erdbeeren mit kaltem Wasser abbrausen, gut abtropfen lassen, putzen und in Stücke schneiden. Zugedeckt in den Kühlschrank stellen. Wein mit Zucker und Agar-Agar in einem kleinen Topf erhitzen und unter ständigem Rühren zwei Minuten kochen. Topf zur Seite stellen, damit die Flüssigkeit etwas auskühlen kann. Aber bitte nicht zu lange warten, unter 45 Grad beginnt das Agar-Agar zu gelieren. Unterdessen die Erdbeeren in Gläser verteilen. Flüssigkeit über die Erdbeeren löffeln. Einige Minuten stehen lassen, bis das Jelly etwas angedickt ist. Dann für 3-4 Stunden in den Kühlschrank stellen. Mit einem grosszügigen Klacks Filmjölk garnieren und genüsslich verputzen.

Anmerkung:
Für Kinder den Wein durch 250 ml Wasser und 3 Esslöffel Erdbeer- oder Himbeersirup ersetzen. Den Vanillezucker dann weglassen. In ein paar Tagen werde ich mich in einem Post ausführlicher mit dem Thema Filmjölk beschäftigen. So stay tuned!


Mittwoch, 14. März 2012

Massamba und Xima aus Moçambique



Unter der Bezeichnung Massamba versteht man in Moçambique einen Eintopf aus Maniokblättern, Erdnüssen und Kokosmilch. Maniokblätter sind in Europa selten frisch erhältlich, als Ersatz empfehlen sich Spinat, Blattkohl, Mangold, Chayoteblätter oder -triebe. Karotten sind zwar nicht ganz das Gleiche, aber das einzige Gemüse, welches sich gerade in meinem Kühlschrank aufhielt.

Zu Massamba wird immer Xima gereicht, ein Brei aus weissem Maismehl. Statt Maismehl verwende ich lieber Maisgriess, sprich Polenta. Zufälligerweise tummelte sich noch ein Päckchen weisse Polenta im Vorratsschrank. Mitgebracht im Dezember aus Bella Italia, aber auch hier in Feinkostgeschäften erhältlich. Weisse Polenta ist leicht süsslich und hat einen sehr dezenten Eigengeschmack. Natürlich kann man auch gelbe Polenta, Kartoffelbrei oder Reis dazu servieren. Wir nehmen's mit der Authentizität heute schliesslich nicht so genau. 


Oft wird dazu noch gegrillter Fisch serviert. Den habe ich heute aber unterschlagen, da ich keine Lust hatte, durch die halbe Stadt zu fahren, um ein bisschen Fisch aufzutreiben. Das Massamba alleine schmeckt schon so gut, dass man auch getrost darauf verzichten kann. Als Getränk empfehle ich ein eiskaltes Bier.


Zutaten für 4 Personen:

  • 80 gr geschälte rohe Erdnüsse
  • 1 El Öl
  • 1 mittlere Zwiebel, sehr fein gehackt
  • 1 El Tomatenmark 
  • etwa 400 ml heisse Gemüsebrühe 
  • 1 kleine Chilischote, fein gehackt oder 1 Tl Harissa
  • 250 ml Kokosmilch
  • Salz und Pfeffer
  • 800 gr Karotten

Karotten schälen und in beliebige Stücke schneiden. In kochendem, gesalzenem Wasser bissfest garen. Wasser abschütten und die gekochten Karotten abgedeckt zur Seite stellen.

Gleichzeitig die Erdnüsse in einer grossen Pfanne mit hohem Rand nicht zu dunkel rösten. Etwas auskühlen lassen und dann im Zerkleinerer sehr fein mahlen. Pfanne mit Küchenpapier auswischen, Öl erhitzen und die Zwiebelstücke darin anbraten. Tomatenmark und gemahlene Erdnüsse zugeben, eine Minute mitbraten. Mit der heissen Gemüsebrühe ablöschen und tüchtig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Falls die Sauce jetzt schon sehr dick ist, mehr Gemüsebrühe oder Wasser zugeben. Fünf Minuten köcheln lassen. Harissa und Karottenstücke zugeben, zwei bis drei Minuten mitkochen. Kokosmilch einrühren, salzen und pfeffern. Weitere 2-3 Minuten auf dem Herd lassen, damit die Sauce schön heiss wird. Nicht mehr kochen, denn dann könnte sich die Kokosmilch trennen. Massamba heiss mit Xima servieren.


Xima:
  • 250 gr weisser oder gelber Polentagriess
  • 1,2 Liter kaltes Wasser
  • 2 Tl Salz
  • 1-2 El Butter oder Alsan

Polenta nach Packungsaufdruck zubereiten. Eventuell wird dazu weniger Wasser benötigt, als ich oben angegeben habe. Zum Schluss die Butter oder Alsan einrühren und heiss servieren.


Anmerkung:
Ich bevorzuge eine richtig dicke Sauce, die so richtig am Gemüse klebt. Falls eine dünnere Sauce gewünscht wird, am Ende der Kochzeit einfach mehr Brühe oder Wasser zugeben. Und da alles in 30 Minuten zubereitet ist, reiche ich es auf den letzten Drücker als Beitrag zum Speed Cooking Event von kochtopf ein.

Montag, 12. März 2012

Butter Paneer Masala



Paneer ist ein ungesalzener, schnittfester Frischkäse aus Indien, der gerne für vegetarische Currys verwendet wird. Durch Zufall entdeckte ich vor einigen Wochen einen neuen Laden, der viele afrikanische und indische Lebensmittel im Sortiment führt. Unter anderem auch frischen Paneer, hergestellt von einer Käserei in der Schweiz. Vakuumiert ist er im Kühlschrank etwa acht Wochen haltbar. Roh schmeckt er ziemlich neutral, doch gebraten oder in einer Sauce gekocht, blüht er richtig auf. Butter Paneer Masala ist in Indien eines der beliebtesten Restaurantgerichte, es existieren unzählige Rezepte dafür. Meine Version ist würzig, aber nicht scharf und sehr crèmig. 


Für 2-3 Portionen:

  • 350 gr Paneer
  • 1 El Butter
  • 2 grosse Zwiebeln, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, gerieben
  • 1 nussgrosses Stück Ingwer, gerieben
  • 1 Tl Korianderpulver
  • 1/2 Tl Kurkuma
  • 1/4 Tl Zimt
  • 1/8 Tl Chilipulver oder -flocken
  • 3 Nelken, im Mörser zerkleinert
  • 1 Dose Pelati (à 400 gr)
  • 3 El selbst gemachtes Cashewmus* 
  • 2 El Butter
  • 2 El frische Sahne
  • Salz

Paneer in mundgerechte Würfel schneiden. Die Hälfte der Butter in einer Pfanne mit hohem Rand zerlassen. Käsewürfel darin von allen Seiten anbräunen. Paneer aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Restliche Butter in der gleichen Pfanne zerlassen, Zwiebelstücke darin andünsten. Wenn sie glasig sind, Knoblauch, Ingwer und alle Gewürze bis und mit Nelken zugeben. Eine Minute bei hoher Hitze rührbraten. Mit 250 ml Wasser ablöschen. Tomatenstücke zugeben, salzen und die Sauce zum Kochen bringen. Hitze reduzieren, Deckel auflegen und 15 Minuten köcheln lassen. Paneerwürfel in die Pfanne geben und weitere 5-10 Minuten ohne Deckel köcheln, bis die Sauce die gewünschte Konsistenz hat. Cashewmus, Butter und Sahne der Reihe nach einrühren, abschmecken und evt. nachsalzen. Deckel wieder auflegen und vor dem Servieren 10 Minuten ziehen lassen. Dazu passt Reis oder Fladenbrot.

Anmerkungen:
Cashewmus kann man fertig im Bioladen kaufen (z.B. von Rapunzel) oder einfach selber herstellen. Wenn gekauftes Cashewmus verwendet wird, Menge auf zwei Esslöffel reduzieren.

* Hier das Rezept: 50 Gramm rohe Cashewnüsse zwei Stunden in reichlich kaltem Wasser einweichen. Einweichwasser abgiessen, Nüsse abspülen und in einen Mixer/Zerkleinerer geben. Mit wenig frischem Wasser knapp bedecken. Mixer so lange laufen lassen, bis die Nüsse zu einem feinen Mus zerkleinert sind.


Sonntag, 11. März 2012

Gâteau Ti'son de la Réunion (Glutenfrei)



Mein Lieblingsneffe hat mir gestern telefonisch gedroht, dass er sich vor der heutigen Gartenarbeit drücken wird, wenn ich keine anständige Verpflegung mitbringe. Um mir seine Hilfe beim Umgraben zu sichern, begab ich mich also in die Küche. In Tupperware verpackt warten deshalb die Reste des Elvis-Hackbratens, marinierter Rettich, Rucola-Tomaten-Salat und frisch gebackener Zibelechueche auf ihre Reise in den Schrebergarten. Als Dessert gibt es heute eine süsse Spezialität der Île de la Réunion, einen Maismehlkuchen mit Vanille und Rum namens Ti'son (= Réunion-Kreolisch für Maismehl). 

Glutenfrei, einfach zu machen, supersaftig und superlecker! 

Und natürlich ein weiterer Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}


Für eine Springform mit 26 cm Durchmesser:

  • 100 gr Zucker
  • 100 gr brauner Rohrzucker
  • 250 gr Butter, sehr weich
  • 1 Prise Salz
  • 4 grosse Eier
  • fein abgeriebene Schale einer kleinen, unbehandelten Zitrone
  • Mark einer Vanilleschote
  • 2 El brauner Rum
  • 250 gr Maismehl
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver, glutenfrei (z.B. von Biovegan)
  • 100 ml Milch 
  • etwas Butter zum Ausfetten der Form

Zucker, Butter und Salz mit dem Handrührer weissschaumig aufschlagen (mindestens 5 Minuten). Die Eier einzeln jeweils 20 Sekunden lang unterrühren. Zitronenraps, Vanillemark und Rum (ich bevorzuge Coruba) zugeben. Maismehl und Backpulver mischen, sieben, zur Masse geben, kurz einrühren und zuletzt die Milch untermischen. Die Springform gut ausfetten oder mit Backpapier auskleiden, Teig einfüllen und im vorgeheizten Ofen auf der zweiten Schiene von unten bei 160 Grad 45-55 Minuten backen. Falls die Oberfläche zu schnell bräunt, Kuchen locker mit Alufolie abdecken. Stäbchenprobe machen und wenn nichts mehr kleben bleibt, aus dem Ofen nehmen und 20 Minuten ruhen lassen. Danach aus der Form heben und auf einem Gitter ganz auskühlen lassen. Wer hat, serviert dazu geschlagene Sahne.

Hält sich gut verpackt 3-4 Tage.

Anmerkung:
Maismehl aus biologisch-dynamischem Anbau erhält man z.B. bei Alnatura (Eigenmarke, auch bei DM im Sortiment). Preislich liegt das Päckchen mit 500 Gramm Inhalt bei ungefähr 1,65 Euro. Aus Maismehl kann man übrigens auch auch superleckere Waffeln machen. Für eine lactosefreie Variante die Butter durch Alsan und die Milch durch frisch gepressten Orangensaft ersetzen.




Freitag, 9. März 2012

Südstaaten Hackbraten - So wie Elvis ihn mochte



Bei Hackbraten bin ich unendlich heikel. Ich mag ihn nicht, wenn er bröselig ist, d.h. beim Schneiden in seine Einzelteile zerfällt. Und ich mag keine (dicke) Sauce dazu, die den Eigengeschmack des Bratens völlig überdeckt und schlimmstenfalls zusammen mit den Hackbröseln eine matschige Pfütze auf dem Teller bildet. Ausserdem muss er zum grössten Teil aus Rindfleisch bestehen, da ich kein grosser Fan von Schweinefleisch bin. Mit anderen Worten: Es gab für mich lange nur einen geniessbaren Hackbraten. Den meiner Frau Mama. Und da sie ihn so hervorragend zubereitet, bestand für mich nie die Notwendigkeit, mich selbst daran zu versuchen.


Bis Herr C. vor einiger Zeit den Wunsch äusserte, mal wieder einen hausgemachten Hackbraten auf seinem Teller zu sehen. Sein Wunsch war mir Befehl (oder zumindest tue ich immer so, ich koche meist nur das, was mir in den Kram passt) und so durchwühlte ich meine Kochbücher nach einem passenden Rezept. Fündig wurde ich im "Original Elvis Kochbuch" von Elizabeth Wolf-Cohen. Das Rezept musste nur minimal angepasst werden und das Ergebnis ist toll. Ach was, es ist nicht nur toll, es ist grandios! Herr C. und der Rest der Familie stimmen mir übrigens zu. Und Elvis hätte das sicher auch getan. Davon bin ich überzeugt. 

Für 6-8 Personen (oder einen Elvis):

  • 100 gr Haferflocken
  • 200 ml Milch
  • 1 El Butter
  • 2 grosse Zwiebeln, gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, zu Mus zerrieben
  • 2 Stängel Stangensellerie, in kleine Stücke gehackt
  • 1/2 Bund glatte Petersilie, gehackt
  • 1,25 kg Rinderhackfleisch
  • 250 gr Schweinehackfleisch (oder Bratwurstbrät)
  • je 1 Tl getrockneter Majoran und Thymian
  • 2 Eier
  • 5 El Ketchup
  • 2 El Worcestershiresauce
  • 2 Tl scharfes Currypulver
  • 120 gr Panko 
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Tl Öl
  • 100 gr Bacon in Scheiben

Haferflocken in eine kleine Schüssel geben und mit der Milch übergiessen. Zugedeckt 2-3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, bis die Flocken die Milch absorbiert haben. Zwiebeln in der Butter anbraten. Stangensellerie und Knoblauchmus zugeben, zwei Minuten mitbraten. Gehackte Petersilie untermischen, Pfanne vom Herd ziehen und auskühlen lassen. 

Hackfleisch in eine grosse Schüssel geben, mit den eingeweichten Haferflocken, der Zwiebelmischung, einem gehäuften Teelöffel Salz und reichlich Pfeffer verkneten. Alle restlichen Zutaten bis und mit Panko zugeben und richtig kräftig unterkneten. Von der Masse eine kleine Portion abnehmen, flach drücken und in einer  Pfanne kurz durchbraten. Probieren und ggf. nachsalzen bzw. würzen. Falls der kleine Burger während des Bratens in seine Einzelteile zerfällt, mehr Panko zugeben.

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Boden und die Wände eines (Gusseisen)Bräters mit dem Öl ausreiben. Die Hackmasse zu einem länglichen Laib formen und in den Bräter legen. Die Oberfläche mit Bacon belegen. Auf der zweiten Schiene von unten ca. 80-100 Minuten backen. In einem Elektroofen mit Ober- und Unterhitze geht es sicherlich etwas schneller, als in meinem Gasbackofen ohne Oberhitze. Die Kerntemperatur des Hackbratens sollte 75 Grad betragen, dann ist man keimtechnisch auf der sicheren Seite. Braten aus dem Ofen nehmen und vor dem Anschneiden noch 10 Minuten ruhen lassen. Dann auf eine Servierplatte setzen und in dicke Scheiben schneiden. Dazu passen rote Essigzwiebeln (Rezept folgt).

Anmerkung:
Das Panko (japanische Semmelbrösel) kann durch fünf Scheiben entrindetes Toastbrot ersetzt werden. Die Scheiben in etwas Milch einweichen und in kleine Stücke zerzupfen, dann unter die Hackmasse kneten. Der Hackbraten ist übrigens auch am nächsten Tag als Sandwichbelag einfach köstlich.

Donnerstag, 8. März 2012

Horchata de Arroz - Teil 2



Wie hier schon angekündigt, habe ich noch eine weitere Zubereitungsart für Horchata de Arroz ausprobiert. Bei dieser Variante wird der Reis vor dem Einweichen zerkleinert. 

Für etwa 750 ml:

  • 100 gr roher Langkornreis (Bruchreis)
  • 1 Liter heisses Wasser
  • 1/2 Stange Zimt
  • 35-50 gr selbst gemachter Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • etwas Zimtpulver zum Servieren

Reiskörner im Mixer zu feinem Pulver zermahlen. Dauerte bei mir etwa 3 Minuten. (Bitte wirklich nur einen Mixer/Mixaufsatz verwenden, mit dem Pürierstab fliegen die Körner durch die Küche). Reispulver in einem Krug mit dem heissen Wasser übergiessen. Zucker und Salz zugeben und so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zimtstange reinwerfen, Krug abdecken und für 12 Stunden in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag die Zimtstange entfernen und die Flüssigkeit durch eine doppelte Lage Mulltuch oder zwei Nussmilchbeutel filtern. Rückstände gut auspressen.* Die Horchata zwei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Gut aufrühren, mit wenig Zimtpulver und Eiswürfeln servieren. Hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage.

So, nun zum Fazit: Mir gefällt die Variante mit den vorher zerkleinerten Körnern wesentlich besser. Der Reisgeschmack ist hier ausgeprägter/nussiger. Ein Nachteil ist allerdings die Ausbeute, die geringer ausfällt, als bei der Variante mit den ganzen Reiskörnern. Um einen Liter Horchata zu erhalten, müssen etwa 1,4 Liter Wasser und 140 Gramm Reis verwendet werden. Aber da ich den ausgeprägten Reisgeschmack sehr mag, ist dieses Rezept trotzdem mein klarer Favorit.

 * Aus den Rückständen lässt sich übrigens ein leckerer Reisbrei kochen. 

Mittwoch, 7. März 2012

Horchata de Arroz - Reisgetränk aus Guatemala



Horchata de chufa (aus Erdmandeln) ist vielen Spanienurlaubern ein Begriff. Weniger bekannt ist Horchata de Arroz, ein in Guatemala und Mexico sehr beliebtes Erfrischungsgetränk. Hergestellt wird es aus Wasser, Reis, Zucker, Zimt und Vanille. Im Winter wird Horchata auch heiss serviert, beliebter ist aber die eisgekühlte Variante. Es gibt viele Methoden, Horchata selbst herzustellen. Zum Beispiel mit gekochtem Reis, Reismehl, ungeschältem Reis oder Reis und Mandeln.

Rückstände nach dem Auspressen (die braunen Punkte sind Zimtkrümel)

Ich habe mich (vorläufig) auf die zwei populärsten Herstellungsmethoden mit rohem Reis beschränkt. In dem hier vorgestellten Rezept wird der Reis unzerkleinert eingeweicht. In einem späteren Post werde ich auf Horchata aus zerkleinertem Reis und auf die Vor- und Nachteile der Herstellungsvarianten eingehen.

Für einen Liter:

  • 100 gr roher Langkornreis (Bruchreis*)
  • 1/2 Zimtstange
  • 500 ml heisses Wasser

Reis und Zimtstange in eine Schüssel oder Krug geben und mit dem heissen Wasser übergiessen. Gefäss abdecken und 12 Stunden ziehen lassen.


Am nächsten Tag die Zimtstange wegwerfen. Den Reis samt Einweichwasser in den Mixbecher füllen. Kaltes Wasser, Vanillezucker und Salz zugeben. So lange mixen bis der Reis mikrofein zerkleinert und die Flüssigkeit blendend weiss ist. Dauert je nach Mixer 3-5 Minuten. Ein feines Sieb mit einer doppelten Lage Mulltuch oder zwei Nussmilchbeuteln auslegen und die Flüssigkeit 1-2 Mal filtern. Rückstände im Tuch gut auspressen. Horchata in eine Flasche füllen und mindestens 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Vor dem Genuss aufrühren und mit Eiswürfeln und einer Prise gemahlenem Zimt servieren. Hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage. 

Anmerkungen:
Ein Teil des kalten Wassers kann durch Milch oder Mandelmilch ersetzt werden. Wenn kein selbst gemachter Vanillezucker zur Hand ist, durch Zucker und etwas Vanillemark ersetzen. 

*Langkorn-Bruchreis ist oft in Asiashops erhältlich und wesentlich günstiger als normaler Langkornreis.


Montag, 5. März 2012

Meine Mulligatawny



Vorläufig haben sich das schöne Wetter und die sommerlichen Temperaturen wieder ans andere Ende der Welt verkrümelt. Gar nicht lustig. Aber die Mulligatawny hat meine Gemütslage wieder verbessert. Bekannt geworden ist diese Suppe vor allem durch "Dinner for One". Ursprünglich ein Gericht aus Indien, welches von den Briten adaptiert und entschärft wurde. Es gibt unzählige Rezepte für diese Suppe. Ob mit oder ohne Gemüse/Früchte, mild oder pikant, Reis oder nicht Reis, daran scheiden sich die Geister. Mir schmeckt meine Version sehr gut, die ich aus einigen Rezepten und den vorhandenen Vorräten zusammengebastelt habe. Wenn schon keine Sonne vor dem Fenster, dann zumindest was sonnengelbes in der Suppenschüssel.

Für 4 Personen:

  • 1 Liter Wasser
  • 2 Hühnerbrüste (300 gr)
  • 1 El Reisöl
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 Tl Massaman-Currypaste
  • 1 El Currypulver
  • 2 El Mehl
  • 1 kleine Karotte, in Stückchen geschnitten
  • 1 kleine Lauchstange, fein geschnitten
  • 100 ml Sahne 
  • Salz, Pfeffer, Sumach
  • 100 gr gekochter Basmatireis

Wasser aufkochen, salzen, Hühnerbrüste zugeben, zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 10 Minuten ziehen lassen. Hühnerbrüste herausnehmen und zugedeckt zur Seite stellen. Die Kochflüssigkeit in ein hitzeresistentes Gefäss giessen.

Reisöl im Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Beide Currys und das Mehl beigeben, kurz mitbraten. Mit der beiseite gestellten Kochflüssigkeit ablöschen, tüchtig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Lauch- und Karottenstücke zugeben. Aufkochen, dann die Hitze reduzieren und die Suppe 20 Minuten köcheln lassen. Anschliessend mit dem Mixstab pürieren.

Hühnerbrüste in kleine Stückchen schneiden und zusammen mit der Hälfte der Sahne unter die Suppe rühren. Suppe nur noch heiss werden lassen, nicht mehr kochen! Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwas Reis in die Suppenteller verteilen, mit der heissen Suppe begiessen, mit der restlichen Sahne und etwas Sumach garnieren.


Sonntag, 4. März 2012

Süsses Kokosmilch-Rosinen-Brot



Als kleine Stärkung bei der Gartenarbeit gab es heute ein süsses Kokosbrot. Normalerweise ist es etwas fluffiger als auf dem Foto oben. Da ich gnadenlos verpennt habe, musste die zweite Gehzeit abgekürzt werden und das Brot landete schon 10 Minuten nach dem Formen im Ofen. Der Teig fand diese Behandlung gar nicht witzig. Aber was soll's. Es schmeckt frisch gebacken wunderbar und da bis morgen sowieso kein Krümel übrig bleibt, ist uns die Konsistenz heute wurst.

Ein weiterer Beitrag zur {Initiative Sonntagssüss}.

Für ein Brot:

  • 500 gr Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 5 gr Salz
  • 60 gr Zucker
  • 25 gr Vollmilchpulver
  • 250 ml Kokosmilch 
  • 70 ml Wasser
  • 25 gr geschmacksneutrales Öl
  • 4 El Rosinen oder mehr
  • Eigelb oder Sahne zum Bestreichen

Mehl in einer Rührschüssel mit Hefe, Salz, Zucker und Milchpulver mischen. Eine Mulde machen, Kokosmilch, Wasser und Öl reingiessen. Alles vermischen und zu einem homogenen Teig kneten. Wenn der Teig zu trocken ist, ggf. mehr Wasser zugeben. Zu einem Ball formen, zurück in die Schüssel geben, mit Klarsichtfolie abdecken und 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. 

Teig aus dem Kühlschrank nehmen und eine Stunde an einem warmen Plätzchen stehen lassen. Entgasen und mit einem Wallholz zu einem Rechteck ausrollen. Rosinen auf dem Teig verteilen und leicht andrücken. Teig von der schmalen Seite her einrollen. Mit dem Ende nach unten in eine mit Backpapier ausgelegte Brot- oder Kuchenform legen. Nochmals eine Stunde gehen lassen, bis das Brot sichtlich an Volumen zugelegt hat. Mit Eigelb oder Sahne bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad in 35-40 Minuten goldbraun backen.


Freitag, 2. März 2012

Spicy Falafel - Let the weekend begin



Heute war ich sehr fleissig. Zwei Stunden mit dem kleinen Herrn C. spazieren gegangen, Bücher gekauft, den Kühlschrank fürs Weekend mit lauter guten Sachen gefüllt, lange mit meiner Frau Mutter telefoniert und die Pflanzen auf der Terrasse gepflegt. Zurück in der Küche, habe ich das Radio bis zum Anschlag aufgedreht, laut mitgesungen und die gestern eingeweichten Kichererbsen zu Falafel verarbeitet. Dann mit ein paar Teilchen, viel Salat, Maionese de leite, Chilisauce und einem kühlen Bier wieder auf die Terrasse und den Sonnenuntergang genossen. So sollte es immer sein.

Für 4 Personen:

  • 300 gr getrocknete Kichererbsen
  • 140 gr Couscous
  • 140 gr Wasser
  • 2 grosse Zwiebeln, gehackt
  • 4 Zehen Knoblauch, gehackt
  • 1 Bund glatte Petersilie, Blätter abgezupft 
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Tl gemahlener Koriander
  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • 1/2 Tl Sumach
  • 1-2 Tl Chiliflocken
  • Salz & Pfeffer
  • 5 El Panko (oder 3 El normales Paniermehl)
  • 1 El Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • Öl zum Braten

Kichererbsen mindestens 14 Stunden in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten, gut abbrausen und abtropfen lassen. Das Wasser zum Kochen bringen, Couscousgriess einrieseln lassen, Hitze abdrehen, Deckel drauf und fünf Minuten ziehen lassen. Mit einer Gabel auflockern, zur Seite stellen.

Abgetropfte Kichererbsen, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie und Zitronensaft in einer grossen Schüssel mischen. Mit dem Pürierstab so lange bearbeiten, bis keine groben Stücke mehr sichtbar sind. Couscous, Koriander, Zimt, Sumach und Chiliflocken untermischen. Mit Pfeffer und reichlich Salz würzen. Panko, Mehl und Backpulver einarbeiten. Die Masse kneten, bis sie gut zusammenhält (geht am besten mit den Händen). Aus dem Teig etwa 35 walnussgrosse Bällchen formen und leicht flach drücken.

Ein bis zwei Esslöffel Öl in einer grossen Pfanne erhitzen und Falafel portionsweise von jeder Seite bei mittlerer Hitze 3-4 Minuten braten. Warm oder kalt geniessen.